Wissen vom Leben:

Demetrius, da habe ich nun noch eine Frage : Welche Rolle spielen eigentlich unsere Sinne genau, aus Sinneswahrnehmung entsteht ja eigentlich das Verlangen und der Wille ?

Die Sinne dienen in erster Linie dazu, damit der Geist mit der materiellen Welt in Berührung kommen kann. Die Pflanzen haben noch wenig Sinneswahrnehmungen, das Tier hat je nach Entwicklung immer mehr oder sogar ganz spezielle und ausgeprägte Sinneswahrnehmungen, der Mensch hat die meisten und intensivsten Sinneswahrnehmungen. Durch diese Sinneswahrnehmung entsteht im verlauf der Evolution eine getrennte Vorstellung vom SEIN, das ist diese besagte ICH – Vorstellung. Also eine Vorstellung von sICH, die NUR auf Grund der Sinneswahrnehmung in der materiellen Natur entsteht. Ein Tier hat noch eine reine SEIN – Vorstellung aus dem Selbst. Also die Vorstellung – ICH BIN Wurm, ICH BIN Affe. Ansonsten lebt und handelt es nach den Trieben. (Flucht – Verteidigung). Beim Menschen kommt durch die Evolution der EIGENSTÄNDIGE Wille hinzu. Daher auch die Möglichkeit für sICH zu Handeln. Also aus Eigeninteresse der Person. Nur durch den eigenen Willen kann der Mensch sich über die Triebe stellen – also das Triebgesteuerte überwinden, und sich auch von der BEEINFLUSSUNG durch die Sinne befreien. Denn die Sinneswahrnehmung beeinflusst den Geist. Vor einer Gefahr (Feuer) wird geflohen, einem guten Geruch geht man nach, ein Beutetier jagt man. Nur der Mensch hat durch seinen Willen die Möglichkeit, sich (seine Reaktionen auf die Sinneswahrnehmungen) über die Sinneswahrnehmung hinweg zu setzen. Die Sinne ziehen den Geist des Menschen in die Materie, und BINDEN ihn daran – durch BEGEHREN. Oder die Sinne signalisieren unangenehmes, dann entsteht Abneigung. In beiden Fällen ist der Geist in ABHÄNGIGKEIT der Sinneswahrnehmung. Der Geist denkt nicht SELBST (NEUTRAL – logisch), sondern denkt in Abhängigkeit der Sinne – er WIRD also gedacht. Durch diese Sinneswahrnehmung, entstehen beim Kind (das ja zunächst auch noch geistig im Selbst ruht) diese (guten und schlechten) Erfahrungswerte aus der materiellen Welt, und die SUMME dieser Erfahrungswerte, bildet dann das falsche ICH! Diese Ichvorstellung - die den Geist des Menschen im Denken beeinflusst, wird also beim Kind nach und nach durch die Sinneswahrnehmungen, und die dem entsprechenden Erfahrungswerte gebildet – ist beim Jugendlichen gefestigt, und beim Erwachsenen Abgeschlossen. Nur schmerzhafte Erfahrungswerte (Schicksalsschlag), können daran noch rütteln. Darum bleiben diese unbewussten Menschen (JEDER ist zunächst unbewusst) dann ohne größere Probleme, ihr Leben lang in dieser einmal festgesetzten Vorstellung vom persönlichen ICH gefangen. Ersichtlich ist auch, dass NUR durch den eisernen Willen, der Geist von der BELAGERUNG durch das ICH (oder aus der Gefangenschaft) befreit werde kann. Beim unbewussten Menschen unterliegt selbst der Wille dem ICH. Dieser WILL aus dem ICH alles für SICH. Doch er ist geistig GEFANGEN in einer VORSTELLUNG, die einmal durch die Sinneswahrnehmung aufgebaut wurde. Darum, wird in der Bhagavad Gita das Zurückziehen der Sinne von ihren Objekte empfohlen – ergibt weniger Gier und Begehren für sICH. Denn die Sinneswahrnehmungen erzeugen das Begehren – die Lust. Erst wenn der Mensch in seinem Geist bewusst geworden ist, kann er erkennen: ICH werde ja GESTEUERT – ICH werde ja MANIPULIERT. Erst dann fragt er nach der Ursache, er fragt nach dem WARUM? Der kann seinen Geist dann nach und nach von seiner ICH – Vorstellung zurück nehmen, und aus dem SELBST im dadurch klarer werdenden Geist über sICH nachdenken. Das ist dann SELBST denken, worauf JEDER geistig hochstehende hingewiesen hat. Diese ganze Angelegenheit ist UNABHÄNGIG von theoretischem Wissen. Der mit Wissen vollgestopfte Doktor oder Professor bleibt unbewusst, so lange sein Geist von der ICH – Vorstellung belagert ist. Denn meistens ist es so, dass gerade die studierten Menschen durch die Vorstellung ICH bin gebildet, ihr ICH eher noch mehr ausprägen als mindern. Dadurch wissen sie viel, aber verstehen nichts. Denn Verständnis kommt aus dem Selbst erst dann, wenn das Ich gemindert wird. Darum auch die Aussage der Bibel: Hört nicht auf die Schriftgelehrten. Leider ist die heutige „zivilisierte“ Welt von Schriftgelehrten zugekleistert. Klar ersichtlich ist also die Aufgabe des Menschen zu seiner Befreiung:
1. Sich im Denken nicht von der Sinneswahrnehmung beeinflussen zu lassen. (Zuneigung = Begehren – Abneigung = Angst).
2. Das persönliche Ich zu mindern, und selbstlos zu werden.
3. Den Geist durch den freien Willen vom Ich abziehen, und auf das Selbst (das Göttliche) zu richten.
Wer bei der Sinneswahrnehmung und den daraus entstehenden Gefühlen (Begehren oder Angst) nach dem WARUM fragt, wer immer weniger aus Eigennutz und immer mehr für Andere handelt ohne etwas zu erwarten, und wer seinen Geist vom materiellen Streben abwendet, und auf die Vollendung richtet, der wird sicher geistigen Fortschritt erreichen.

©Demetrius Degen


Für Menschen die mehr wissen und verstehen wollen, die ihren Geist beherrschen, und ihr Bewusstsein erweitern wollen, für diese sind meine Bücher geschrieben.
Der WEG zur Vollendung wird in diesen Büchern deutlich beschrieben, und wer dann noch Hilfe auf seinem individuellen Weg braucht, erhält diese gerne per E-Mail.