Wissen vom Leben:

Wenn Du gerade die Triebe angesprochen hast – wie ist das denn mit der Sexualität? Ist diese hinderlich auf dem geistigen Weg? Ist ein Zölibat angebracht?

Ja, da sprichst Du ein wichtiges Thema an, das besonders von den Kirchen falsch interpretiert wird. Aus der Bibel fällt mir keine Stelle ein, die den Geschlechtsakt ausdrücklich verbietet? Nur vorehelicher Verkehr wird verboten. Das 6. Gebot lautet: Du sollst nicht BEGEHREN Deines nächsten Weib! (es geht also um das Begehren!) In der Bhagavad Gita wird das auch nur – fast nebenbei – erwähnt. Der Buddha sagt: Der enthält sich des geschlechtlichen Werkes. Doch muss man bedenken, dass die Lehre des Buddhisten erst auf der 10. Bewusstseinsstufe anfängt. Also erst dann, wenn der Geist vom irdischen Streben abgezogen ist, und in Richtung Vollendung gerichtet wird. Sexualität ist im eigentlichen Sinne Sehnsucht nach EINS – werdung. Die Partner (die 2 Ergänzungshälften) wollen Eins miteinander werden, und fühlen sich dem entsprechend zueinander hin gezogen. Von der Natur will der Mann beschützen, und die Frau will beschützt werden. Dieses Naturgesetz wird in der heutigen Zeit von unserer Gesellschaft (Gesetzgebung und Manipulation) mit Füßen getreten, indem die Frauen „Emanzipiert“ werden sollen, damit man sie besser auf dem Arbeitsmarkt ausnutzen kann. In Wirklichkeit werden die Frauen im günstigsten Falle „Selbständiger“ im Sinne von Unabhängig vom Manne. Doch das auch nur im Sinne von BESITZ und Existenz. Das Ergebnis sind dann zwei GLEICHE Pole, die sich bekanntlich nicht mehr anziehen, sondern abstoßen. Die Natur wehrt sich also, und die Folge sind VIELE Scheidungen und WENIG Kinder. Diese Gesellschaft, die gegen die Natur verstößt, STIRBT schlichtweg aus. Denn wenn der Mann von Natur aus beschützen will, und die Frau sich nicht mehr beschützen lässt, führt das zur TRENNUNG (Scheidung). Nicht umsonst haben wir so viele Singles – weil wir fast nur noch ICHPersönlichkeiten „zeugen“. Zurück zum eigentlichen Sexuellen. Unser universeller Geist (unser wahres Selbst) IST der TRIEB! Er ist der ANTRIEB, der den Mensche am Leben erhält - (Selbsterhaltung) und der ANTRIEB, der den Menschen zur Fortpflanzung treibt - (Arterhaltung). Es ist EIN Trieb, so wie es EIN Geist ist! Doch so wie sich alles, wenn es in die Materie projiziert wird POLARISIERT, so eben auch die Auswirkung des universellen Geistes als Triebfeder des Lebens. Der ICH-Mensch, der noch den Geist ins Materielle gelenkt hat, der Unbewusste, wird noch vollkommen GESTEUERT von diesem Trieb. Erst wenn der Mensch seinen Geist vom ICH-Verlangen zurück zieht, und in geistige Regionen lenkt, fängt er an, sich von diesem getrieben werden zu befreien. Es kommt also immer darauf an, wohin der Geist GELENKT ist. Manche Männer rede nur vom Sex – und das ist ein Zeichen, dass deren Geist eben nur auf Sex gelenkt ist. Manche rede nur von der Arbeit – und deren Geist ist in erster Linie auf die Arbeit gerichtet. Manche Frauen rede nur über Erziehung – deren Geist ist in die Erziehung gerichtet. Andere reden nur über Kleidung, Schmuck und Aussehen – deren Geist ist nur auf Äußerlichkeiten gerichtet. Du siehst, es ist immer die Frage, WOHIN wird der Geist gelenkt. Ein geistig Strebender wird letztendlich nur noch über geistige Dinge reden KÖNNEN, weil sich sein Geist eben nur noch damit befast. Da der menschliche Geist aber bekanntlich wie eine Taschenlampe wirkt, und immer nur in EINE Richtung gelenkt werden kann, muss er ZWANGSLÄUFIG vom Sexuellen abgezogen werden, um auf geistiges gerichtet werden zu können. Hier liegt das Problem, denn das ICH will den Geist immer wieder für sICH in Richtung BEGEHREN nach Fortpflanzung oder Lebenserhalt ziehen – über die Sinneswahrnehmung. Wie schon öfters gesagt, so gibt es auch hier kein KÜNSTLICHES sich Enthalten – keinen künstlichen VERZICHT! Denn wenn das Begehren noch da ist, dann nützt ein Enthalten gar nichts – im Gegenteil, es ist sogar schädlich. Darum ist das Zölibat der Kirchen, das JUNGE Priester zur KÜNSTLICHEN Enthaltsamkeit zwingt, sicher falsch. Es ist aber schon falsch, dass man Priester durch ein STUDIUM wird. Denn ein wahrer Priester wird man nur im LEBEN – und erst dann, wenn man sICH (sein ICH) ausgelebt hat, und sich auf de WEG begibt. Seinen Geist eben vom Irdische Streben zurück gezogen hat. Das kann man nicht mit 25 oder 28 Jahren, wenn der Mensch noch voller Begehren und Lebenslust ist. Wenn ein Mensch sich auf den WEG begibt, der reinigt seinen Geist von aller BEGEHRLICHKEIT für sICH. Darum sagt auch der Jesus: Wer einer Frau nur LÜSTERN (Begehren) nach sieht, der hat schon gesündigt! Es ist also das Begehren, und NICHT der Akt als solches – wie eben KEINE Handlung als solches gut oder böse ist. Ein Mensch, der den sexuellen Drang noch hat, sollte ihn besser ausleben, als ihn zu unterdrücken. So lange, und so intensiv, bis er SATT davon ist, und genug davon hat. Es ist besser (wenn das Begehren noch da ist), eine ganze Schachtel Pralinen zu essen, bis es einem schlecht wird, und man keine Pralinen mehr ansehen kann, als dass man sich KÜNSTLICH reduziert, und sich jeden Tag nur EINE Praline gönnt, und das Begehren erhalten bleibt – oder sogar nur noch gesteigert wird. Erst wer GENUG hat, wer sICH ausgelebt hat, der kann sich Befreien und loslösen von dem Begehren. Jede Liebe, die sich auf nur EINE PERSON bezieht, und nicht auf ALLE ausgestrahlt wird, ist eine EGOISTISCHE Liebe, die auf Begehren für das ICH beruht. Wer aber im Geiste schon die erste Freiheit erlangt hat (10. B-St.), der hat diese groben Begehren schon hinter sich gelassen. Der enthält sich nicht KÜNSTLICH dem sexuellen Werke, sondern er BRAUCH‘T es nicht mehr. So wie ein großer Künstler geistig voll in seinem Werk (seiner Arbeit) aufgeht, und dadurch KEINEN Gedanken mehr haben KANN, der seinen Geist in sexuelles Begehren herunter zieht. Denn sonst könnte er sein geniales Werk nicht vollbringen. Doch jeder geistig strebende, erhält auf einer sehr hohen Stufe seine PRÜFUNG, ob er auch SEINEM Weg treu bleibt. Der wird seinen IDEALPARTNER – seine ideale Ergänzungshälfte – kennen lernen, und sich verlieben. Auch wenn es eine noch so REINE Liebe ist, so wächst doch das Begehren nach diesem Menschen fast ins unermessliche, und dem Menschen droht das Abweichen von seinem Wege. Doch meistens wird diese Liebe „verhindert“ durch Umstände oder Ereignisse. (Romeo und Julia, und Hans und Undine – zeigen das sehr gut). Es ist eine (sehr schmerzhafte) LEKTION die man bekommt, und einem zeigt, dass die Größte (persönliche) Liebe auch zur größten FESSEL wird. Im eigentlichen Sine geht es bei „BEIDEN“ Trieben nur um das Begehren für sICH. Wie im WEG oben gezeigt, muss dieses Streben für ICH ganz und gar überwunden werden, bis dem ICH jeder Antrieb abhanden gekommen ist, und es STIRBT. Der Buddha zeigt – den zur Triebvernichtung führenden Weg. Erst wenn der Trieb für das ICH überwunde ist, dann WIRD der Mensch zu seinem TRIEB – er wird zum ANTRIEB SELBST. Dieser Antrieb ist der universelle Geist – unser wahres Selbst, das den Körper BELEBT. Der NEUE Mensch IST dann Antrieb (GEIST) und kann daher nicht mehr getrieben werden – denn er treibt SELBST – aus dem Selbst. Der ALTE Mensch ist der Angetriebene, der dem ICH UNTERLIEGT. Der Geist selbst erschafft das ICH durch den Trieb. Ohne diesen Geist gäbe es kein belebtes Ego. So wie es ohne eine Gott keinen Satan gibt, und ohne Licht kein Schatten. Denn Ego, Satan und Schatten ist ein ERGEBNIS und keine Ursache. Es ist eben die Polarität in dieser Welt. Wer sich geistig aber befreit, erkennt diese Polarität als EINS. Darum wird in Wirklichkeit auch kein ICH vernichtet, sondern nur eine falsche VORSTELLUNG des Geistes. Die Vorstellung von ICH bin Person (Ego, getrennt) wird vernichtet, und die Vorstellung von ICH bin ALLES (Geist, Einheit) entsteht. Da der Geist nur EINE Vorstellung von ICH BIN haben kann, muss die falsche Vorstellung von der Person verschwinden (Tod) damit die wahre Vorstellung vom Geist entstehen kann (LEBEN). Zur Sexualität zusammenfassend: Der Mensch soll seine Sexualität zuerst einmal ausleben. Doch sollte er nicht schon in Jungen Jahren damit anfangen, sondern erst dann, wenn er auch eine Familie ERNÄHREN kann. So wie eben aus dem Christentum mit Recht (im Sinne von es wäre richtig) eine voreheliche Beziehung nicht erlaubt ist. Für Studenten, die bis zum 28. Lebensjahr oder noch länger studieren, dürfte das Probleme aufwerfen. Auch wieder ein Fehler unserer Gesellschaft. Der Jugendliche müsste mit 18 Jahren oder spätestens mit 21 Jahren einen erlernten Beruf haben, mit dem er eine Familie ernähren könnte. Vorher sollte der Geist eben auf das LERNEN gerichtet sein, und nicht wie heute so üblich ins Vergnügen und in den Sex (nicht Liebe). Heute hat die Jugend meistens schon Sex bevor sie überhaupt anfängt zu lernen. Wenn ein Mensch also seinen Sexualtrieb auslebt, dann sollte er sich NUR mit einem Partner vereinen, mit dem er auch zusammenleben könnte. Also aus LIEBE und Zuneigung. Nicht wie heute diese sogenannten „Quickies“, die der puren GIER, dem Ego und dem Eigennutz dienen. Hier ist kein Geist zu finden. Je weiter ein Mensch in seiner geistigen Entwicklung ist, um so sorgfältiger wird er seinen Partner wählen, mit dem er sich vereint, und ein gemeinsames Leben führen will. Gegen eine geschlechtliche Beziehung dieser Art, die auf Liebe und Zuneigung beruht, und möglichst dem Anderen gilt und nicht dem Eigennutz, ist nichts einzuwenden. Eine Beziehung dieser Art stört auch NICHT bei der geistigen Weiterentwicklung. Nur wer den „RUF“ verspürt, sollte sich trennen – aber sicher nicht, um bei einem anderen Partner sein Vergnügen zu finden – denn das ist Ego. Ein sogenanntes „fremd gehen“, ist nur Ego, weil der eigene Partner zu BEKANNT geworden ist, und man nach etwas UNBEKANNTEM - NEUEN strebt. Wer dieses Streben noch in sich trägt, sollte sich ENTSCHEIDEN, und nicht auf zwei „Hochzeiten“ tanzen. Wer sich aber ernsthaft auf den Weg macht, der hat schon GENUG davon, und sucht es nicht mehr bei Anderen – weil er schon weiß, dass er dort auf Dauer, wenn das Neue und unbekannte weg ist, auch nichts anderes finden wird. Seine Prüfungen und Fallen erhält er dann schon auf dem Weg, und selbst hier ist es für den Geist nicht hinderlich mit einem geliebten Menschen zusammen zu sein, wenn er sich geistig NICHT an ihn BINDET.

Bei der Sexualität geht es also weniger um den Akt als solches, als um das Begehren und die Bindung des Geistes an die geliebte Person.

©Demetrius Degen


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