Wissen vom Leben:

... ich habe einige Bindungen die noch zu lösen sind bei mir entdeckt. Was mir aufgefallen ist strebe ich unbewusst, danach besser edler zu werden und das ist ja auch eine Art von Bindung, oder ? So leicht tappt man da wieder in eine Falle ! Immer wieder muss ich mir die Frage stellen was ist Bindung, denn nur wenn ich weiß was Bindung ist, kann sie aufgelöst werden.

Dazu möchte ich zunächst einmal Goethe zitieren: Über allen Dingen steht eins, das Ringen mit sich Selbst – das unersättliche Streben nach mehr Reinheit, Glaube, Liebe. Das Streben edler zu werden, ist also nicht das Problem, und auch keine Bindung. Schlecht hingegen wäre, wenn Du dICH auf Grund von edler, reiner usw. zu SEIN, besser fühlen würdest, als die Anderen. Das ist dann ICH-Überheblichkeit. Oder wenn Du das besser sein WOLLEN anstrebst, um dICH über andere stellen zu können. Das wäre ein schlechter Beweggrund. Also, beim Handeln und Wollen ist zu fragen: Für wen oder was tue oder will ich das? Willst oder tust Du das für dICH? Oder willst und tust Du das für Andere – oder Gott (ein Streben nach Vollendung). Ein Streben nach Gott ist kein Streben für sICH! Ein Handeln für Gott oder zum Wohle Anderer ist kein Handeln für sICH! Die Frage nach dem WARUM bleibt immer bestehen. Warum will ich das, warum mache ich das, warum fühle ich mich nicht wohl in meiner Haut? Dann ist immer zu prüfen, ob ein ICH-Gedanke dahinter steht. Du wirst jetzt lernen müssen, immer mehr auf Deine Gefühle zu achten, auf Deine innere Stimme. Wenn Du Dich wohl fühlst, ist Dein Selbst mit Dir zufrieden (Einheit Geist und Seele). Wenn Du Dich aber unwohl fühlst, musst Du fragen – WOHER kommt das? Denn dann befindest Du Dich immer geistig in einer Situation, die vom Selbst nicht gewollt ist. Die Ursache eines Unwohlseins ist IMMER eine Zu- oder Abneigung zu einer Sache oder einer Situation in der Du Dich befindest – oder auch schon, wenn Du nur ein Vorhaben hast im Geist. Doch eine NEIGUNG (rechts oder links) entsteht immer nur durch eine BINDUNG. Frage nicht was ist eine Bindung, sondern frage WORAN bin ich gebunden? Was will ich denn nicht verlieren? Was droht denn? Was will ich vermeiden? Spiele im Geiste verschiedene Situationen durch (Entscheidungen), und bei welchem Gedanken Du Dich wohl fühlst, DAS MACHE. Auch dann, wenn Dein ICH Dir sagt: „Das geht aber nicht“. Der Rest ist ÜBUNGSSACHE. Am Anfang wirst Du nur Deine GROBEN Bindungen erkennen, doch auf dem Weg wirst Du immer SENSIBLER und feinfühliger, und wirst schon die geringste Bindung als Schmerz empfinden. (Märchen – Prinzessin auf der Erbse). Du kommst jetzt in den „Zwiespalt“ zwischen ICH und Selbst, und musst lernen, das Eine vom Anderen klar zu unterscheiden. Das ist die Aufgabe. Ein einfaches Beispiel dieses Zwiespaltes. Angenommen, Du hast eine gute Freundin im Betrieb, und beobachtest, wie Sie Geld entwendet. Aber Du sagst niemandem etwas, weil Du Deine Freundin schützen willst. Doch der Diebstahl kommt heraus, und Du wirst gefragt, ob Du etwas weißt? Dann kommst Du eben in den Zwiespalt zwischen Freundin beschützen (Ego – persönliche Bindung) und Wahrheit sagen (Selbst). Leider ist es nicht immer so einfach. Das Ego lässt sich da genügend einfallen, um sICH zu tarnen. Doch Du kannst KEINE Bindung erkennen, wenn Du nicht in eine Situation kommst, welche diesen ZWIESPALT auslöst. Selbst der Reichste wird felsenfest behaupten (und auch davon überzeugt sein), dass er NICHT an sein Geld gebunden ist. Erst wenn er es verliert, merkt er seine Bindung! VORHER gibt es also NICHTS, was KÜNSTLICH zu lösen, oder wovon man sich künstlich befreien sollte!

Das Schicksal selbst bringt Dich in solche Situationen, wenn Du „reif“ dazu bist.

Zum besseren Verständnis - hier nochmals den WEG auf eine andere Art verdeutlicht. In dieser Beschreibung kannst Du Deine Position finden (wo Du stehst), und Deine Aufgabe erkennen, die momentan für Dich wichtig ist. Wir haben diese DREI! Den „neutralen“ menschlichen GEIST (Verstand), das persönliche ICH (Ego) und das individuelle SELBS (göttlicher Geistfunke – Seele des Menschen). Der UNBEWUSSTE Mensch ist zunächst im Geiste EINS mit seinem ICH, da er von seinem wahren Selbst noch keine Ahnung hat. Der richtet seinen Geist in die materielle Welt, um sein Vergnügen, Reichtum und Einfluss für sICH zu gewinnen. Erst wenn der Mensch SATT ist von dieser Welt, und aus sich erkannt hat: Durch alle Anstrengungen und das Streben nach materiellen Gütern, Freunde, Achtung, Ehre und Einfluss – bin ich NICHT glücklich geworden. Dessen Geist hat sich gelöst von den materiellen Bindungen.

Der hat den HÖHEPUNKT der materiellen Welt überschritten.

Dem kommt der Gedanke, sich in geistige Richtung zu begeben. Der zieht seinen Geist vom materiellen Streben zurück, und richtet ihn auf geistiges Streben. Dieser Mensch ist dann BEWUSST auf dem Weg und erlangt Weisheit und Liebe. (10. St.) Der kontrolliert eifrig seinen Geist, damit ihm keine „schmutzigen“ Gedanken entstehen. Frei von Hass, und Neid lebt er in genauer Beobachtung seines Geistes. Um im Geistigen „Erfolg“ zu haben, MUSS er aber, seine geistigen Bindungen und Anhaftungen LÖSEN. Wer noch Menschen auf Grund von Aussehen, Reichtum, Position, Macht, Einfluss, Bildung, Familienangehörigkeit - usw. höher oder niedriger einschätzt als sich Selbst und andere Menschen, der wird an diese Menschen GEBUNDEN. Der übt sich, alle Menschen GLEICH zu sehen. Der löst geistig seine Abhängigkeit von Personen, die ihm schaden oder nützen könnten. Frei von Nutzen und Schaden lebt er. Dieser Mensch der losgelassen hat, und sich im Geiste befreit hat von persönlichen Bindungen – von hoch oder niedrig einschätzen, von nützlich oder unnütz einschätzen – dem entsteht im Geiste kein schlechter Gedanke mehr. Gereinigt hat er seinen Geist – blank wie ein poliertes Metall, sodass er SICH darin spiegeln kann. Dieser Mensch kommt auf die besagte GEISTESHÖHE (Buddha). Dessen Geist spiegelt sein wahres Selbst. (So wie im Höhlenbeispiel Platos – wenn der Mensch sich von den FESSELN befreit hat, und aus der dunklen Höhle ans LICHT (die Sonne) kommt). Der sieht KLAR – der sieht, wie es wirklich IST. Sein hoher Geist strahlt auf alle Menschen. Das Genie, das sein Ich vergisst in seinen Werken. (15. St.) Der redet mit „Engelszungen, und jeder versteht in. Bei Jesus ist das die Bergpredigt, bei Maria die „Zeugung“ durch den Geist, bei Moses der brennende Dornbusch. Doch dadurch hat der Mensch sich geistig so weit vom Irdischen entfernt, dass in der materiellen Welt für Ihn alles „zusammenbricht“.

Der hat seinen HÖHEPUNKT in der geistigen Welt überschritten.

(Symbolisch wird diese „Vernichtung“ der Erde bei Noah mit der Sintflut gezeigt, die alles materielle vernichtet, aber das LEBEN (alle Tiere in der Arche) mit sich trägt). (16. St.) (Bei Plato ist das, wenn der Mensch gezwungen wird, aus dem Licht wieder in die dunkle Höhle zurück zu kehren ... „ist dieser Mensch nicht noch lange GEBLENDET von dem Licht, und sieht der in der Höhle nicht alles im DUNKEL – sieht der nicht WENIGER, als diese, die immer in der Dunkelheit waren“?)

Der kommt zum TIEFSTEN Punkt in der materiellen Welt, sowie in der geistigen Welt.

Der materielle Tiefpunkt macht ihm nichts aus, denn er haftet längst nicht mehr an Irdischen Dingen. Doch er haftet noch am LEBEN. Dieser Mensch dringt geistig in sein Tiefstes Unterbewusstsein. In den Mythen wird das als die Unterwelt (Orpheus in der Unterwelt) bezeichnet, in der Bibel als das finstere Tal oder die ENDZEIT. Darum tauchen nun die tiefsten Ängste aus seinem noch UNBEWUSSTEN Teil auf, um BEWUSST zu werden. Die Angst vor dem Tod ist für ihn verhältnismäßig einfach zu überwinden, denn er weiß auch längst, dass es für sein Selbst keinen Tod gibt. Doch die Angst vor dem LEBEN (Existenzangst) ist bedeutend schwieriger zu überwinden. (17. St.) So kommt er unweigerlich zu seinen Trieben (Selbsterhaltung und Arterhaltung), die noch zu überwinden sind. Denn das Einzigste, was das EGO (das immer noch existiert) noch tun kann, ist den Menschen bei seiner ANGST (Selbsterhaltung) oder bei seiner persönlichen LIEBE (Arterhaltung) zu packen. Hier muss der Mensch sein SICHERHEITSBEDÜRFNIS überwinden und ablegen. Die Existenzangst, die Lebensangst, die Zukunftsangst. Die letzte Prüfung der persönlichen Liebe wird bei Abraham gut gezeigt, der seinen Liebsten Sohn für Gott „OPFERN“ sollte. Das ist die ENGE PFORTE, durch die der Mensch gehen muss, um ins „Himmelreich“ zu kommen. (18. St.) Durch diese Pforte kommt der Mensch nur – OHNE ein ICH. Dieser gibt auch den letzten STOLZ auf sICH (die Person) auf – das noch geachtet, geehrt, anerkannt, respektiert werden wollen. Der muss hier seine seelischen Bindungen überwinden. Diese betreffen Ehre, Ruhm und Anerkennung – also den Stolz auf sICH als die PERSON. Selbst den Stolz auf seine Erkenntnisse, auf sein Wissen, seine Weisheit die er gesammelt hat, muss er hier verlieren. Hier hat der Mensch durch diesen ganzen Weg so viel Erkannt und Verstanden, dass er sICH jetzt ganz und gar dem „Weltgeist“ diesem Gott voll bewusst HINGEBEN kann, und diesen hingebungsvollen und Selbstlosen Zustand auch HALTEN kann. Der hat das Gieren nach der Welt abgelegt. Denn was unbekannt ist, nach dem begehrt man. Doch diesem Menschen ist nichts mehr unbekannt. Er hat alles gesehen, erkannt und verstanden. Somit gibt es für ihn nichts mehr zu erstreben. Wer aber kein Streben mehr hat, der ist „TOD“. So wie Jesus am Kreuz stirbt, und bei Buddha ist es die Geistesstufe der „Nichtetwasheit“. Dieser geht über die Schwele (Bibel den Jordan), um ins gelobte Land (Himmel) zu kommen. Buddha: Der erlebt das Schwinden der Gefühle und des Bewusstseins. (vom ICH) Der legt das „Floß“ ab, das ihn von der materiellen Ebene über den Ozean des Geistes zur seelischen Ebene (ans andere Ufer) gebracht hat (den GEIST). In der Bibel wird das symbolisiert mit den Worten Jesu: „Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist“.

Der hat den Tiefsten Punkt überwunden.
Der erkennt sein wahres SELBST und wird zu seinem Selbst.

Dieser Mensch ist ENDLICH geistig mit seinem Selbst zufrieden. Er ruht mit seinem Geiste IN seinem Wahren Selbst. Dieses wird dann bei Buddha als die geistige Einheitlichung bezeichnet. Ein Mensch, der immer mit allem zufrieden ist, dem irdische Ereignisse und Schicksalsschläge nichts mehr anhaben können. (19. St.) Er ist zum Kinde geworden – wie in der Bibel steht, aber nicht mehr unbewusst, sondern in vollem BEWUSSTSEIN. Hier geschieht dann das, was in den christlichen Kirchen als WANDLUNG bezeichnet wird. Aus dem Alten Menschen (ICH-Menschen) der gestorben ist, wird der Neue Mensch aus dem Geist (Erkenntnis des wahren SELBST) geboren. (eben NICHT aus Fleisch (Körper) geboren, sondern aus dem GEIST geboren).

Die Auferstehung:

Dieser Mensch versöhnt sich wieder mit der Welt, weil er die EINHEIT von geistiger- und materieller Welt erkannt, verstanden, und verwirklicht hat. Der ist geistig nicht mehr GEBUNDEN (durch ein ICH) im Körper, der ist wahrhaft FREI. Der hat sich die Erde untertan gemacht, und herrscht aus seinem GEIST über die MATERIE. (20-21. St.) Dieser Mensch kann in WAHRHEIT sagen (wie Jesus): ICH BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben, denn dieser Mensch ist zu seinem höheren Selbst GEWORDEN – zum LEBEN SELBST geworden. Tat Tvam Asi – ICH BIN ES Buddha: Vollbracht die Aufgabe – nichts nach diesem Hier. Dieses Selbst, zu dem dieser Mensch im Geiste geworden ist, vereinigt sich mit der universellen göttlichen Seele. Der ist HEIM gekehrt – wieder zu Hause bei seinem Vater. Dieser Mensch fühlt sich in seinem Selbst eins mit allem. Er hat die ALLEINIGKEIT erreicht – als Nirwana, oder Himmel bezeichnet. In der Bibel wird das mit den Worten Jesu verdeutlicht: „Der Vater (Seele) und ICH (Geist) sind EINS“ (im Körper). Geist, Körper und Seele wurden zur EINHEIT gebracht.

Denn Himmel und Hölle ist kein Ort, sondern ein geistig-seelischer ZUSTAND.

©Demetrius Degen


Für Menschen die mehr wissen und verstehen wollen, die ihren Geist beherrschen, und ihr Bewusstsein erweitern wollen, für diese sind meine Bücher geschrieben.
Der WEG zur Vollendung wird in diesen Büchern deutlich beschrieben, und wer dann noch Hilfe auf seinem individuellen Weg braucht, erhält diese gerne per E-Mail.