Wissen vom Leben:

Wenn man nicht mehr bereit dazu ist, es jedem recht zu machen und die Erwartungen Anderer zu erfüllen, stößt man auf ganz nette Widerstände, da die Andern sich ja daran gewöhnt haben, dass man Ihre Erwartungen erfüllt und ständig Rücksicht genommen hat !!! Man wird als Spinner tituliert und als selbstsüchtig bezeichnet, einige distanzieren sich und einige verschwinden ganz von der Bildfläche, weil ja kein Nutzen mehr zu holen ist. (Der Spreu wird sich vom Weizen trennen, so steht es in der Bibel.) Aber trotzdem gibt es Situationen, wo es sehr schwer ist zu unterscheiden, ob es angesagt ist mir selber treu zu bleiben, oder ob man auf die Wünsche der Anderen eingehen sollte. Dazu fällt mir die positive Eigenschaft „Toleranz“ ein und wo sind die Grenzen der Toleranz?

Die Grenze der Toleranz ist da, wo DU anfängst. Toleriere JEDEN in seiner Art und Meinung, so lange er Dich nicht in eine Richtung drängen will, solange er Dich nicht als BESITZ haben will, so lange er Dir Deine persönliche - individuelle - Freiheit lässt.

MEINE Freiheit hört da auf, wo die Freiheit eines Anderen eingeschränkt wird.

Also kurz: Die eigene Freiheit und Individualität behaupten, und die Freiheit und Individualität des Anderen tolerieren. Wenn ich selbst meine Freiheit haben möchte, muss ich SELBSTVERSTÄNDLICH die Freiheit des Anderen auch respektieren. Gleiches gilt auch für die Auffassungen und Meinungen. Wir wissen ja schon, dass diese nur vom jeweiligen Standpunkt des Menschen abhängig sind. Nehmen wir das Beispiel Arbeitslosenunterstützung. Wer gerade mit 45 Jahren seinen Arbeitsplatz verloren hat (Konkurs des Betriebes) und keine Stelle findet (Situation), wird sicher FÜR die Arbeitslosenunterstützung sein. Wer einen sicheren Arbeitsplatz hat, und eigentlich nie arbeitslos werden kann (Situation), wird sicher GEGEN die Arbeitslosenunterstützung sein. Diese Beiden würden sich wohl streiten - so lange sie eben NUR von Ihrem Standpunkt (Situation) ausgehen - und würden keine Einigung finden. Denn jeder hat Recht von SEINEM Standpunkt aus. Diese werden sich gegenseitig nicht tolerieren, weil sie kein VERSTÄNDNIS füreinander haben. Toleranz kann daher auch nur entstehen, wenn VERSTÄNDNIS für den Anderen (die Situation, den Standpunkt) da ist. Dann kann man immer noch SEINE Meinung behalten, aber die Andere aus Verständnis tolerieren. Überzeugen lasse ich mich gerne (man lernt ja immer dazu), aber DRÄNGEN oder gar ZWINGEN lasse ich mich nicht. Für ein BITTE tu ich FAST (was mit meinem Gewissen zu vereinbaren ist) alles, für ein MUSS tu ich nichts (selbst dann nicht, wenn ich es für richtig halten würde - NUR um diesem Menschen SEINE Grenze zu zeigen). Was nicht zu tolerieren ist, sind dann eben diese GROBEN Verfehlungen. Diebstahl, Mord, Verleumdung, Lug, Betrug, usw. Hier sollte man schon einschreiten - wenn man im Vorfeld die Möglichkeit hat? Es wäre also „dumm“, einen Dieb oder ein Diebstahl nicht zu melden, wenn man das weis - aus Toleranz. Eben - Die Toleranz hört da auf, wo die Freiheit des Anderen (auch Besitz und Leben, Ehre, usw.) anfängt. Toleriere Jeden, wie er auch sein mag in seiner Art oder Auffassung und Handlung, so lange er keinen anderen (Dich mit eingeschlossen) belästigt, behindert oder gar schädigt.

©Demetrius Degen


Für Menschen die mehr wissen und verstehen wollen, die ihren Geist beherrschen, und ihr Bewusstsein erweitern wollen, für diese sind meine Bücher geschrieben.
Der WEG zur Vollendung wird in diesen Büchern deutlich beschrieben, und wer dann noch Hilfe auf seinem individuellen Weg braucht, erhält diese gerne per E-Mail.