Wissen vom Leben:

Ich habe vor einigen Jahren Bekanntschaft mit dem positiven Denken gemacht, denn auch mich hat das Leben ganz schön gebeutelt und zu diesem Zeitpunkt hat es mir sehr geholfen. Momentan habe ich aber das Gefühl, als müsste ich nun endgültig auch meine negativen Gedanken und Gefühle bewusst beachten um sie überhaupt irgend wann einmal auflösen zu können. Es ist zwar sehr schmerzhaft , aber ehrlicher wenn ich die Dinge so annehmen kann wie sie sind und nicht wie ich sie haben möchte. Wie siehst Du das Demetrius ?

Es ist schon fast erschreckend, wie in der heutigen Zeit in unserer Gesellschaft das Leid gewissermaßen regelrecht ignoriert wird. (von Sensationsberichten für die Tagesschau abgesehen). Auch in persönlichen Gesprächen, wenn man auf ein Leid, ein Unrecht oder ähnliches aufmerksam macht, wird dieses Gespräch regelrecht abgelockt. Meistens mit den Worten: „Da können wir nichts daran ändern“ oder „was soll’s, reden wir lieber über etwas positives“. Die meisten Menschen verschließen regelrecht Ihre Augen vor dem Elend dieser Welt. Wenn man ein Gespräch in diese Richtung lenkt, wird man als NEGATIV beurteilt. Bei Buddha ist die GRUNDVORAUSSETZUNG um sich der Lehrordnung anzuschließen, das Erkennen des Leides und des Übels in dieser Welt. Wer das nicht erkennt – wer diese Welt noch für lebenswert und erstrebenswert hält – wird sich NICHT davon befreien können. Der taugt nichts für die Lehre. Auch begann der Buddha seine Lehrreden immer mit dem Zeigen des Übels und Leidens in der Welt. Erst wenn er erkannte, dass er auf WACHE Geister getroffen ist, begann er mit der eigentlichen Lehre, die zur Befreiung aus dem Leid führt.

Man muss erst das Leid erkennen, bevor man sich davon befreien kann.

Doch um das Leiden in dieser Welt zu erkennen, muss man auch SEIN Leid zulassen, und das Leid anderer zumindest wahr nehmen (erkennen) und nicht Verdrängen. Wenn es kein gut und böse gibt (wie schon erwähnt), dann kann es auch kein positiv und negativ geben. Auch DAS ist nur ANSICHTS-STACHE. Doch gerade aus dem vermeintlich negativen LERNEN wir. Was zu vermeiden ist, sind schlechte Gedanken aus Wut, Hass, Neid und Eifersucht. Doch diese Empfindungen sind nicht zu unterdrücken, sondern sie müssen überwunden werden. Überwinden kann man das nur, wenn man die URSACHE dieser Gefühle erkennt. Also WARUM habe ich denn Wut? Wenn ich die Wut unterdrücke, bleibt sie immer noch im Unterbewusstsein, und ich finde NIE heraus woher sie eigentlich kommt. Dieses ganze Fehlverhalten ist entstanden durch das falsche VERSTÄNDNIS vom Prinzip des positive Denkens. Dadurch wird künstlich das „Negative“ unterdrückt, und das „Positive“ hochgejubelt. Das PRINZIP ist ganz einfach. Die geistige Vorstellung des Menschen wird zur materiellen Wirklichkeit – kommt im Materiellen zum Entstehen. In den Upanischaden steht: Das mächtigste Werkzeug, darf man dem Menschen NICHT zeigen! Dieses mächtigste „Werkzeug“ ist unser Geist (unsere Vorstellungskraft). Doch dieses „Werkzeug“ wurde dem Menschen gezeigt – und was macht der Unwissende Mensch daraus – er gebraucht es zum EIGENNUTZ (EGO). Das Werkzeug - das GESETZ - ist nicht falsch, sondern nur die NUTZUNG. Doch dem Gesetz ist das egal – es kümmert sich nicht darum. Genau so wenig wie sich die Sonne darum kümmert, ob sie auf Disteln oder auf Blumen scheint. Bibel: Um alles, was Ihr den Vater in meinem Namen BITTEN werdet, wird er Euch geben. Und da haben wir es schon. Es wird nicht GEBETEN, sondern der Mensch sagt: „ICH mache“ – ICH nutze dieses Gesetz. ICH mache mir nur noch positive Gedanken, dann kann es mir nur noch gut gehen. Dabei vergisst er, dass er als PERSON ein NICHTS ist. Der, der es macht, ist der universelle Geist (das Gesetz), und diesen universellen Geist (Gott – VATER) brauchen wir nur zu BITTEN, und Ihm dann auch VERTRAUEN. Also DU machst, ich VERTRAUE auf DICH. So stellt sich also der Mensch, der sagt: „ICH mache“, ÜBER das Gesetz. Er spielt sich als Herrscher des Gesetzes auf. Das muss zwangs-läufig zu einer Selbstüberheblichkeit, Selbstüberschätzung, bis hin zum Größenwahn führen. In der heutigen Zeit wird dieses „ICH schaffe das“ insbesondere in den ganzen Manager – Trainings angewandt. Ach viele Seminare für Verkaufsleiter (Versicherungen) wenden dieses ICH-Training an. Das Ergebnis sehen wir in der Wirtschaft und der Politik. Künstlich hochgezüchtete „EGO´s“ die zu Macht, Geld und Einfluss kommen – ohne jegliche Moral und Selbstkritik. Denn bei Selbstkritik könnte ich ja etwas Negatives feststellen. Nein, das muss vermieden werden. So haben wir Manager, die Großbetriebe ruinieren, und hoch erhobenen Hauptes mit einem gekünstelten lächeln vor der Kamera abtreten. (ICH vernichte Eure Arbeitsplätze, aber denkt positiv). So haben wir Politiker, die ungerechte Steuergesetze heraus geben, und mit den Menschen jonglieren wie mit Tennisbällen. Das Ganze auch mit dem bekannten lächeln vor der Kamera. (ICH raube Euch das Geld, aber denkt positiv). Durch diese FALSCHE Nutzung des Gesetzes, haben wir diese ICHPersönlichkeiten an der Macht, die für sICH nichts negatives mehr zulassen – ja gar nicht mehr wahr nehmen. Sie nehmen nichtmal ihre eigenen Fehler für WAHR, und darum kennen sie auch kein Gewissen, keine Reue, kein Bedauern, kein Verständnis. Doch das Gesetz schützt sich selbst. Wie Du weißt, bildet das EGO ja den SCHLEIER, der den menschlichen Geist vom wahren SELBST trennt. Daher sind diese Menschen vollkommen UNBEWUSST, und leben in geistiger DUNKELHEIT (Umnachtung). Es ist daher nur eine Frage der Zeit, wann sie von ihrem hohen Turm stürzen werden. Dann bleiben sie erschlagen am Boden liegen – „TOD“. Was ja bekanntlich unbewusst bedeutet. Diesen Menschen kann nichts bewusst werden, (nichtmal ihre eigenen Fehler) weil sie gar keine „negativen“ Informationen zu lassen. Diese Menschen verlieren beim Sturz (vom Turm) ihr gekünsteltes und aufgepuschtes ICHBewusstsein, und bleiben erschlagen in dieser geistigen Tiefe liegen. Alles nur eine Frage der Zeit. Somit braucht man zur Bewusstwerdung diese negativen Erfahrungs-werteund dadurch auch das erkennen und das sich eingestehen von eigenen Fehlern. Die richtige Nutzung ist schon eine positive Geisteshaltung einzunehmen, aber nicht um materielles zu erreichen (für sICH) - und auch keine künstliche Suggestion. Die positive Geisteshaltung soll auf dem göttlichen Geist beruhen, und nicht lauten: ICH mache, sondern DU machst. In dieser Art habe ich immer gebetet: Vater (Gott - oder universeller Geist), Du willst, dass ich zu Dir komme. Gib mir bitte ALLES, was ich benötige, um das höchste Ziel zu erreichen. Alles, was geschieht, dient meinem geistigen Fortschritt. Lasse mich aus allem Lernen und Verstehen. Gib mir bitte Weisheit, Glaube, Verständnis und Liebe. Und dann die INNERE Überzeugung: Alles wird GUT - alles was kommt, dient meinem geistigen Fortschritt, meiner geistigen Entwicklung! Das reicht doch schon – oder? Das Ziel ist also NICHT, sICH über das Gesetz zu stellen, sondern zu diesem Gesetz zu werden. Dann gibt es kein Gesetz zu beherrschen – man IST ES JA! Zu diesem Gesetz (universeller Geist) zu werden, geht aber nur durch NICHT ICH. Also OHNE ein EGO – durch Selbstlosigkeit.

©Demetrius Degen


Für Menschen die mehr wissen und verstehen wollen, die ihren Geist beherrschen, und ihr Bewusstsein erweitern wollen, für diese sind meine Bücher geschrieben.
Der WEG zur Vollendung wird in diesen Büchern deutlich beschrieben, und wer dann noch Hilfe auf seinem individuellen Weg braucht, erhält diese gerne per E-Mail.