Wissen vom Leben:

Es sind also die Sinneswahrnehmungen, die das Ego (falsche Ich) erzeugen und durch das Ego geht das Vertrauen an die Schöpfung verloren. Angst vor Verlust geht doch immer mit Anhaften und Bindung einher. Wie ich feststellen muss ist dies ja gerade die schwerste Aufgabe, das Ego loszulassen.

Das ist die EINZIGSTE Aufgabe. Selbstlosigkeit oder Nicht ICH sollte letztendlich erreicht werden. Darum heißt es auch im Zen Buddhismus: Der Weg ist das Ziel. Denn wenn ich ein Ziel gebe, und ein Ziel angestrebt wird, will ICH es ja erreichen - und das ist schon das Hindernis. Ein selbstloses Handeln ist auch ein grundloses Handeln, und ein Handeln mit dem nichts für sICH erreicht oder bewirkt werde soll. Darum soll man sein eigenes Handeln als PFLICHTERFÜLLUNG sehen, und kein Ergebnis (Erfolg oder Misserfolg) auf sein Handeln erwarten. (Bhagavad Gita) Das ist natürlich das ENDZIEL, das erreicht werden sollte – und das nach der Aussage eines Lao-Tse nur sehr selten erreicht wird. Doch sollten wir uns ständig bemühen, das Begehren für sICH einzuschränken, und die Anhaftung (Bindung) an irdische Dinge nach und nach ab zu legen. Das Ego beeinflusst ja den Verstand in seinem Denken, weil der „Normalbürger“ fast immer nur aus der PERSÖNLICHEN Ichvorstellung heraus denkt. Darum wird es auch als subjektives Denken bezeichnet, weil es in ABHÄNGIGKEIT von der PERSON steht. Rein objektiv kann eigentlich nur ein Mensch denken, der nicht mehr an sein persönliches ICH denkt – im Denken NICHT von sICH (Eigennutz) gebunden ist. Daraus erkennen wir gleich wieder eine wichtige Sache auf dem Weg – das sICH in die Situation des Anderen hinein zu versetzen. Je mehr ich mich in die Position oder Situation eines Anderen hinein versetzen kann, um so verständnisvoller werde ich. Um sICH aber in die Situation des Anderen versetzen zu können, bin ich GEZWINGEN, mich geistig von meiner persönlichen Ichvorstellung zu entfernen. Denn es ist nicht möglich, im Geiste gleichzeitig – zwei verschiedene Standpunkte zu vertreten. Wer einen anderen geistigen STANDPUNKT einnehmen will, muss SEINEN Standpunkt erst einmal verlassen.

So sind also diese 3 Dinge zu üben: Das Begehren zu mindern, die Bindungen zu lösen, und den Anderen zu verstehen.

Das Ganze geschieht über den menschlichen Geist (Verstand) durch Konzentration. Nur auf diese Art ist Schritt für Schritt letztendlich die Selbstlosigkeit zu erreichen. Bhagavad Gita: Der Geist ist schwerer zu beherrschen als der Wind. Antwort von Krishna: „Durch ÜBUNG und LOSLÖSUNG ist das zu erreichen. Doch wahre Selbstlosigkeit hat nichts damit zu tun, dass man besonders „gut“ und „helfend“ ist, und sich von jedem alles gefalle lässt. Diese Art von Menschen, die sICH noch für „GUT“ halten, und Ihre Güte zur Schau tragen (schaut her, wie ich Euch helfe – schaut her, wie gut ich zu Euch bin), diese sind noch sehr weit von wahrer Selbstlosigkeit entfernt. Denn sie wollen noch etwas GELTEN in den Augen der Anderen. Sie brauchen noch Lob und Anerkennung. Auch bieten sie nur die „Schokoladenseite“ an: Euch wird es gut gehen, wenn ihr Euch von mir helfen lasst. Ihr werdet gesund werden, wenn ihr Euch von mir heilen lasst. Sie versprechen ein gutes Leben in Glück, Gesundheit und Reichtum – wenn man auf sie hört. Was erstens nicht anzustreben ist, und was sie zweitens auch nicht erfüllen können. Doch das alles hat mit Selbstlosigkeit rein gar nichts zu tun, sondern mit Selbstüberhöhung und Selbstüberschätzung. Wahre Selbstlosigkeit bietet nur an – stellt die Sache nur einfach hin und lässt kommen was da kommt. Selbstlosigkeit läuft keinem hinterher mit Angeboten oder Versprechen, die nicht zu halten sind.

Der Selbstlose weiß, dass er NICHT helfen kann, sondern dass sich jeder SELBST helfen muss.

Der wahre Selbstlose handelt nur noch, um seine Pflicht (was er für richtig hält) zu erfüllen, aber nicht mehr um etwas zu BEWIRKEN. Doch seine Kosten und Mühen lässt er sich auch bezahlen. Denn Selbstlosigkeit hat auch nichts mit DUMMHEIT zu tun. Kostenaufwand und Mühe muss wie bei jeder Arbeit bezahlt werden. Doch die Wahrheit und die Lehre ist kostenlos – denn das höchste Wissen und die höchste Wahrheit ist sowieso nicht zu bezahlen. Nicht mit allen Gütern dieser Welt. Auch hierzu gibt es ein Bibelwort: Dem Ochsen, der den Hafer drischt, soll man das Maul nicht zubinden. Was man so verstehen kann – wer sich 30-40 Jahre ernsthaft bemüht, Erfahrungen aus dem Leben zu sammeln (der Ochse, der den Hafer gedroschen hat), und diese dann weiter gibt, soll wenigstens sein Essen haben. (und selbstverständlich seine Unkosten).

©Demetrius Degen


Für Menschen die mehr wissen und verstehen wollen, die ihren Geist beherrschen, und ihr Bewusstsein erweitern wollen, für diese sind meine Bücher geschrieben.
Der WEG zur Vollendung wird in diesen Büchern deutlich beschrieben, und wer dann noch Hilfe auf seinem individuellen Weg braucht, erhält diese gerne per E-Mail.