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Die Upanishaden (Vedantas)

Das Sterben ist Rueckverwandlung in das Seiende‘

ChU 6.8.1,6 1
Uddälaka Aruni sprach zu seinem Sohn Svetaketu:
6 „... Wenn, mein Lieber, dieser Mensch hinscheidet, dann geht zunächst seine Sprache in das Denken ein (d. h., er wird unfähig zu sprechen, behält aber das Bewußtsein); dann sein Denken in den Atem (er verliert das Bewußtsein, aber atmet noch); dann sein Atem in die Glut (er atmet nicht mehr, ist aber noch warm); dann die Glut in das höchste kosmische Element (= das Seiende‘).“

ChU 6.15.1-2 1 „
Um einen fiebrigen Menschen, mein Lieber, sitzen seine Verwandten und fragen: Kennst du mich?‘ und Kennst du mich?‘ ,Solange nicht seine Sprache in das Denken, sein Denken in den Atem, sein Atem in die Glut, seine Glut in das höchste kosmische Element eingeht, so lange kennt er sie noch.
2 „Dann, wenn seine Sprache in das Denken eingeht, sein Denken in den Atem, sein Atem in die Glut, seine Glut in das höchste kosrnische Element, dann kennt er sie nicht mehr.‘
3. Der Gestorbene weiß nichts von seiner Riickverwandlung in das Seiende‘

ChU 6.9.1-3,10.1-2 6.9.
1 „Wie, mein Lieber, Bienen Honig herstellen: nachdem sie die Säfte [von den Blüten] verschiedenartiger Bäume gesammelt haben, lassen sie den [Blüten-]Saft zu einer Einheit werden -
2 „wie dann diese Säfte nicht unterscheiden können: Ich bin der Saft von diesem Baum‘ und ich bin der Saft von jenem Baum‘, „ebenso, mein Lieber, wissen ja alle diese Geschöpfe, wenn sie [beim Tod] in das Seiende eingehen, nicht: Wir gehen in das Seiende ein.“
3 Als was immer sie hier (in dieser irdischen Welt) erscheinen: als Tiger oder Löwe, oder Wolf, oder Eber, oder Wurm, oder Vogel, oder Wanze, oder Moskito - sie werden zu diesem (d. h. dem Seienden‘).“
6.10.1 Diese Flüsse, mein Lieber, fließen immer weiter nach Osten, immer weiter nach Westen. Dann gehen sie immer tiefer in den Ozean. Sie werden schlechthin Ozean. „Wie sie dann nicht wissen: Ich bin dieser [Fluß]‘ und Ich bin jener [Fluß]‘, 2 ebenso, mein Lieber, wissen ja alle diese Geschöpfe, wenn sie [beim Tod] zum Seienden gelangen, nicht: Wir gelangen zum Seienden.‘
„Als was immer sie hier erscheinen: als Tiger oder Löwe, oder Wolf, oder Eber, oder Wurm, oder Vogel, oder Wanze, oder Moskito - sie werden zu diesem (dem Seienden‘).“ Das Selbst‘ ist die Lebenskraft

ChU 6.3.2 2 „. . .
Da schaute dieses höchste kosmische Element (das ,Seiende‘): Auf, ich will in diese drei kosmischen Elemente (Glut, Wasser, Nahrung) mit meinem lebendigen Selbst eintreten und Individualität (,Name und Gestalt‘) in verschiedener Weise formen.“

ChU 6.11.1-3 1 „
Wenn jemand, mein Lieber, an die Wurzel dieses großen Baumes schlagen sollte, würde lebender [Saft] fließen. Wenn jemand an die Mitte des Stammes schlagen sollte, würde lebender [Saft] fließen. Wenn jemand an die Spitze schlagen sollte, würde lebender [Saft] fließen. „So steht er durstig trinkend, sich [seines Lebens] freuend da, insofern er von lebendigem Selbst (von individueller Lebenskraft) durchdrungen ist. ? „ Wenn das lebendige Selbst (,der lebende [Saft]‘) einen Ast verläßt, dann vertrocknet dieser; wenn es einen zweiten Ast verläßt, so vertrocknet auch dieser; wenn es einen dritten Ast verläßt, so vertrocknet auch dieser; wenn es den ganzen Baum verläßt, so vertrocknet der -ganze Baum. 3 „Ebenso, mein Lieber‘, so sprach er, „wisse: Es stirbt ja wahrlich dieser [Körper], wenn er vom lebendigen [Selbst] verlassen ist: nicht stirbt das lebendige [Selbst]

ChU 6.12.1-13.3 6.12.
1 „Hol eine Frucht des Feigenbaums!‘ - „Hier, Ehrwürdiger!“ - „Zerteile sie!“ - „Ich habe sie zerteilt, Ehrwürdiger.‘ - „Was siehst du darin?“ - „Diese ganz winzigen Körner, Ehrwürdiger.“ „Zerteile eines von ihnen, mein Guter!“ - „ich habe es zerteilt, Ehrwürdiger.‘ - „Was siehst du darin?“ - „Gar nichts, Ehrwürdiger.‘
2 Da sprach er zu ihm: „Diese Winzigkeit, die du nicht wahrnimmst, mein Lieber - wahrlich dieser Winzigkeit entstammend steht dieser Feigenbaum so groß da.‘
3 a „Glaube, mein Lieber: Was diese Winzigkeit ist, das ist das Selbst dieses Universums. Das ist die Wahrheit. Das ist das [individuelle] Selbst. Das bist du, gvetaketu.‘
3 b „Der Ehrwürdige möge es mich noch besser begreifen lassen.‘ ,So sei es, mein Lieber‘, sprach er. 6.13.1 Lege dieses Salz in Wasser. Dann setz dich morgen früh zu meinen Füßen [zur Belehrung].“ Das tat er so. Da sprach er zu ihm: „Das Salz, das du gestern abend ins Wasser gelegt hast, mein Guter, das bring her!‘ Da fühlte er danach und fand es nicht. Wie versteckt, so [war es].
2 „Mein Guter, schlürfe vom Rand dieses Wassers! Wie ist es?“ - „Salzig.“ - Schlürfe von der Mitte! Wie ist es?“ „Salzig.“ - „Schlürfe vom anderen Rand! Wie ist es?“ ,Salzig.“ - „iß etwas darauf. Dann setz dich wieder zu meinen Füßen!“ Das tat er so mit den Worten: „Dieses Salzige kommt immer wieder.“ Da sprach er zu ihm: „Wahrlich, was tatsächlich in diesem Wasser ist (,das in diesem Wasser seiende‘), mein Lieber, kannst du nicht greifen: tatsächlich ist es doch darin.“
3 Was diese Winzigkeit ist, das ist das Selbst dieses Universums. Das ist die Wahrheit. Das ist das [individuelle] Selbst. Das bist du, Svetaketu!‘ . . .

Wiedergeburt und Erloesung

ChU 5.4.1-5.10.8
Die Rückkehr des Menschen zum Feuer bei der Bestattung 5.4.
1 Da verkündete er ihm: „Wahrlich, Gautama, ein Feuer ist jene Welt. Ihr Brennholz ist die Sonne; ihr Rauch ihre (der Sonne) Strahlen; ihre Flamme der Tag; ihre Kohlen der Mond; ihre Funken die Gestirne.
2 In dieses Feuer gießen die Himmlischen die Gläubigkeit (die Frömmigkeit) als Opfergabe. Aus dieser Gußspende entsteht der König Soma (der als göttliche Person vorgestellte heilige Preßtrank). 5.5.
1 „Wahrlich, Gautama, ein Feuer ist der Gewitterregen. Sein Brennholz ist der Wind; sein Rauch das Gewölk; seine Flamme der [Flächen-]Blitz; seine Kohlen der [fallende] Blitz; seine Funken der Hagel.
2 „In dieses Feuer gießen die Himmlischen den König Soma (den heiligen Preßtrank) als, Opfergabe. Aus dieser Gußspende entsteht der Monsunregen. 5.6.
1 „Wahrlich, Gautama, ein Feuer ist die Erde (die irdische Welt). Ihr Brennholz ist das Jahr; ihr Rauch der Raum [zwischen Himmel und Erde]; ihre Flamme die Nacht; ihre Kohlen die Himmelsrichtungen; ihre Funken die Zwischenhimmelsrichtungen.
2 „In dieses Feuer gießen die Himmlischen den Monsunregen als Opfergabe. Aus dieser Gußspende entsteht die Nahrung. 5.7.
1 Wahrlich, Gautama, ein Feuer ist der Mann. Sein Brennholz ist die Sprache, sein Rauch der Atem, seine Flamme die Zunge, seine Kohlen das Auge, seine Funken das Gehör.
2 In dieses Feuer gießen die Himmlischen die Nahrung als Opfergabe. Aus dieser Gußspende entsteht der Same. 5.8.
1 Wahrlich, Gautama, ein Feuer ist die Frau. Ihr Brennholz ist der Schoß; ihr Rauch, was sie einladend spricht; ihre Flamme die Vulva; ihre Kohlen, was er (der Mann beim Beischlaf) hineintut; ihre Funken die Lustgefühle.
2 „In dieses Feuer gießen die Himmlischen den Samen als Opfergabe. Aus dieser Gußspende entsteht der Embryo. 5.9.
1 „... Nachdem dieser Embryo, von der Eihaut umhüllt, zehn Monate innen gelegen hat - oder wie lange immer -, wird er geboren.
2 Nachdem er geboren ist, lebt er, so lange seine Lebenszeit dauert. Dann, wenn er gestorben, von hier (aus dieser Welt) fortgewiesen ist, bringt man ihn (bei der Leichenbestattung) zum Feuer, aus dem er gekommen ist, aus dem er (der Mensch) zu entstehen pflegt.‘ Die Verwandlung des bestatteten Toten ChU 5.10.1-6
1 Die nun so wissen und die hier (im diesseitigen Leben) in der Wildnis lebend, im Gedanken: Askese ist Frömmigkeit‘, sie (die Askese) verehren, die verwandeln sich (wenn sie nach dem Tod zum Feuer gebracht werden) zur Flamme (des Einäscherungsfeuers), von der Flamme zum Tag, vom Tag zur Monatshälfte des zunehmenden Mondes, von der Monatshälfte des zunehmenden Mondes zu den sechs Monaten, während derer die Sonne nach Norden geht,
2 von den Monaten zum Jahr, vom Jahr zur Sonne, von der Sonne zum Mond, vom Mond zum Blitz. Da erscheint ein nicht-menschlicher Mann, dieser bringt ihn (den Blitz, zu dem der Tote geworden ist) zum brahman. Das ist, was der ,Pfad der Himmlischen‘ genannt wird.
3 Aber die, die hier in der Niederlassung lebend, im Gedanken: Opfer und Mildtätigkeit sind Frömmigkeit‘, sie (Opfer und Mildtätigkeit) verehren, die verwandeln sich (wenn sie nach dem Tod zum Feuer gebracht werden) zum Rauch (des Einäscherungsfeuers), vom Rauch zur Nacht, von der Nacht zur zweiten (dunklen) Monatshälfte, von der zweiten Monatshälfte zu den sechs Monaten, während derer die Sonne nach Süden geht. Nicht erreichen diese das Jahr.
4 Von den Monaten erreichen sie die Welt der Manen (die Schattenwelt der Verstorbenen), von der Welt der Manen den Raum (zwischen Himmel und Erde), vom Raum den Mond. Dieser (der Mond) ist der König Soma. Dieser (der König Soma) ist die Nahrung der Himmlischen, und so verzehren ihn (den Mond) die Himmlischen.
5 Dann, nachdem sie, solange ein Rest vorhanden (d. h. bis zum Neumond), in ihm‘(dem Mond) gewohnt haben, kehren sie darauf denselben Weg, wie sie gekommen sind, zurück zum Raum; vom Raum zum Wind. Nachdem sie zum Wind geworden sind, wird er (der Wind) zum Rauch. Nachdem er zum Rauch geworden ist, wird er (der Rauch) zum Gewölk.
6 a Nachdem er zum Gewölk geworden ist, beginnt es (das Gewölk) zu regnen. Dann ‚ werden sie hier (in der irdischen Welt) unter dem Namen Reis und Gerste‘, Pflanzen und Bäume‘, Sesam und Bohnen‘ geboren. Aus diesem [Kreislauf] ist ja sehr schwer herauszugelangen‘.
6 b Dann, wenn immer einer sie (die genannten Pflanzen) als Nahrung ißt und dann Samen (zu dem die Nahrung geworden ist:

ChU 5.7.2“S. 55)
vergießt, dann entsteht er (der zu den Pflanzen gewordene Sterbliche) wieder [als lebendes Wesen]

(ChU 5.8.2,9.1, S. 55).
Die Art der Wiedergeburt als moralische Vergeltung ChU 5.10.7-8 7 Die nun hier (in der irdischen Welt) von erfreulichem Wandel sind - es besteht die Zuversicht, daß sie [nachdem sie Same geworden sind] in einen erfreulichen Mutterschoß geraten: den Schoß (d. h. die Frau) eines Brahmanen (brähmana), oder den Schoß (d. h. die Frau) eines Fürsten (ksatriya), oder den Schoß eines Hausherrn (vaisya, d. i. Bauern oder Kaufmanns). Aber die hier von übelstinkendem Wandel sind - es besteht die Zuversicht, daß sie in einen übelstinkenden Mutterschoß geraten: den Schoß (d. h. das Weibchen) eines Hundes, oder den Schoß (d. h. das Weibchen) eines Ebers, oder den Schoß (d. h. das Weib) eines Unberührbaren (eines,Candäla‘). 8 ... Davor sollte man sich zu schützen suchen ... Wiedergeburt auf Erden, Aufenthalt in der himmlischen Welt und endgültige Erlösung Kaus U 1.2,4 1.2 Da sprach er: Alle, die je aus dieser Welt abscheiden, gehen zum Mond. Durch ihre Hauche (d. h. Seelen‘) schwillt er (wie eine Schwangere) in der ersten Monatshälfte an. In der zweiten läßt er sie (wie am Ende der Schwangerschaft) geboren werden. Der Mond - das ist das Tor der himmlischen Welt. Wer ihm antwortet, den läßt er an sich vorbei. Aber wer ihm nicht antwortet, den regnet er, indem er sich in Regen verwandelt, auf die Erde herab. Darauf wird er hier als Wurm oder Schmetterling oder Vogel oder Tiger oder Löwe oder Fisch oder Nashorn oder Mensch oder ein anderes Lebewesen in den entsprechenden Stätten [des Lebens] ( Körpern) wiedergeboren, je nach seinem Handeln je nach seinem Wissen. „Wenn er angekommen ist, fragt ihn der Mond: Wer bist du?‘ Darauf soll er antworten.- . . . Ich bin Wer, du bist Wer: ich bin du.‘ Darauf läßt er ihn an sich vorbei.‘
1.4 „Darauf kommt er zu dem See Ära. Darauf überschreitet er ihn mit Hilfe seines Denkens (oder: durch seine Seele‘ = als Seele‘?). „Darauf freuen sich‘, nachdem sie auf ihn getroffen sind, die ihn Erkennenden (d. h. seine verstorbenen Vorfahren und Verwandten, die jenseits des Sees Ära in der himmlischen Welt wohnen). „Darauf kommt er zu den Zerstörern des Opferverdienstes, den Augenblicken. Darauf laufen sie vor ihm davon.‘ „Darauf kommt er zu dem Fluß Alterlos‘. Darauf überschreitet er ihn ebenfalls mit Hilfe seines Denkens (oder: ,als Seele‘?). „Damit schüttelt er seine guten Werke und seine bösen Werke ab. „Darauf erben seine ihm lieben Verwandten seine guten Werke, seine ihm unlieben seine bösen. „Wie wenn einer, der mit dem Streitwagen fährt, auf die beiden Wagenräder herabblickte, so blickt er auf Tag und Nacht herab.‘ „Darauf kommen ihm fünfhundert himmlische Tänzerinnen entgegen. Hundert haben Kränze in der Hand, hundert haben Salböl in der Hand, hundert haben wohlriechende Pulver in der Hand, hundert haben Gewänder in der Hand, hundert haben Früchte in der Hand. „Darauf schmücken sie ihn mit brahman-Schmuck. „Darauf geht er, mit brahman-Schmuck geschmückt, das brahman kennend in das brahman ein.“

 

 

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