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Die Upanishaden (Vedantas)

Makrokosmische Deutung der Silbe om

ChU 1.3.1-2
Der udgitha, d. h. die heilige Silbe om, ist die Sonne.
1 a Nun in Beziehung auf die kosmischen Elemente. Der dort glüht (d. h. die Sonne männlich im Indischen), als den soll man den udgithä verehren. Indem er (d. h. die Sonne) aufgeht, singt er den Kreaturen den udgitha: indem er aufgeht, schlägt er Finsternis und Gefahr fort.
1 b Einer, der Gefahr und Finsternis fortschlagen kann, wird der, der so weiß.
2 a Auch ist dieser (d. h. der Mundhauch) und jener (d. h. die Sonne) ein und derselbe: dieser ist heiß, jener ist heiß; von diesem spricht man als Ton‘ (svara), von jenem spricht man als Ton‘ pratyäsvara).
2 b Wahrlich, deshalb soll man den udgitha sowohl als diesen (als Mundhauch) wie als jenen (als Sonne) verehren. Die Kraft der Silbe om chu 1.1.8-9
8 Wahrlich, dieses om ist die Silbe der Zustimrnung. Denn wenn man zu irgend etwas seine Zustimmung gibt, dann sagt man - ,om. Und Zustimmung, das ist Zusammentreffen. Wahrlich, einer, der Wünsche eintreffen lassen kann,-wird der, der dies so wissend den udgitha als die Silbe om verehrt
9 a Durch dieses om rollt dieses dreifache Wissen ab:
9b mit om fordert er zur Rezitation auf; mit om beginnt er die Rezitation; mit om singt er den udgitha - um eben diese heilige Silbe zu ehren ob ihrer Größe, ob ihrer Kraft. Das All ist die heilige Silbe om
ChU 2.23.3-4 3
Praläpati (der Herr der Zeugung‘, der Schöpfergott) erhitzte diese Welten. Da, als sie erhitzt waren, floß aus ihnen hervor das dreifache Wissen. Da erhitzte er es. Da, als es erhitzt war, flossen aus ihm hervor jene heiligen Silben: bhüs, bhuvar, svar.
4 Da erhitzte (bebrütete) er sie. Da, als sie erhitzt waren, floß aus ihnen hervor das om.
Wie alle Blätter [eines geschriebenen Buches] von dem Pflock [der die übereinander-,geschichteten Palmblätter zusammenhält] durchbohrt sind, so ist die gesamte Sprache durchbohrt vom om [das sie also als Einheit zusammenhält]. Dieses All ist das om.

Das Geheimnis des Brahman

ChU 3.11.3-6
3 Wahrlich, nicht geht dem die Sonne auf, nicht geht sie ihm unter, einmal wird ihm Tag, der diese Verehrung des brahman so weiß. (VERSCHICKEN)
4 Dieses brahman kündete der Gott Brahman dem Prajäpati, Prajäpati dem Manu, Manu seinen Nachkommen. Dann verkündete dies brahman sein Vater dem Uddälaka Äruni, seinem ältesten Sohn.
5 Wahrlich, dieses brahman soll er deshalb als Vater seinem ältesten Sohn verkünden oder einem vorzüglichen Schüler, der in seinem Haus wohnt; nicht irgendeinem anderen, wer es auch sei.
6 Wenn er diesem auch diese von Wasser umschlungene, mit Reichtum gefüllte Erde gäbe jenes (die Verkündigung des brahman) ist mehr als dies.
BAU 3.6
Darauf befragte ihn die Gärgi Väcaknavi (Name einer gelehrten Disputantin): „Yäjnavalkya‘, sprach sie, „was man dieses All nennt, das ist in das Wasser eingewoben.‘
In was ist denn nun das Wasser eingewoben?‘ „In den Wind, Gärgi.‘
„In was ist denn nun der Wind eingewoben?“ „In den Raum, Gärgi.“
,In was ist denn nun der Raum eingewoben?‘ ,In die Zwischenreiche, Gärgi.
„In was sind denn nun die Zwischenreiche eingewoben?‘ In die Welten des Himmels, Gärgi.“
„In was sind denn nun die Welten des Himmels eingewoben?‘ „in die Welten der Sonne, Gärgi.“
.In was sind denn nun die Welten der Sonne eingewoben?‘ In die Welten des Mondes, Gärgi.“
,In was sind denn nun die Welten des Mondes eingewoben?‘ .In die Welten der Gestirne, Gärgi.‘
„In was sind denn nun die Welten der Gestirne eingewoben?‘ „In die Welten der Himmlischen, Gärgi.“
,In was sind denn nun die Welten der Himmlischen eingewoben?‘ In die Welten der Gandharven, Gärgi.
In was sind denn nun die Welten der Gandharven eingewoben?‘ „In die Welten des Prajäpati, Gärgi.“
„In was sind denn nun die Welten des Prajäpati eingewoben?‘ „In die Welten des brahman, Gärgi.‘
„In was sind denn nun die Welten des brahman eingewoben?‘
Da sprach er: „Gärgi! überfrage nicht! Daß dir nicht der Kopf zerspringe!

Wahrlich, über die kosmischen Elemente (die Gottheiten‘) hinaus darf man nicht fragen. Du überfragst (,fragst über sie hinaus‘), Gärgi. überfrage nicht!“ Daraufhin verstummte Gärgi Väcaknavi.
Das brahman ist die Wahrheit

Chu 8.3.4
Der Name dieses brahman ist Wahrheit‘.
BÄU 5.5
Wahrlich, die (die Wahrheit) ist das (das brahman). Das war die, nämlich die Wahrheit‘. Der, der dies große Wunder, das erstgeborene, (d. h. das brahman) so kennt: das brahman ist die Wahrheit‘, der ersiegt diese irdischen und himmlischen Welten. Wird etwa der besiegt werden, der dieses große Wunder, das erstgeborene, so kennt: Das brahman ist die Wahrheit‘? Denn das brahman ist die Wahrheit.

Aus einem Gespräch des Weisen Yäjnavalkya mit dem König janaka
BAU 4.1.9-10 9 . .. „
Der Aufenthaltsort des brahman ist das Auge; sein Ausgangsort ist der Raum. Man soll es (das brahman) als Wahrheit‘ mystisch verehren.‘ „Was ist das Wesen der Wahrheit, Yäjnavalkya?“ „Das Auge, Großkönig‘, sprach er. Zu einem, der wirklich mit den Auge wahrnimmt, Großkönig, sagt man: Hast du es gesehen?‘ Darauf sagt er: Ich habe es gesehen. Damit entsteht Wahrheit (= dadurch daß er es mit dem Auge gesehen hat, wird seine Behauptung zur Wahrheit). „Wahrlich Großkönig, das höchste brahman ist das Auge. „Nicht verläßt ihn das Auge; alle Wesen bewachen ihn; 10 er wird ein Himmlischer und geht unter Himmlische ein, wer so wissend dieses (das brahman) als Auge verehrt.“ Das brahman ist das Universum (Makrokosmos und Mikro- kosmos) und, das Universum ist das brahman
ChU 3.19
Das brahman ist die Sonne‘ lautet die Stellvertretung.
Dazu die weitere Erklärung: Im Anfang war dieses [Universum] nicht-seiend: das Seiende war nicht-seiend. Da kam das Seiende zur Entstehung. Da bildete es sich zu einem Ei. Da lag es ein Jahr lang da. Da spaltete es sich. Da entstanden daraus zwei halbe Eischalen, eine silberne und eine goldene. Die silberne Eischale das ist die Erde; die goldene, das ist der Himmel; die äußere Eihaut bildete die Berge; die innere Eihaut bildete Gewölk und Nebel; die Adern bildeten die Flüsse; das Wasser der Ozean. Aber was da geboren wurde, (das Lebendige) das ist jene Sonne. Nachdem sie geboren .wurde, erhoben sich Rufe und Jauchzen, sämtliche Wesen und sämtliche Wünsche. Daher erheben sich gegen ihren täglichen Aufgang, gegen ihr tägliches Wiederkommen Rufe und jauchzen, sämtliche Wesen und sämtliche Wünsche. Wer diese Sonne so kennend die Sonne als brahman verehrt - es besteht die Zuversicht, daß gute Rufe zu ihm kommen und sich wiederholen.
ChU 3.18.1
Man verehre das brahman in der Erkenntnis -Das brahman ist das Denken. (VERSCHICKEN)
So in Beziehung auf das individuelle Selbst. Und nun in Beziehung auf die Himmlischkeiten: Man verehre das brahman in der Erkenntnis: Das brahman ist der Raum.‘ So findet beiderlei Stellvertretung statt, eine in Beziehung auf den Mikrokosmos und eine in Beziehung auf den Makrokosmos.
ChU 3.18.2-6 2
Dieses brahman hat vier Viertel. Ein Viertel ist die Sprache, ein Viertel der Odem, ein Viertel das Auge, ein Viertel das Gehör. So in Beziehung auf den Mikrokosmos (,das Selbst‘). Ein Viertel ist das Feuer, ein Viertel der Wind, ein Viertel die Sonne, ein Viertel die Himmelsrichtungen ( der Raum). So findet beiderlei Stellvertretung statt, eine in Beziehung auf den Mikrokosmos und eine in Beziehung auf den Makrokosmos.
3 Ein Viertel des brahman ist die Sprache. Es scheint und glüht durch das Feuer als sein Licht ...
4 Ein Viertel des brahman ist der Atem. Es scheint und glüht durch den Wind als sein Licht.
5 Ein Viertel des brahman ist das Auge. Es scheint und glüht durch die Sonne als sein Licht.
6 Ein Viertel des brahman ist das Gehör. Es scheint und glüht durch die Himmelsrichtungen als sein Licht.
Es leuchtet und glüht durch Ruhm, Ehre und den Glanz des [Wissens vom] brahman, wer so (in der hier gelehrten Formulierung) das brahman kennt (,wer so weiß‘).

 

 

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