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Evangelium von Matthaeus (4/4)

Wider die Schriftgelehrten und Pharisaeer

12 Da redete Jesus zu dem Volk 4-7 und zu seinen Jüngern 2. und sprach: Auf des Mose Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. 3 Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet, aber nach ihren Werken sollt ihr nicht tun; sie sagen‘s wohl. und tun‘s nicht. 4 Sie binden schwere Bürden und legen sie den Menschen auf den Hals; aber sie selbst wollen sie nicht mit einem Finger anrühren. s Alle ihre Werke ab r tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Kleidern groß. 6 Sie sitzen gerne obenan bei Tisch und in den Synagogen 7 und haben‘s gerne, dass sie gegrüßt werden auf dem Markt und von den Menschen Rabbi genannt werden. s Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. 9 Und ihr sollt niemand euren Vater heißen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. io Und ihr sollt euch nicht lassen Lehrer nennen: denn einer ist euer Lehrer, Christus. i i Der Größte unter euch soll euer Diener sein. 12 Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht. 13 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließet vor den Menschen! Ihr gehet nicht hinein, und die hinein wollen, lasset ihr nicht hineingehen. I4 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer. die ihr der Witwen Häuser fresset und verrichtet zum Schein lange Gebete! Darum werdet ihr ein desto schwereres Urteil empfangen. i5 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchziehet, damit ihr einen Judengenossen gewinnet; und wenn er‘s geworden ist, machet ihr aus ihm ein Kind der Hölle, zwiefältig mehr, als ihr seid! 16 Weh euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wenn einer schwört bei dem Tempel. das gilt nicht; wenn aber einer schwört bei dem Gold am Tempel, das bindet. I7 Ihr Narren und Blinden! Was ist größer: das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt? 18 Oder: Wenn einer schwört bei dem Altar. das gilt nicht; wenn aber einer schwört bei dem Opfer, das darauf ist, das bindet. ig Ihr Blinden! Was ist größer: das Opfer oder der Altar, der das Opfer heiligt? 2o Darum, wer da schwört bei dem Altar. der schwört bei demselben und bei allem, was darauf ist. 2 I Und wer da schwört bei dem Tempel, der schwört bei demselben und bei dem, der darin wohnt. 22 Und wer da schwört bei dem Himmel, der schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt. 23 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet Mine, Dill und Kümmei und lasset dahinten das Wichtigste im Gesetz, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Dies sollte man tun und jenes nicht lassen. 24 Ihr blinden Führer, die ihr Mücken seihet und Kamele verschluckt! 25 Weh euch, Schrittgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln auswendig rein haltet, inwendig aber sind sie voll Raub und Gier! 26 Du blinder Pharisäer, reinige zum ersten, was inwendig im Becher ist, auf daß auch das Auswendige rein werde! 27 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler. die ihr seid gleichwie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! 28 SO auch ihr: von außen scheinet ihr vor den Menschen fromm, aber inwendig seid ihr voller Heuchelei und Übertretung. 29 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Propheten Grabmäler bauet und schmücket der Gerechten Gräber 30 und sprecht: Wären wir zu unsrer Väter Zeiten gewesen, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden an der Propheten Blut! 3i So gebt ihr über euch selbst Zeugnis, daß ihr Kinder seid derer, die die Propheten getötet haben. 3 2 Wohlan, erfüllet auch ihr das Maß eurer Väter! 33 Ihr Schlangen, ihr Otterngezüchte! Wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen? 34 Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte. und deren werdet ihr etliche töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Synagogen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern, 35 auf daß über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten Abel an bis auf das Blut des Zacharias, des Sohnes Barachjas, welchen ihr getötet habt zwischen Tempel und Altar. 36 Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen.

Klage ueber Jerusalem

37 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigste die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel,- und ihr habt nicht gewollt! 38 Siehe, «euer Haus soll euch wüste gelassen werden» (Jer 22,5; Ps 69,26). 39 Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Vom Kommen Christi

Und Jesus ging hinweg von 24 dem Tempel, und seine Jünger traten zu ihm, daß sie ihm zeigten des Tempels Gebäude. 2 Er aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde. 3 Und als er auf dem Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das geschehen? und welches wird das Zeichen sein deines Kommens und des Endes der Welt? 4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe. 5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und werden viele verfuhren. 6 Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; sehet zu und erschrecket nicht. Denn das muß so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. 7 Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere und ein Königreich wider das andere, und werden sein teure Zeit und Erdbeben hin und her. 8 Das alles aber ist der Anfang der Wehen. 9 Alsdann werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr werdet gehaßt werden um meines Namens willen von allen Völkern. io Dann werden viele der Anfechtung erliegen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. i i Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verfuhren. 12 Und weil der Unglaube wird überhandnehrnen, wird die Liebe in vielen erkalten. 13 Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. 14 Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen. i5 Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, von dem gesagt ist durch den Propheten Daniel (Dan 9.27; I 1,3I) - wer das liest, der merke auf! -, i 6 alsdann fliehe auf die Berge, wer im indischen Lande ist: 17 und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen; ig und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seinen Mantel zu holen. ig Weh aber den Schwangeren und Säugenden zu jener Zeit! 2o Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. 21 Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, wie sie nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und auch nicht wieder werden wird. 22 Und wenn diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt. 23 Wenn alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist der Christus! oder da!. so sollt ihr‘s nicht glauben‘ 24 Denn mancher falsche Christus und falsche Propheten werden aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, so daß, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführt würden. 25 Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. 26 Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste!, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer!, so glaubt es nicht. 27 Denn wie der Blitz ausgeht vom Aufgang und leuchtet bis zum Niedergang, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes. 28 wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier. 29 Bald aber nach der Trübsal jener Zeit werden Sonne und Mond den Schein verlieren, und die Sterne werden vorn Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 30 Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden kommen sehen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 3I Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserwählten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. 32 An dem Feigenbaum lernet ein Gleichnis: wenn sein Zweig jetzt treibt und die Blätter kommen, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. 33 So auch ihr: wenn ihr das alles sehet, so wisset. daß es nahe vor der Tür ist. 34 Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dieses alles geschehe. 35 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen 36 Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern allein der Vater. 37 Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes. 38 Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut - sie aßen, sie tranken, sie freiten und ließen sich freien bis an den Tag, da Noah in die Arche hineinging; 39 und sie achteten‘s nicht, bis die Sintflut kam und nahm sie alle dahin -, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes. 4o Dann werden zwei auf dem Felde sein, einer wird angenommen, und der andere wird verworfen werden. 41 Zwei werden mahlen auf der Mühle; eine wird angenommen, und die andere wird verworfen werden.

Vom Warten auf das Kommen Christi

42 Darum wachet; denn ihr wisset nicht, welchen Tag euer Herr kommen wird. 43 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüßte, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 44 Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr‘s nicht meinet. 45 Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr gesetzt hat über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit Speise gebe.? 46 Selig ist der Knecht, wenn sein Herr kommt und findet ihn solches tun. 47 Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Gitter setzen. 48 Wenn aber jener als ein böser Knecht in seinem Herzen sagt - Mein Herr kommt noch lange nicht, 49 und fängt an, zu schlagen seine Mitknechte, isset und trinket mit den Trunkenen: 50 so wird der Herr desselben Knechtes kommen an dem Tage, da er sich‘s nicht versieht, und zu der Stunde, da er‘s nicht meint, 5i und wird ihn in Stöcke hauen lassen und ihm seinen Lohn geben mit den Heuchlern; da wird sein Heulen und Zähneklappen.

Die klugen und toerichten Jungfrauen

Dann wird das Himmelreich 25 gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. 2 Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. 3 Die törichten nahmen ihre Lampen: aber sie nahmen nicht Öl mit sich. 4 Die klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. 5 Da nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. 6 Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen! 7 Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. 8 Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. 9 Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. io Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür ward verschlossen. i i Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! r2 Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13 Darum wachet! Denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird.

Die anvertrauten Zentner

14 Gleichwie ein Mensch, der über Land zog, rief seine Knechte und vertraute ihnen seine Habe an, i5 und einem gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, einem jeden nach seiner Tüchtigkeit, und zog hinweg. 16 Alsbald ging der hin, der die fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit denselben und gewann andere fünf. I7 Desgleichen, der die zwei Zentner empfangen hatte, gewann zwei andere. is Der aber den einen ernpfangen hatte, ging hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines Herrn Geld. ig Über eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte und hielt Rechenschaft mit ihnen. 2o Da trat herzu, der die fünf Zentner empfangen hatte, und legte andere fünf Zentner dazu und sprach: Herr. du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit andere fünf Zentner gewonnen. 2i Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, da frommer und getreuer Knecht. du bist !aber wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen: gehe ein zu deines Herrn Freude! 22 Da trat auch herzu, der die zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut, siehe da, ich habe mit denselben zwei andere gewonnen. 23 Sein Herr sprach zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht. du bist über wenigem getreu gewesen. ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude! 24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte. und sprach: Herr, ich wußte, daß du ein harter Mann bist. du schneidest. wo du nicht gesät hast, und sammelst. wo du nicht ausgestreut hast; 25 und ich fürchtete mich. ging hin und verbarg deinen Zentner in die Erde Siehe, da hast du das Deine. 26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wußtest du, daß ich schneide. wo ich nicht gesät habe, und sammle. wo ich nicht ausgestreut habe, 27 SO solltest du mein Geld zu den Wechslern getan haben. und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine zu mir genommen mit Zinsen. 28 Darum nehmet von ihm den Zentner und sehet ihn dem, der die zehn Zentner hat. 29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden. und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. 30 Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähneklappen.

Vom Weltgericht

3I Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32 und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleichwie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten.- Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 3s Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt. 36 Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist? oder durstig und haben dich getränkt? 38 Wann haben wir dich als einen Fremdling gesehen und beherbergt? oder nackt und haben dich bekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich. ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern. das habt ihr mir getan. 4i Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken. Gebet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 42 Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt. 43 Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. 44 Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder als einen Fremdling oder nackt oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedient? 45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 46 Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Letzte Leidensankuendigung

Und es begab sich, da Jesus 2 alle diese Reden vollendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: 2 Ihr wisset, daß nach zwei Tagen Ostern* wird: und des Menschen Sohn wird überantwortet werden. daß er gekreuzigt werde. 3 Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im Palast des Hohenpriesters, der da hieß Kaiphas, 4 und hielten Rat, wie sie Jesus mit List griffen und töteten. 5 Sie sprachen aber: Ja nicht am Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk!

Salbung in Bethanien

6 Da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Simons, des Aussätzigen, 7 trat zu ihm eine Frau, die hatte ein Glas mit köstlichem Wasser und goß es auf sein Haupt, als er zu Tische saß. 8 Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese Vergeudung? 9 Dieses Wasser hätte können teuer verkauft und den Armen gegeben werden. io Da das Jesus merkte. sprach er zu ihnen: Was bekümmert ihr die Frau? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. ii Arme habt ihr allezeit bei euch. mich aber habt ihr nicht allezeit. i2 Daß sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, hat sie getan, daß sie mich fürs Grab bereite. 13 Wahrlich. ich sage euch: Wo dieses Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Verrat des Judas

14 Da ging hin der Zwölfe einer, mit Namen Judas Ischarioth, zu den Hohenpriestern is und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. i6 Und von da an suchte er Gelegnheit, daß er ihn verriete.

Das heilige Abendmahl

17 Aber am ersten Tage der ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir bereiten, das Osterlamrn zu essen? i8 Er sprach: Gebet hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir Ostern halten mit meinen Jüngern. ig Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. und bereiteten das OsterIamm. 20 Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. 21 Und da sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. 22 Und sie wurden sehr betrübt und hoben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm: Herr, bin ich‘s? 23 Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat. der wird mich verraten. 24 Des Menschen Sohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre ihm besser, daß derselbe Mensch nie geboren wäre. 2s Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich‘s, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. 25 Da sie aber aßen. nahm Jesus das Brot, dankte und brach‘s und gab‘s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib. 27 Und er nahm ,den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach.- Trinket alle daraus, 28 das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. 29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich‘s neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. 3o Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten gingen sie hinaus an den Ölberg.

Ankuendigung der Verleugnung des Petrus

31 Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr alle Ärgernis nehmen an mir. Denn es steht geschrieben (Sach 13,7): «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.» 32 Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. 33 Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle Ärgernis nähmen an dir, so will ich‘s doch nimmermehr tun. 34 Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 3s Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müßte, so will ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger.

Jesus in Gethsemane

36 Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, und sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier. bis daß ich dorthin gehe und bete. 37 Und er nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zehedäus und fing an zu trauern und zu zauen. 38 Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod. bleibet hier und wachet mit mir! 39 Und er ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist‘s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie Ich will, sondern wie du WillST! 40 Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus. Könnet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen? 41 Wachet und betet. daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. 42 Zum andern Mal ging er wieder hin. betete und sprach: Mein Vater, ist‘s nicht möglich, daß dieser Kelch an mir vorübergehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille! 43 Und er kam und fand sie abermals schlafend. und ihre Augen waren voll Schlafs. 44 Und er ließ sie und ging abermals hin und betete zum dritten Mal und redete dieselben Worte. 4s Da kam er zu seinen Jüngrn und sprach zu ihnen: Ach. wollt ihr nun schlafen und ruhen? Siehe. die Stunde ist da, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. 46 Stehet auf. laßt uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrät.

Jesu Gefangennahme

47 Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwölfe einer, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und mit Stangen von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes. 48 Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist‘s; den greifet. 49 Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi! und küßte ihn. so Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesus und griffen ihn. .5i Und siehe, einer von denen, die mit Jesus waren, reckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach des Hohen Priesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab. 52 Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. .53 Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte alsbald mehr als zwölf Legionen Engel? 54 Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, daß es muß also geschehen? 5,5 Zu der Stunde sprach Jesus zu den Scharen: Ihr seid ausgegangen wie zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. Habe ich doch täglich im Tempel gesessen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht gegriffen. 56 Aber das ist alles geschehen. damit erfüllt würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.

Vor dem Hohen Rat

57 Die aber Jesus gegriffen hatten. führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas. wo die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt hatten. 58 Petrus aber folgte ihm nach von ferne bis in den Palast des Hohen-Priesters und ging hinein und setzte sich zu den Knechten, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. -59 Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesus, auf daß sie ihn töteten. 6o Und wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch keins. Zuletzt traten zwei herzu 6i und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen aufbauen. 62 Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm, Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? 63 Aber Jesus schwieg stille. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist der Christus, der Sohn Gottes. 64 Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Auch sage ich euch: Von nun an wird‘s geschehen. daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. 6,4 Da zerriß der Hohe Priester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir weiter Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. 66 Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 67 Da spien sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht 68 und sprachen: weis. sage uns, Christe, wer ist‘s, der dich schlug?

Verleugnung des Petrus

69 Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat zu ihm eine Magd und sprach. Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa. 7o Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. 7i Als er aber zur Tür hinausging. sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit Jesus von Nazareth. 72 Und er leugnete abermals und schwur dazu: Ich kenne den Menschen nicht. 73 Und über eine kleine Weile traten hinzu. die da standen, und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen. denn deine Sprache verrät dich. 74 Da hob er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn. 75 Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen, und ging hinaus und weinte bitterlich.

Vor Pilatus

Ende des Verräters Des Morgens aber hielten alle 27 Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Rat über Jesus. daß sie ihn töteten. 2 und banden ihn, führten ihn hin und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus. 3 Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereute es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten 4 und sprach: Ich habe übel getan. daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was geht uns das an? Da siehe du zu! s Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon. ging hin und erhängte sich selbst. 6 Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen: denn es ist Blutgeld. 7 Sie hielten aber einen Rat und kauften den Töpfersacker dafür zum Begräbnis der Pilger. 8 Daher ist dieser Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. 9 Da ward erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, da er spricht (Sach 11.I2.13): «Sie haben genommen die dreißig Silberlinge, den Preis, zu dem geschätzt war der Verkaufte, welchen Sie kauften von den Kindern Israel. io und haben sie gegeben für den Töpfersacker, wie mir der Herr befohlen hat.» i i Jesus aber stand vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus aber Sprach: Du sagst es. i2 Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Ältesten, antwortete er nichts. 13 Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht. wie hart sie dich verklagen? 14 Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort, so daß sich der Landpfleger sehr verwunderte.

Verurteilung und Verspottung

15 Auf das Fest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten. i6 Sie hatten aber zu der Zeit einen besonderen Gefangenen. der hieß Barabbas. 17 Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe, Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? iS Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten. ig Und da er auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum seinetwegen. :p Aber die Hohenpriester und die Altesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und Jesus umbrächten. 2i Da hob der Landpfleger an und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbas! 22 Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn kreuzigen! 23 Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Übles getan? Sie schrien aber noch mehr und sprachen: Laß ihn kreuzigen! 24 Da aber Pilatus sah, daß er nichts ausrichtete, sondern Vielmehr ein Getümmel entstand, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut; sehet ihr zu! 2s Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! 26 Da gab er ihnen Barabbas los, aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuzigt würde. 27 Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesus mit sich in das Richthaus und holten die ganze Schar zu ihm her 28 und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an 29 und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm und verspotteten ihn und sprachen., Gegrüßet seist du, der Juden König 30 und spien ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt.

Kreuzigung und Tod

31 Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. 32 Und wie sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene mit Namen Simon -. den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trug. 33 Und da sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha. das ist verdeutscht: Schädelstätte. 34 gaben sie ihm Wein zu trinken mit Galle vermischt. und da er‘s schmeckte, wollte er nicht trinken. 3s Da sie ihn aber gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darum, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten (PS 22,19): «Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über meinen Rock das Los geworfen.» 36 Und sie saßen allda und bewachten ihn. 37 Und oben zu seinen Häupten setzten sie die Ursache seines Todes, und war geschrieben: Dies ist Jesus, der Juden König. 38 Und da wurden zwei Mörder mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. 39 Die aber vorübergingen. lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe 40 und sprachen: Der du den Tempel zerbrichst und baust ihn in drei Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz! 4i Desgleichen spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: 42 Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz. Dann wollen wir an ihn glauben. 43 Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. 44 Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren. 45 Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen ? 47 Etliche aber die. da standen, da sie das hörten, sprachen sie: Der ruft den Elia. 48 Und alsbald lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn. 49 Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elia komme und ihm helfe! so Aber Jesus schrie abermals laut und verschied. 5i Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von obenan bis untenaus. 52 Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, 53 und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. .54 Aber der Hauptrnann und die bei ihm waren und Jesus bewachten, da sie sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: ;wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! 5.5 Und es waren viele Frauen da, die von ferne zusahen, die da Jesus waren nachgefolgt aus GaIiläa und hatten ihm gedient; 56 unter welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Joseph, und die Mutter der Kinder des Zebedäus.

Jesu Grablegung

57 Am Abend aber kam ein reicher Mann von Arimathia, der hieß Joseph, welcher auch ein Jünger Jesu war. 58 Der ging zu Pilatus und bat ihn um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm ihn geben. 59 Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in eine reine Leinwand 6o und legte ihn in sein eigenes neues Grab, welches er in einen Fels hatte .%3 hauen lassen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon. 6i Es war aber allda Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich dem Grab gegenüber.

Bewachung des Grabes

62 Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüsttag, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilatus 63 und sprachen: Herr, wir haben bedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte, Ich will nach drei Tagen auferstehen. 64 Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger als der erste. 65 Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahrst es, so gut ihr könnt. 66 Sie gingen hin und verwahrten das Grab mit den Hütern und versiegelten den Stein.

Die Auferstehung

Als aber der Sabbat um war 28 und der erste Tag der Woche anbrach, kam Maria Magdalena und die andere Maria, das Grab zu besehen. 2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein ab und setzte sich darauf. 3 Und seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie Schnee. 4 Die Hüter aber erschraken vor Furcht und wurden, als wären sie tot. 5 Aber der Engel hob an und sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht 1 Ich weiß. daß ihr Jesus, den Gekreuzigten. suchet. 6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und sehet die Stätte, da er gelegen hat; 7 und gehet eilend hin und sagt es seinen Jüngrn, daß er auferstanden sei von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa. da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. 8 Und sie gingen eilend vom Grabe mit Furcht und großer Freude und liefen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten. 9 Und siehe. da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt ! Und sie traten zu ihm und umfaßten seine Füße und fielen vor ihm nieder. io Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Gebet hin und verkündigt es meinen Brüdern, daß sie gehen nach Galiläa; daselbst werden sie mich sehen. 11 Da sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von den Hütern in die Stadt und verkündeten den Hohen Priestern alles, was geschehen war. i2 Und sie kamen zusammen mit den Ältesten und hielten einen Rat und gaben den Kriegsknechten Geld genug 13 und sprachen: Saget, seine Jünger kamen des Nachts und stahlen ihn, während wir schliefen. 14 Und wenn es würde herauskommen bei dem Landpfleger. wollen wir ihn beschwichtigen und sorgen. daß ihr sicher seid. i5 Und sie nahmen das Geld und taten, wie sie gewiesen waren. Und so ist dies zum Gerede geworden bei den Juden bis auf den heutigen Tag.

Der Missionsbefehl

16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17 Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. i8 Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. i 9 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes 2o und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.


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