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Evangelium von Matthaeus (3/4)

Menschensatzungen und Gottes Gebot

Da kamen zu Jesus Pharisäer 15 und Schriftgelehrte von Jerusalem und sprachen. 2 Warum übertreten deine Jünger die Satzungen der Ältesten? Sie unterlassen die Waschung der Hände vor dem Es, sen. 3 Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Satzungen willen? 4 Gott hat geboten «Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.» s Aber ihr lehret: Wer zu Vater oder Mutter spricht. Ich opfere Gott, was dir sollte von mir zukommen, 6 der braucht seinen Vater oder seine Mutter nicht zu ehren; und so habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Satzungen willen. 7 Ihr Heuchler. gar fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen (JeS 29,13). 8 «Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir. 9 vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.» io Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihm: Höret zu und fasset es! ii Was zum Munde eingeht, das macht den Menschen nicht unrein, sondern was zum Munde ausgeht, das macht den Menschen unrein. I2 Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Weißt du auch, daß die Pharisäer an dem Worte Ärgernis nahmen, als sie es hörten? i 3 Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, die werden ausgerissen. 14 Lasset sie, sie sind blinde Blindenleiter! Wenn aber ein Blinder den andern leitet, so fallen sie beide in die Grube. i5 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Deute uns dies Gleichnis. i6 Und Jesus sprach zu ihnen : Seid denn auch ihr noch immer unverständig? 17 Merket ihr noch nicht, daß alles, was zum Munde eingeht, das geht in den Bauch und wird durch den natürlichen Gang ausgeworfen? i8 Was aber zum Munde heraus kommt. das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. 19 Denn aus dem Herzen kommen arge Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Dieberei, falsch Zeugnis. Lästerung. 2o Das sind die Stücke. die den Menschen unrein machen. Aber ohne Waschung der Hände essen macht den Menschen nicht unrein.

Das kanaandische Weib.
Heilungen

21 Und Jesus ging fort von dannen und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon. 22 Und siehe, ein kanaanäisches Weib kam aus jener Gegend und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. 23 Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreit uns nach. 24 Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. 2s Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! 26 Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. 2-7 Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hunde von den Brosamen, die von ihrer Herren Tisch fallen. 28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: 0 Weib, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter ward gesund zu derselben Stunde. 29 Und Jesus ging von dannen weiter und kam an das Galiläische Meer und ging auf einen Berg und setzte sich allda. 30 Und es kam zu ihm viel Volks, die hatten mit sich Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere und legten sie Jesus vor die Füße, und er heilte Sie. 31 SO daß sich das Volk verwundene. da sie sahen, daß die Stummen redeten. die Krüppel gesund waren, die Lahmen gingen, die Blinden sahen, und sie Priesen den Gott Israels.

Speisung der Viertausend

32 Und Jesus rief seine Jünger zu sich und sprach: Es jammert mich des Volks. denn sie sind nun schon drei Tage lang bei mir und haben nichts zu essen; und ich will sie nicht ohne Speise von mir lassen, auf daß sie nicht verschmachten auf dem Wege. 33 Da sprachen zu ihm seine Jünger: Woher sollen wir so viel Brot nehmen in der Wüste, daß wir so viel Volks sättigen? 34 Und Jesus sprach zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben und wenig Fischlein. 3s Und er hieß das Volk sich lagern auf die Erde 36 und nahm die sieben Brote und die Fische. dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, und die Jünger gaben sie dem Volk. 37 Und sie, aßen alle und wurden satt; und hoben auf, was übrigblieb von Brocken, sieben Körbe Voll. 38 Und die da gegessen hatten, waren viertausend Mann, ohne die Frauen und Kinder. 39 Und da er das Volk hatte von sich gelassen, trat er in ein Schiff und kam in das Gebiet von Magadan.

Zeichenforderung der Pharisaeer

Da traten die Pharisäer und Sadduzäer zu ihm; die versuchten ihn und forderten, daß er sie ein Zeichen vom Himmel sehen ließe. 2 Aber er antwortete und sprach: Des Abends sprecht ihr: Es wird ein schöner Tag werden, denn der Himmel ist rot. 3 Und des Morgens So sprecht ihr: Es wird heute Ungewitter sein, denn der Himmel ist rot und trübe. über des Himmels Aussehen könnt ihr urteilen: könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?, 4 Dieses böse und abtrünnige Geschlecht sucht ein Zeichen; und soll ihm kein Zeichen gegeben werden denn das Zeichen des Jona. Und er ließ sie und ging davon.

Vom Sauerteig

der Pharisäer und Sadduzäer 5 Und als die Jünger ans andere Ufer gekommen waren, hatten sie vergessen, Brot mit sich zu nehmen. 6 Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! 7 Da dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das wird‘s sein, daß wir nicht haben Brot mit uns genommen. 8 Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, was bekümmert ihr euch doch, daß ihr nicht Brot habt? 9 Verstehet ihr noch nicht? Gedenket ihr nicht an die fünf Brote unter die fünftausend und wieviel Körbe ihr da aufhobt‘ io auch nicht an die sieben Brote unter die viertausend und wieviel Körbe ihr da aufhobt? ii Wie verstehet ihr denn nicht, daß ich nicht vom Brot zu euch rede? Hütet euch aber vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer! 12 Da verstanden sie, daß er nicht gesagt hatte, daß sie sich hüten sollten vor dem Sauerteig des Brots, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.

Das Bekenntnis des Petrus

13 Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? 14 Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere, du seiest Elia, wieder andere, du seiest Jeremia oder der Propheten einer. is Er sprach zu ihnen: Wer saget denn ihr, daß ich sei? z6 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! I7 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. is Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. ig Ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben, und alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los sein. 2o Da bedrohte er seine Jünger, daß sie niemand sagen sollten, daß er der Christus wäre.

Erste Leidensankuendigung

21 Seit der Zeit fing Jesus Christus an und zeigte seinen Jüngern, wie er müßte hin nach Jerusalem gehen und viel leiden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. 22 Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: Herr, das verhüte Gott! Das widerfahre dir nur nicht! 23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich, Satan, von mir! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. 24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. 2s Denn wer sein Leben erhalten will, der wird‘s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird‘s finden. 26 Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? 27 Denn es wird geschehen, daß des Menschen Sohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und alsdann wird er einem Beglichen vergelten nach seinen Werken. 28 Wahrlich, ich sage euch: Es stehen etliche hier. die nicht schmecken werden den Tod, bis daß sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich.

Verklärung Jesu

Und nach sechs Tagen nahm 17 Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und ging mit ihnen allein auf einen hohen Berg. 2 Und er ward verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. 4 Petrus aber hob an und sprach zu Jesus: Herr. hier ist für uns gut sein! Willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mose eine und Elia eine. s Da er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! 6 Da das die Jünger hörten. fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. 7 Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht! 8 Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. 9 Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. io Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Was sagen denn die Schriftgelehrten, zuvor müsse Elia kommen? ii Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Elia soll freilich kommen und alles zurechtbringen. 12 Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen, aber sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch des Menschen Sohn leiden müssen von ihnen. I3 Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.

Heilung des mondsuechtigen Knaben

14 Und da sie zu dem Volk kamen, trat zu ihm ein Mensch und fiel ihm zu Füßen is und sprach: Herr, erbarme dich über meinen Sohn! denn er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden; er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser; i6 und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, und sie konnten ihm nicht helfen. 17 Jesus aber antwortete und sprach: 0 du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch dulden? Bringt ihn mir her! i8 Und Jesus bedrohte ihn. und der böse Geist fuhr aus von ihm, und der Knabe ward gesund zu derselben Stunde. ig Da traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Warum kannten wir ihn nicht austreiben? 2o Er aber sprach zu ihnen: Um eures Kleinglaubens willen. Denn ich sage euch wahrlich: Wenn ihr Glauben. habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Hebe dich von hinnen dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein 2i Aber diese Art fährt nur aus durch Beton und Fasten.

Zweite Leidensankuendigung

22 Da sie aber versammelt waren in Galiläa, sprach Jesus zu ihnen. Es wird geschehen, daß des Menschen Sohn überantwortet wird in der Menschen Hände, 23 und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betrübt.

Tempelsteuer

24 Als sie nun nach Kapernaum kamen, gingen zu Petrus, die dort Tempelgroschen einnahmen, und sprachen: Pflegt euer Meister nicht den Tempelgroschen zu geben? 2s Er sprach: Ja. Und als er heimkam, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was meinst du, Simon? Von wem nehmen die Könige auf Erden Zoll oder Steuer-. von ihren Kindern oder von den Fremden? 26 Er sprach: Von den Fremden. Jesus sprach zu ihm: So sind die Kinder frei. 27 Auf daß wir ihnen aber nicht Ärgernis geben, so gehe hin an das Meer und wirf die Angel, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm; und wenn du sein Maul aufmachst, wirst du ein Zweigroschenstück finden, das nimm und gib‘s ihnen für mich und dich.

Von Kindersinn und Aergernis

Zu derselben Stunde traten 1 8 die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? 2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter Sie 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehret Und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 4 Wer nun sich selbst erniedrigt wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. s Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. 6 Wer aber Ärgernis gibt einem dieser Kleinen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist. 7 Weh der Welt der Ärgernisse halben! Es muß ja Ärgernis kommen; doch weh dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt 1 8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dir Ärgernis schafft, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder als ein Krüppel eingehest, als daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. 9 Und wenn dir dein Auge Ärgernis schafft, reiß es aus und wirf‘s von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, als daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. io Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch. Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. ii Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, was verloren ist.

Das verlorene Schaf

12 Was meint ihr? Wenn irgendein Mensch hundert Schafe hätte und eins unter ihnen sich verirrte: läßt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte? i3 Und wenn sich‘s begibt, daß er‘s findet, wahrlich, ich sage euch, er freut sich darüber mehr als über die neunundneunzig, die nicht verirrt sind. 14 Also ist‘s auch bei eurem Vater im Himmel nicht der Wille, daß eins von diesen Kleinen verloren werde.

Verhalten gegen suendige Brueder

Gemeinsames Beten 15 Sündigt aber dein Bruder, so gehe hin und halte es ihm vor zwischen dir und ihm allein. Hört er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. i6 Hört er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir. auf daß jegliche Sache stehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund. 17 Hört er die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er die Gemeinde nicht. so sei er dir wie ein Heide und Zöllner. i8 Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet. soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein. ig Weiter sage ich euch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden. worum sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. 2o Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Der Schalksknecht

21 Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist‘s genug siebenmal? 22 Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal. 23 Darum ist das Himmelreich gleich einem König, der mit seinen Knechten rechnen Wollte. 24 Und als er anfing zu rechnen, kam vor ihn einer, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. 2s Da er‘s nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. 26 Da fiel der Knecht nieder und warf sich auf sein Angesicht vor ihm und sprach: Habe Geduld mit mir; ich will dir‘s alles bezahlen. 27 Da jammerte den Herrn des Knechts, und er ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. 28 Da ging derselbe Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: Bezahle. was du mir schuldig bist! 29 Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir: ich will dir‘s bezahlen. 3o Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlt hätte, was er schuldig war. 3i Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. 32 Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht. alle diese Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest; 33 hättest du da dich nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? 34 Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlt hätte alles, was er ihm schuldig war. 35 So wird euch mein himmlischer Vater auch tun, wenn ihr nicht vergebet von Herzen, ein jeglicher seinem Bruder.

Ueber Ehe, Ehescheidung, Ehelosigkeit

Und es begab sich, da Jesus 19 diese Reden vollendet hatte, machte er sich auf aus Galiläa und kam in das Gebiet des indischen Landes jenseits des Jordan; 2 und es folgte ihm viel Volks nach, und er heilte sie daselbst. 3 Da traten zu ihm die Pharisäer, versuchten ihn und sprachen: Ist‘s auch recht, daß sich ein Mann scheide von seiner Frau um irgendeiner Ursache willen‘? 4 Er antwortete aber und sprach: Habt ihr nicht gelesen, daß, der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Weib 5 und sprach: «Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe bangen, und werden die zwei ein Fleisch sein»? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. 7 Da sprachen sie: Warum hat dann Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben, wenn man sich scheidet? 8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, um eures Herzens Härtigkeit willen; von Anbeginn aber ist‘s nicht so gewesen. 9 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn um der Hurerei willen, und freit eine andere, der bricht die Ehe. io Da sprachen die Jünger zu ihm: Steht die Sache eines Mannes mit seiner Frau so, dann ist‘s nicht gut, ehelich zu werden. i i Er sprach aber zu ihnen: Dies Wort fasset nicht jedermann. sondern denen es gegeben ist. 12 Denn etliche enthalten sich der Ehe. weil sie von Geburt an zur Ehe unfähig sind; etliche enthalten sich, weil sie von Menschen zur Ehe untauglich gemacht sind; und etliche enthalten sich, weil sie um des Hirnmelreichs willen auf die Ehe verzichten. Wer es fassen kann, der fasse es! Jesus segnet die Kinder 13 Da wurden Kinder zu ihm gebracht, daß er die Hände auf sie legte und betete. Die Jünger aber fuhren sie an. 14 Aber Jesus sprach: Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solcher ist das Himmelreich. is Und er legte die Hände auf sie und zog von dannen.

Der reiche Juengling

16 Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? 17 Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich über das, was gut ist? Gut ist nur Einer. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. is Da sprach er zu ihm Weiche? Jesus aber sprach: «Du sollst nicht töten: du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben: ig ehre Vater und Mutter»; und: «du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» 2o Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch ? 21 JESUS sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib‘s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! 22 Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm: denn er hatte viele Güter. 23 Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. 24 Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. 2.,; Da das seine Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Ja, wer kann dann selig werden? 26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist‘s unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich.

Vom Lohn der Nachfolge

27 Da fing Petrus an und sprach zu ihm: Siehe. wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns dafür? 28 Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir seid nachgefolgt, werdet dereinst bei der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. 29 Und wer verläßt Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen, der wird‘s vielfältig empfangen und das ewige Leben ererben. 3o Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein.

Die Arbeiter im Weinberg

Das Himmelreich ist gleich 20 einem Hausvater, der früh am Morgen ausging, Arbeiter zu dingen in seinen Weinberg. 2 Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Silbergroschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. 3 Und ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markte müßig stehen 4 und sprach zu ihnen: Gebet ihr auch hin in den Weinberg: ich will euch geben. was recht ist. 5 Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat gleich also. 6 Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? 7 Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedingt. Er sprach zu ihnen: Gebet ihr auch hin in den Weinberg. 8 Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und heb an bei den letzten bis zu den ersten. 9 Da kamen, die um die elfte Stunde gedingt waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. io Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. ii Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater i2 und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben. I3 Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? 14 NIMM, was dein ist. und geh! Ich will aber diesem letzten geben gleich wie dir. i5 Habe ich nicht Macht, zu tun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? i6 So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Dritte Leidensankuendigung

17 Und da Jesus wollte hinaufziehen nach Jerusalem, nahm er die Zwölf besonders und sprach zu ihnen auf dem Wege: 18 Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und des Menschen Sohn wird den Hohen Priestern und Schriftgelehrten überantwortet werden; und sie werden ihn verdammen zum Tode ig und werden ihn überantworten den Heiden, ihn zu verspotten und zu geißeln und zu kreuzigen. und am dritten Tage wird er auferstehen.

Die Soehne des Zebedaeus

2o Da trat zu ihm die Mutter der Kinder des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und wollte etwas von ihm bitten. 2I Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zwei Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. 22 Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde und euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. 23 Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, steht mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. 24 Da das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder. 2s Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset: die Fürsten halten ihre Völker nieder, und die Mächtigen tun ihnen Gewalt. 26 So soll es nicht sein unter euch; sondern wer groß sein will unter euch, der sei euer Diener; 27 und wer der Erste sein will unter euch, sei euer Knecht, 28 gleichwie des Menschen Sohn ist nicht gekommen, da, 6 er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Zwei Blinde vor Jericho

29 Und da sie von Jericho auszogen, folgte ihm viel Volks nach. 3o Und siehe, zwei Blinde saßen am Wege; und da sie hörten, daß Jesus vorüberging, schrien sie und sprachen: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser! 3i Aber das Volk bedrohte sie, daß sie schweigen sollten. Aber sie schrien noch viel mehr und sprachen: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser! 32 Jesus aber stand still und rief sie und sprach: Was wollt ihr, daß ich euch tun Soll? 33 Sie sprachen zu ihm: Herr, daß unsere Augen aufgetan werden. 34 Und es jammerte ihn, und er rührte ihre Augen an; und alsbald wurden sie wieder sehend. und sie folgten ihm nach.

Einzug in Jerusalem

Da sie nun nahe an Jerusalem 21 kamen. nach Bethphage an den Ölberg, sandte Jesus seiner Jünger zwei 2 und sprach zu ihnen: Gebet hin in den Flecken. der vor euch liegt. und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führet sie zu nur! 3 Und wenn euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Alsbald wird er sie euch lassen. 4 Das geschah aber. auf daß erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sach 9.9): s «Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin.» 6 Die Jünger gingen hin und taten. wie ihnen Jesus befohlen hatte, 7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. 8 Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. 9 Das Volk aber, das ihm voranging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna In der Höhe. io Und als er zu Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der? ii Das Volk aber sprach: Das ist Jesus. der Prophet aus Nazareth in Galiläa.

Reinigung des Tempels

I2 Und Jesus ging in den Tempel hinein und trieb heraus alle Verkäufer und Käufer im Tempel und stieß um der Wechsler Tische und die Stühle der Taubenkrämer 13 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben (JeS 56.7): «Mein Haus soll ein Bethaus heißen»; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus. I4 Und es singen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel. und er heilte sie. i5 Da aber die Hohenpriester und Schriftgelehrte sahen die Wunder, die er tat und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosianna dem Sohn Davids! wurden sie entrostet i6 und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen (Ps 8,3): «Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du Lob zugerichtet» 7 17 Und er ließ sie da und ging zur Stadt hinaus nach Bethanien und blieb daselbst über Nacht.

Der verdorrte Feigenbaum

18 Als er aber des Morgens wieder in die Stadt ging, hungerte ihn. ig Und er sah einen Feigenbaum an dem Wege und ging hinzu und fand nichts daran als allein Blätter und sprach zu ihm: Nun wachse auf dir hinfort nimmermehr Frucht! Und der Feigenbaum verdorrte alsbald. 2o Und da das die Jünger sahen. verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so bald verdorrt? 2I Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein solches mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr werdet sagen zu diesem Berge: Hebe dich auf und wirf dich ins Meer! so wird‘s geschehen. 22 Und alles, was Ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubet, werdet ihr‘s empfangen.

Die Frage nach Jesu Vollmacht

23 Und als er in den Tempel kam und lehrte, traten zu ihm die Hohen Priester und die Ältesten im Volk und sprachen: Aus was für Vollmacht tust du das, und wer hat dir die Vollmacht gegeben? 24 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch ein Wort fragen. wenn ihr mir das saget, will ich euch auch sagen. aus was für Vollmacht ich das tue. 25 Woher war die Taufe des Johannes? War sie vorn Himmel oder von den Menschen? Da bedachten sie‘s bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, sie sei vom Himmel gewesen, so wird er zu Uns sagen: Warum glaubtet ihr ihm denn nicht? 26 Sagen wir aber, sie sei von Menschen gewesen, so müssen wir uns vor dem Volk fürchten. denn sie halten alle Johannes für einen Propheten. 27 Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen‘s nicht. Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus was für Vollmacht ich das tue.

Die ungleichen Soehne

28 Was dünkt euch aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute im Weinberge. 29 Er antwortete aber und sprach: Ja, Herr! und ging nicht hin. 30 Und er ging zu dem anderen und sprach gleich also. Der antwortete aber und sprach: Ich will‘s nicht tun. Danach reute es ihn, und er ging hin. 31 Welcher unter den zweien hat des Vaters Willen getan? Sie sprachen: Der letzte. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich. ich sage euch: Die Zöllner und Huren mögen wohl eher ins Reich Gottes kommen als ihr. 32 Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und ob ihr‘s wohl sahet, tatet ihr dennoch nicht Buße, daß ihr ihm danach auch geglaubt hättet.

Die boesen Weingaertner

33 Höret ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg und führte einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm und gab ihn an Weingärtner in Pacht und zog außer Landes. 34 Da nun herbeikam die Zeit der Früchte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, daß sie seine Früchte empfingen. 3_4 Da nahmen die Weingärtner seine Knechte; einen schlugen sie, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie. 36 Abermals sandte er an die Knechte, mehr als das erste Mal: und sie taten ihnen gleich also. 37 Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. 38 Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbgut an uns bringen! 3 9 Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberge hinaus und töteten ihn. 40 Wenn nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern tun? 41 Sie sprachen zu ihm: Er wird die Bösewichte übel umbringen und seinen Weinberg an andere Weingärtner vergeben, die ihm die Früchte zu rechter Zeit geben. 42 Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift (Ps ii8, 22.23): «Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Von dem Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen»? 43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt. 44 Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen. 45 Und da die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse hörten, verstanden sie, daß er von ihnen redete. 46 Und sie trachteten danach, wie sie ihn griffen; aber sie fürchteten sich vor dem Volk, denn es hielt ihn für einen Propheten.

Die koenigliche Hochzeit

Und Jesus hob an und redete 22 abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 2 Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. 3 Und er sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. 4 Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles bereit; kommt zur Hochzeit! 5 Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hantierung: (, etliche aber griffen seine Knechte, höhnten und töteten sie. 7 Da ward der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. 8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren‘s nicht wert. 9 Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. io Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. ii Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, i2 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. 13 Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die Finsternis hinaus! Da wird sein Heulen und Zähneklappen. 14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Der Zinsgroschetn

15 Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede, i6 und sandten zu ihm ihre Jünger samt des Herodes Leuten. Die sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. 17 Darum sage uns, was meinst du: Ist‘s recht, daß man dem Kaiser Steuer zahle, oder nicht? i 8 Da nun Jesus merkte ihre Bosheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchst ihr mich? ig Weiset mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar. 20 Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Aufschrift? 2i Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! 2z Da sie das hörten, verwundenen sie sich und ließen ihn und gingen davon.

Die Auferstehung der Toten

23 An demselben Tage traten zu ihm die Sadduzäer, die dafür halten, es gebe kein Auferstehen, und fragten ihn 24 und sprachen: Meister, Mose hat gesagt (5. MOSE 25,5.6): «Wenn einer stirbt und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder die Frau zum Weibe nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.» 25 Nun sind bei uns gewesen sieben Brüder. Der erste freite und starb: und weil er nicht Nachkommen hatte, ließ er seine Frau seinem Bruder; 26 desgleichen der zweite und der dritte bis an den siebenten. 27 Zuletzt nach allen starb die Frau. 28 Nun in der Auferstehung, wessen Frau wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt. 29 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen. Ihr irret und kennet die Schrift nicht noch die Kraft Gottes. 30 In der Auferstehung werden sie weder freien noch sich freien lassen, sondern sie sind gleichwie die Engel im Himmel. 31 Habt ihr aber nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, da er spricht (2. Mo_ se 3,6): 32 «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakabs» ? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. 33 Und da solches das Volk hörte, entsetzten sie sich über seine Lehre.

Das groesste Gebot

34 Da aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. 3s Und einer unter ihnen. ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: 36 Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? 37 Jesus aber sprach zu ihm: «Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte» (5. Mose 6,5). 38 Dies ist das vornehmste und größte Gebet. 39 Das andre aber ist dem gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst» (3. Mose 19.18). 40 In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Davids Sohn und Herr

41 Da nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie JESUS 42 und sprach: Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. 43 Er sprach zu ihnen: Wie kann ihn dann David im Geist einen Herrn nennen, wenn er sagt (Ps i i o, i): 44 «Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde unter deine Füße»? 45 SO nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? 46 Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und wagte auch niemand von dein Tage an, ihn hinfort zu fragen.

 

Wikipedia:

 

 

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