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Lehrreden des Buddha

CAKKAVATTI - SIHANADA- SUTTANTA

DIE LEHRREDE - WELTHERRSCHER-LUWENRUF

SO HABE ICH GEHÖRT: Einstmals weilte der Erhabene im Lande der Magadher, in Matula. Dort nun redete der Erhabene die Mönche an: »Ihr Mönche!« - »Herr!« erwiderten da jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene sprach so: »Selber, ihr Mönche, seid euch Schutz, selber Zuflucht, nicht sei ein anderer eure Zuflucht. Die Lehre sei euch Schutz, die Lehre Zuflucht, nicht sei ein anderer eure Zuflucht. Und wie ihr Mönche, ist ein Mönch sich selber Schutz, sich selber Zuflucht, nicht ein anderer seine Zuflucht? Wie ist die Lehre ihm Schutz, die Lehre ihm Zuflucht, nicht ein anderer seine Zuflucht? Da weilt, ihr Mönche, ein Mönch beim Körper in genauer Betrachtung des Körpers, nachdem er das Elend weltlicher Gier überwunden hat; er weilt bei den Empfindungen in genauer Betrachtung der Empfindungen; er weilt bei den Gedanken in genauer Betrachtung der Gedanken; er weilt bei den Zuständen in genauer Betrachtung der Zustände, nachdem er das Elend weltlicher Gier überwunden hat. So, ihr Mönche, ist ein Mönch sich selber Schutz, sich selber Zuflucht, nicht andere seine Zuflucht; so ist die Lehre ihm Schutz, die Lehre ihm Zuflucht, nicht andere seine Zuflucht. Wandelt, ihr Mönche, auf eurem eigenen Weidegrund, im Gebiet eures väterlichen Erbteils. wer da, ihr Mönche, auf seinem eigenen Weidegrund wandelt, im Gebiet seines väterlichen Erbteils, bei dem wird Mara keinen Eingang finden, bei dem wird Mara keinen Stützpunkt finden. Durch Pflegen der heilsamen Dinge, ihr Mönche, so wächst dieses Verdienst heran. Vor Zeiten einmal, ihr Mönche, lebte ein König namens Dalhanemi, ein Weltherrscher, ein gerechter Rechtskönig, siegreich bis zu den vier Enden der Welt, Hort seiner Untertanen, mit den sieben Kostbarkeiten begabt. Der hatte diese sieben Kostbarkeiten: nämlich die Kostbarkeit des Rades, die Kostbarkeit des Elefanten, die Kostbarkeit des Rosses, die Kostbarkeit des Edelsteins, die Kostbarkeit des Weibes, die Kostbarkeit des Bürgers und die Kostbarkeit des Beraters siebentens. Über tausend Söhne hatte er, heldenhaft, starkgliedrig, Zerschmetterer fremder Heere. Der beherrschte diese Erde bis zu den Grenzen des Meeres, ohne Streit, ohne Schwert, durch Gerechtigkeit. Da nun, ihr Mönche, hat König Dalhanemi nach Ablauf vieler Jahre, vieler Jahrhunderte, vieler Jahrtausende einen Mann angeredet: Wenn du, guter Mann, sehen solltest, daß die himmlische Rad-Kostbarkeit, entwichen, von ihrem -Standort gefallen ist, dann magst du es mir anzeigen.‘ ja, o König‘, erwiderte da dieser Mann dem König Dalhanemi. Und es sah, ihr Mönche, dieser Mann, nach Ablauf vieler Jahre, vieler Jahrhunderte, vieler Jahrtausende die himmlische Rad-Kostbarkeit, entwichen, von ihrem Standort herabgefallen. Nachdem er das gesehen hatte, begab er sich zum König Dalhaneml. Dort angelangt, sprach er zum König Dalhanemi so. Wolle gütigst, o König, zur Kenntnis nehmen, daß die himmlische Rad-Kostbarkeit, entwichen, von ihrem Standort herabgefallen ist.‘ Da nun, ihr Mönche, ließ König Dalhanemi den Kronprinzen zu sich rufen und sprach so: Die himmlische Rad-Kostbarkeit, heißt es, liebes Kind, ist, entwichen, von ihrem Standpunkt herabgefallen. Reden hören habe ich aber dieses: >Der Weltherrscher-König, dem die himmlische Rad-Kostbarkeit, entwichen, von ihrem Standort fällt, der hat dann nicht mehr lange zu leben. Genossen habe ich aber der Menschen Lust; Zeit ist es, Himmelslust zu suchen. Wohlan denn, liebes Kind! Du sollst jetzt diese Erde bis zu den Grenzen der See inne haben; ich aber werde mir Haar und Bart scheren lassen, werde die dunkelgelben Gewänder anlegen und aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausziehen.‘ Da nun, ihr Mönche, hat König Dalhanemi den Kronprinzen sorgfältig in das Königsamt eingeführt, hat sich Haar und Bart scheren lassen, hat die dunkelgelben Gewänder angelegt und ist aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausgezögert. Aber trotz dem Hinausziehen des königlichen Weisen ist, ihr Mönche, die himmlische Rad-Kostbarkeit sieben Tage lang verschwunden geblieben. Da nun, ihr Mönche, begab sich ein Mann zum König, dem gesalbten Fürsten. Dort angelangt, sprach er zum König, dem gesalbten Fürsten, so. Wolle gütigst, o König, zur Kenntnis nehmen, daß die himmlische Rad-Kostbarkeit verschwunden ist.‘ Da nun, ihr Mönche, wurde der König, der gesalbte Fürst, über das Verschwinden der himmlischen Rad-Kostbarkeit unglücklich, fühlte sich unglücklich und begab sich zum königlichen Weisen. Dort angelangt, sprach er zum königlichen Weisen so: Wolle gütigst, o König, zur Kenntnis nehmen, daß die himmlische Rad-Kostbarkeit verschwunden ist.‘ Auf die Worte sprach der königliche Weise zum König, dem gesalbten Fürsten, so: Nicht, liebes Kind, sei du über das Verschwinden der himmlischen Rad-Kostbarkeit unglücklich, fühle dich nicht unglücklich. Nicht ist ja, liebes Kind, die himmlische Rad-Kostbarkeit dein väterliches Erbteil. Wolle du, liebes Kind, in edlem Herrscherwandel wandeln. Das aber ist ja möglich, daß, wenn du so wandelst, eines Tages am Festtag, am Vollmondtag, wenn du gebadeten Hauptes feiertäglich auf dem Dach deines Palastes, deinem Lieblingssitz, weilst, die himmlische Rad-Kostbarkeit dir erscheinen mag, tausendspeichig, mit Radreifen und Radnabe versehen, vollkommen in allen Einzelheiten.‘ Was, o König, ist das aber für ein edler Herrscherwandel?‘ ,Da stütze du, liebes Kind, dich eben auf das Recht, schätze das Recht, halte das Recht wert, würdige das Recht, ehre das Recht, achte das Recht; das Recht sei deine Fahne, dein Wahrzeichen, dein Leitpfad; wie das Recht es gebietet, so lasse Obhut, Schutz und Schirm der Einwohnerschaft zuteil werden, dem Heere, den Adligen deiner Gefolgschaft, den Priestern und Haushabern in den Städten und auf dem Lande, den Büßern und Brahmanen, dem Getier auf der Erde und in der Luft. Und nicht, liebes Kind, soll in deinem Reich der Übeltuer gedeihen. Und diejenigen, liebes Kind, die in deinem Reich mittellos sind, denen magst du Mittel zukommen lassen. Und was es da, liebes Kind, in deinem Reich an Büßern und Brahmanen gibt, die von Lebenstaumel und Schlaffheit sich fernhalten, in Geduld und Milde gefestigt sind, die einzig sich selber bändigen, einzig sich selber beschwichtigen, einzig sich selber zur Ruhe bringen, die magst du von Zeit zu Zeit aufsuchen und befragen: >Was ist gut, was ist ungut? Was ist zu meiden, was ist nicht zu meiden? Was ist zu befolgen, was ist nicht zu befolgen? Was würde mir, wenn ich es tue, für lange Zeit zum Unheil, zum Leiden gereichen? Was würde mir, wenn ich es tue, für lange Zeit zum Heile, zum Segen gereichen?< Auf sie hörend, magst du dann das, was von diesen Dingen ungut ist, abweisen; was gut ist, das magst du annehmen und befolgen. Das, liebes Kind, ist der edle Weltherrscher-Wandel‘. Ja, o Herr, erwiderte der König, der gesalbte Fürst, dem königlichen Weisen und wandelte im edlen Weltherrscher-Wandel. Als er so im edlen Weltherrscher-Wandel wandelte, da ist ihm eines Tages, am Festtag, am Vollmondtag, als er gebadeten Hauptes, feiertäglich auf dem Dach seines Palastes, seinem Lieblingssitz, weilte, die Rad-Kostbarkeit erschienen, tausendspeichig, mit Radreifen und Radnabe versehen, vollkommen in allen Einzelheiten. Als er das gesehen hatte, kam dem König, dem gesalbten Fürsten, der Gedanke: Gehört habe ich ja dieses: Der König, der gesalbte Fürst, dem eines Tages, am Festtag, am Vollmondtag, rein gebadeten Hauptes, feiertäglich, auf dem Dach seines Palastes, seinem Lieblingssitz, weilend, die himmlische Rad-Kostbarkeit erscheint, tausendspeichig, mit Radreifen und Radnabe versehen, vollkommen in allen Einzelheiten, der König wird Weltherrscher. Möchte nun also ich weltbeherrschender König werden.‘ Da nun, ihr Mönche, hat der König, der gesalbte Fürst, sich von seinem Sitz erhoben, hat das Gewand über einer Schulter geordnet, hat mit der linken Hand den goldenen Krug ergriffen, mit der rechten Hand die Rad-Kostbarkeit besprengt: Rollen möge die verehrungswürdige Rad-Kostbarkeit! Siegreich bis zu Ende gehen möge die verehrungswürdige Rad-Kostbarkeit! Da nun, ihr Mönche, rollte die Rad-Kostbarkeit in östlicher Himmelsrichtung, und es folgte da der Weltherrscher-König mit dem viergliedrigen Heere. Und in welchem Lande, ihr Mönche, die Rad-Kostbarkeit halt machte, da bezog der Weltherrscherkönig das DIE LEHRREDE WELTHERRSCHER-LC)WENRUF- 177 Lager samt seinem viergliedrigen Heere. Was es da aber, ihr Mönche, in der östlichen Himmelsrichtung an feindlichen Königen gab, die haben sich dem Weltherrscher-König genaht und haben so gesprochen: Komm, o Großkönig! Sei willkommen, o Großkönig! Eigen sei es dir, o Großkönig! Bestimme, o Großkönig!‘ Der Weltherrscher-König sprach so, Kein Leben ist zu töten! Nicht Gegebenes ist nicht zu nehmen! Übles Leben in Lüsten ist zu meiden! Keine Unwahrheit ist zu sprechen! Kein berauschendes Getränk ist zu trinken! So wie es richtig ist, mögt ihr genießen!‘ Und was es da, ihr Mönche, in der östlichen Himmelsrichtung an feindlichen Königen gab, die wurden die Verehrer des Weltherrscher-Königs. Da nun, ihr Mönche, nachdem das Rad im östlichen Ozean untergetaucht war und sich wieder fortbegeben hatte, rollte es in der südlichen Himmelsrichtung - dann in der westlichen Himmelsrichtung dann in der nördlichen Himmelsrichtung weiter. Und es folgte da der Weltherrscher-König mit dem viergliedrigen Heere. Und in welchem Lande, ihr Mönche, die Rad-Kostbarkeit halt machte, da bezog der Weltherrscher-König das Lager samt seinem viergliedrigen Heere. Was es da aber, ihr Mönche, in der südlichen Himmelsrichtung - in der westlichen Himmelsrichtung - in der nördlichen Himmelsrichtung an feindlichen Königen gab, die haben sieh dem Weltherrscher-König genaht und haben so gesprochen: Komm, o Großkönig! Sei willkommen, o Großkönig! Eigen sei es dir, o Großkönig! Bestimme, o Großkönig!‘ Der Weltherrscher-König sprach so: Kein Leben ist zu töten! Nicht Gegebenes ist nicht zu nehmen! Übles Leben in Lüsten ist zu meiden! Kein berauschendes Getränk ist zu trinken! So wie es richtig ist, mögt ihr genießen! Und was es da, ihr Mönche, in der südlichen Himmelsrichtung - in der westlichen Himmelsrichtung - in der nördlichen Himmelsrichtung an feindlichen Königen gab, die wurden da Verehrer des Weltherrscher-Königs. Da nun, ihr Mönche, nachdem die Rad-Kostbarkeit ihren Lauf Über die meerumgrenzten Ebene siegreich zu Ende geführt hatte, ist sie nach der Residenz umgekehrt und ist über dem Tor des Palastes des Weltherrscher-Königs, am Eingang zum Gerichtssaal, gleichsam wie beredet stehengeblieben, den Palast des Weltherrscher-Königs mit Licht übergießend. Und auch ein zweiter Weltherrscher-König, ihr Mönche, ein dritter Weltherrscher-König, ihr Mönche, - ein vierter Weltherrscher-König, ihr Mönche, - ein fünfter Weltherrscher-König, ihr Mönche, - ein sechster, ein siebenter Weltherrscher-König, ihr Mönche, hat nach Ablauf vieler Jahre, vieler Jahrhunderte, vieler Jahrtausende einen Mann angeredet: Wenn du, guter Mann, sehen solltest, daß die himmlische Rad-Kostbarkeit, entwichen, von ihrem Standort gefallen ist, dann magst du es mir anzeigen.‘ ja, o König‘, erwiderte da dieser Mann dem Weltherrscher-König. Und es sah, ihr Mönche, dieser Mann nach Ablauf vieler Jahre, vieler Jahrhunderte, vieler Jahrtausende die himmlische Rad-Kostbarkeit, entwichen, von ihrem Standort herabgefallen. Nachdem er es gesehen hatte, begab er sich zum Weltherrscher-König. Dort angelangt, sprach er zum Weltherrscher-König so: Wolle gütigst, o König, zur Kenntnis nehmen, daß die himmlische Rad-Kostbarkeit, entwichen, von ihrem Standort herabgefallen ist.‘ Da nun, ihr Mönche, ließ der Weltherrscher-König den Kronprinzen zu sich rufen und sprach so: Die himmlische Rad-Kostbarkeit, heißt es, liebes Kind, ist entwichen, von ihrem Standort herabgefallen. Reden hören habe ich aber dieses: Der Weltherrscher-König, dem die himmlische Rad-Kostbarkeit, entwichen, von ihrem Standort fällt, der hat dann nicht mehr lange zu leben.‘ Genossen habe ich aber der Menschen Lust; Zeit ist es, Himmelslust zu suchen. Wohlan denn, liebes Kind, du sollst jetzt diese Erde bis zu den Grenzen der See innehaben. Ich aber werde mir Haar und Bart scheren lassen, werde die dunkelgelben Gewänder anlegen und aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausziehen.‘ Da nun, ihr Mönche, hat der Weltherrscher-König den Kronprinzen sorgfältig in das Königsamt eingeführt, hat sich Haar und Bart scheren lassen, hat die dunkelgelben Gewänder angelegt und ist aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausgezogen. Aber trotz des königlichen Weisen Hinausziehen ist, ihr Mönche, die himmlische Rad-Kostbarkeit sieben Tage lang verschwunden geblieben. Da nun, ihr Mönche, begab sich ein Mann zum König, dem gesalbten Fürsten. Dort angelangt, sprach er zum König, dem gesalbten Fürsten, so: Wolle gütigst, o König, zur Kenntnis nehmen, daß die himmlische Rad-Kostbarkeit verschwunden ist.‘ Da nun, ihr Mönche, wurde der König, der gesalbte Fürst, über das Verschwinden der himmlischen Rad-Kostbarkeit unglücklich, fühlte sich unglücklich, aber nicht begab er sich zum königlichen Weisen, um über den edlen Weltherrscher-Wandel zu fragen. Der hat dann nach eigenem Ermessen das Land regiert. Während er aber nach eigenem Ermessen das Land regierte, da sind die Völker weder im Beginn noch weiterhin gediehen, wie das doch bei den früheren Königen der Fall gewesen war, die den edlen Weltherrscher-Wandel gewandelt waren. - Da nun taten sich alle, die zur Umgebung und zum Hofstaat des Königs gehörten, vom Minister bis herab zum Türhüter, zusammen, begaben sich zum König, dem gesalbten Fürsten, und sprachen so: Seit du, o König, das Land nach eigenem Ermessen regierst, da sind weder im Beginn noch weiterhin die Völker in der Weise gediehen, wie es der Fall war bei den früheren Königen, die den edlen Weltherrscher-Wandel wandelten. Es leben aber, o König, in deinem Reich Leute allerhand Stände, wir und andere, die den edlen Weltherrscher-Wandel wohl behalten haben. So wolle bitte, o König, uns um den edlen Weltherrscher-Wandel fragen, und wir werden dir, gefragt, über den edlen Weltherrscher-Wandel, Auskunft geben.‘ Da nun, ihr Mönche, ließ der König, der gesalbte Fürst, diese Leute zusammenkommen und befragte sie über den edlen Weltherrscher-Wandel. Und die, über den edlen Weltherrscher-Wandel befragt, gaben ihm Auskunft. Nachdem er dies vernommen, sorgte er freilich für Sicherheit, Schutz und Schirm, aber er ließ den Mittellosen keine Mittel zukommen, und weil er den Mittellosen keine Mittel zukommen ließ, so stieg die Armut immer mehr an. Als es damit zum höchsten gekommen war, da nahm ein Mensch von anderen etwas nicht Gegebenes in diebischer Absicht. Den ergriffen sie und brachten ihn vor den König, den gesalbten Fürsten: Dieser Mensch, o König, hat von anderen etwas nicht Gegebenes in diebischer Absicht genommen.‘ Auf diese Worte sprach der König, der gesalbte Fürst, zu jenem Menschen so-. Ist das tatsächlich wahr, lieber Mann, daß du von anderen nicht Gegebenes genommen hast in diebischer Absicht?‘ Es ist wahr, o König.‘ Aus welchem Grunde?‘ Ich habe nichts zu leben.‘ Da nun, ihr Mönche, ließ der König, der gesalbte Fürst, diesem Menschen Geld geben: Von diesem Gelde, lieber Mann, unterhalte du dich selber, ernähre Vater und Mutter, ernähre Weib und Kind, richte dir ein Geschäft ein, spende Gaben an Büßer und Brahmanen, fördersame, heilsame, wohl sich lohnende, zu Himmelsleben führende.‘ ,ja, o Herr‘, erwiderte da, ihr Mönche, jener Mensch dem König, dem gesalbten Fürsten. Und auch ein anderer Mensch, ihr Mönche, nahm von anderen etwas ihm nicht Gegebenes in diebischer Absicht. Den ergriffen sie und brachten ihn vor den König, den gesalbten Fürsten: Dieser Mensch, o König, hat von anderen etwas ihm nicht Gegebenes in diebischer Absicht genommen.‘ Auf diese Worte sprach der König, der gesalbte Fürst, zu jenem Menschen so: Ist das tatsächlich wahr, lieber Mann, daß du von anderen dir nicht Gegebenes genommen hast, in diebischer Absicht?‘ Es ist wahr, o König.‘ Aus welchem Grunde? Ich habe nichts zu leben.‘ Da nun, ihr Mönche, ließ der König, der gesalbte Fürst, diesem Menschen Geld geben. Von diesem Geld, lieber Mann, unterhalte du dich selber, ernähre Vater und Mutter, ernähre Weib und Kind, richte dir ein Geschäft ein, spende Gaben an Büßer und Brahmanen, fördersame, heilsame, wohl sich lohnende, zu Himmelsleben führende.‘ ,ja, o Herr‘, erwiderte da, ihr Mönche, jener Mensch dem König, dem gesalbten Fürsten. Und es hörten, ihr Mönche, die Leute: Alle diejenigen, heißt es, die von anderen nicht Gegebenes in diebischer Absicht nehmen, denen läßt der König Geld geben.‘ Daraufhin kam denen der Gedanke: Sollten nicht auch wir von anderen nicht Gegebenes nehmen in diebischer Absicht?‘ Da nun nahm wieder ein Mensch von anderen nicht Gegebenes in diebischer Absicht. Den ergriffen sie und brachten ihn vor den König, den gesalbten Fürsten: Dieser Mensch, o König, hat von anderen etwas ihm nicht Gegebenes in diebischer Absicht genommen.‘ Auf diese Worte sprach der König, der gesalbte Fürst, zu jenem Menschen so: Ist das tatsächlich wahr, lieber Mann, daß du von anderen nicht Gegebenes genommen hast in diebischer Absicht?‘ ja, o König.‘ Aus welchem Grunde?‘ Ich habe nichts zu leben.‘ Da nun, ihr Mönche, kam dem König, dem gesalbten Fürsten, der Gedanke -. Wenn ich jedem einzigen, der von anderen nicht Gegebenes nimmt in diebischer Absicht, Geld geben werde, so wird diese Unsitte sich ausbreiten. Sollte ich nicht bei diesem Menschen gründlich den Riegel vorschieben, ganze Arbeit machen und ihm den Kopf abschlagen lassen?‘ Da nun, ihr Mönche, befahl der König, der gesalbte Fürst, seinen Leuten: So bindet denn, sage ich, diesem Menschen mit einem starken Strick die Arme fest auf den Rücken, schert ihn kahl, führt ihn unter kurzem Trommelwirbel von Straße zu Straße, von Platz zu Platz umher, geht dann aus dem südlichen Stadttor hinaus und dort im Süden der Stadt schiebt gründlich den Riegel vor, macht ganze Arbeit, schlagt ihm den Kopf ab.‘ ja, o König‘, erwiderten da jene Menschen dem König, dem gesalbten Fürsten, banden diesem Menschen mit einem starken Strick die Arme fest auf den Rücken, schoren ihn kahl, führten ihn unter kurzem Trommelwirbel von Straße zu Straße, von Stadt zu Stadt, gingen dann aus dem südlichen Stadttor hinaus, und dort im Süden der Stadt schoben sie gründlich den Riegel vor, machten ganze Arbeit, schlugen ihm den Kopf ab. Und es hörten, ihr Mönche, die Leute: Alle diejenigen, heißt es, die von anderen nicht Gegebenes in diebischer Absicht nehmen, bei denen schiebt der König gründlich den Riegel vor, macht ganze Arbeit, läßt ihnen den Kopf abschlagen. Daraufhin kam ihnen der Gedanke: Sollten wir uns nicht scharfe Schwerter besorgen und mit diesen bei denen, denen wir nicht Gegebenes nehmen in diebischer Absicht, gründlich den Riegel vorschieben, ganze Arbeit machen, ihnen den Kopf abschlagen?‘ Die besorgten sich nun scharfe Schwerter und gingen daran, Dörfer zu berauben; gingen daran, Flecken zu berauben; gingen daran, Städte zu berauben; gingen daran, Wegelagerei zu treiben. Und bei denen, denen sie nicht Gegebenes nahmen in diebischer Absicht, bei denen schoben sie gründlich den Riegel vor, machten ganze Arbeit, schlugen ihnen den Kopf ab. So, ihr Mönche, weil den Unbemittelten kein Geld geliefert wurde, wuchs die Armut; weil die Armut wuchs, wuchs das Nehmen von nicht Gegebenem; weil das Nehmen von nicht Gegebenem wuchs, wuchs die Gewalttätigkeit; weil die Gewalttätigkeit wuchs, wuchs das Morden; weil das Morden wuchs, wuchs das Lügen; weil das Lügen wuchs, ging diesen Wesen die lange Lebensdauer verloren, ging die körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen so die lange Lebensdauer und die körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren Kinder, die nur vierzigtausend Jahre alt wurden. Von diesen vierzigtausend Jahre alten Menschen, ihr Mönche, nahm einer von anderen nicht Gegebenes in diebischer Absicht. Den ergriffen sie und brachten ihn vor den König, den gesalbten Fürsten: Dieser Mensch, o König, hat von anderen etwas nicht Gegebenes genommen in diebischer Absicht.‘ Auf diese Worte sprach der König, der gesalbte Fürst, zu jenem Menschen so: Ist das tatsächlich wahr, lieber Mann, daß du von anderen nicht Gegebenes genommen hast in diebischer Absicht?‘ Nein, o König!‘ antwortete der und sprach eine bewußte Unwahrheit. So, ihr Mönche, weil den Unbemittelten kein Geld geliefert wurde, wuchs die Armut; weil die Armut wuchs, wuchs das Nehmen von nicht Gegebenem; weil das Nehmen von nicht Gegebenem wuchs, wuchs die Gewalttätigkeit; weil die Gewalttätigkeit wuchs, wuchs das Morden; weil das Morden wuchs, wuchs das Lügen, weil das Lügen wuchs, ging diesen Wesen Lebensdauer verloren, ging körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen so Lebensdauer und körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von vierzigtausend Jahren Kinder, die nur zwanzigtausend Jahre alt wurden. Bei diesen Menschen mit einer Lebensdauer von zwanzigtausend Jahren, ihr Mönche, nahm einer von anderen nicht Gegebenes in diebischer Absicht. Den zeigte einer beim König, dem gesalbten Fürsten, an- Der und der Mensch, o König, hat von anderen nicht Gegebenes genommen in diebischer Absicht‘, und machte so den Angeber. So, ihr Mönche, weil den Unbemittelten kein Geld geliefert wurde, wuchs die Armut; weil die Armut wuchs, wuchs das Nehmen von nicht Gegebenem; weit das Nehmen von nicht Gegebenem wuchs, wuchs die Gewalttätigkeit; weil die Gewalttätigkeit wuchs, wuchs das Morden; weil das Morden wuchs, wuchs das Lügen; weil das Lügen wuchs, wuchs das Angeben; weil das Angeben wuchs, ging diesen Wesen Lebensdauer verloren, ging körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen so Lebensdauer und körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von zwanzigtausend Jahren Kinder, die nur zehntausend Jahre alt wurden. Und unter diesen Menschen mit einer Lebensdauer von zehntausend Jahren, ihr Mönche, da waren die einen Wesen von schöner Gestalt, die anderen von häßlicher Gestalt, und die Wesen, die da von häßlicher Gestalt waren, die wurden von Begehrlichkeit überfallen nach den Wesen von schöner Gestalt und hatten unerlaubten Verkehr mit den Weibern der anderen. So, ihr Mönche, weil den Unbemittelten kein Geld gegeben wurde, wuchs die Armut; weil die Armut wuchs, wuchs das Nehmen von nicht Gegebenem; weil das Nehmen von nicht Gegebenem wuchs, wuchs die Gewalttätigkeit; weil die Gewalttätigkeit wuchs, wuchs das Morden; weil das Morden wuchs, wuchs das Lügen; weil das Lügen wuchs, wuchs das Angeben; weil das Angeben wuchs, wuchs die Unkeuschheit; weil die Unkeuschheit wuchs, ging diesen Wesen Lebensdauer verloren, ging körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen Lebensdauer und körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von zehntausend Jahren Kinder, die nur fünftausend Jahre alt wurden. Unter diesen Menschen mit einer Lebensdauer von fünftausend Jahren, ihr Mönche, wuchsen zwei Dinge: rauhe Rede und müßiges Geschwätz. Weil diese beiden Dinge wuchsen, so ging diesen Wesen Lebensdauer verloren, ging körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen so Lebensdauer und körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von fünftausend Jahren Kinder, die teils dritthalbtausend, teils zweitausend Jahre alt wurden. Unter diesen Menschen mit einer Lebensdauer von dritthalbtausend Jahren, ihr Mönche, wuchsen Begehrlichkeit und Böswilligkeit. Weil Begehrlichkeit und Böswilligkeit wuchsen, so ging diesen Wesen Lebensdauer verloren, ging körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen so Lebensdauer und körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese dritthalbtausend Jahre alten Menschen Kinder, die nur tausend Jahre alt wurden. Unter diesen Menschen mit einer Lebensdauer von tausend Jahren, ihr Mönche, wuchs falsche Ansicht. Weil falsche Ansicht wuchs, so ging diesen Wesen Lebensdauer verloren, ging körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen so Lebensdauer und körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von tausend Jahren Kinder, die fünfhundert Jahre alt wurden. Unter diesen Menschen mit einer Lebensdauer von fünfhundert Jahren, ihr Mönche, wuchsen drei Dinge: die Sucht nach Ungesetzlichem, die Gier nach Unrechtem und falsche Lehre. Weil diese drei Dinge wuchsen, so ging diesen Wesen Lebensdauer verloren, ging körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen so Lebensdauer und körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von fünfhundert Jahren Kinder, die teils dritthalbhundert Jahre, teils zweihundert Jahre alt wurden. Unter diesen Menschen mit einer Lebensdauer von dritthalbhundert Jahren wuchsen diese Dinge: unkindliches Benehmen gegen die Mutter, unkindliches Benehmen gegen den Vater, unehrerbietiges Benehmen gegen Büßer, unehrerbietiges Benehmen gegen Brahmanen, mangelnde Ehrfurcht vor dem Oberhaupt der Familie. So, ihr Mönche, weil den Unbemittelten kein Geld geliefert wurde, wurde die Armut; weil die Armut wuchs, wuchs das Nehmen von nicht Gegebenem; weil das Nehmen von nicht Gegebenem wuchs, wuchs die Gewalttätigkeit; weil die Gewalttätigkeit wuchs, wuchs das Morden; weil das Morden wuchs, wuchs das Lügen; weil das Lügen wuchs, wuchs das Angeben; weil das Angeben wuchs, wuchs die Unkeuschheit; weil die Unkeuschheit wuchs, wuchs rauhe Rede und müßiges Geschwätz; weil diese zwei Dinge wuchsen, wuchsen Begehrlichkeit und Böswilligkeit; weil Begehrlichkeit und Böswilligkeit wuchsen, wuchs falsche Ansicht; weil falsche Ansicht wuchs, wuchsen drei Dinge. Die Sucht nach Ungesetzlichem, die Gier nach Unrechtem und falsche Lehre; weil diese drei Dinge wuchsen, wuchsen folgende Dinge: unkindliches Benehmen gegen die Mutter, unkindliches Benehmen gegen den Vater, unehrerbietiges Benehmen gegen Büßer, unehrerbietiges Benehmen gegen Brahmanen, mangelnde Ehrfurcht vor dem Oberhaupt der Familie. Weil diese Dinge wuchsen, ging jenen Wesen Lebensdauer verloren, ging körperliche Schönheit verloren. Und weil ihnen so Lebensdauer und körperliche Schönheit verloren gingen, so hatten diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von dritthalbhundert Jahren Kinder, die hundert Jahre alt wurden. Es wird, ihr Mönche, eine Zeit kommen, wo diese Menschen Kinder von zehnjähriger Lebensdauer haben werden. Bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer werden fünfjährige Mädchen mannbar sein. Bei diesen Menschen, ihr Mönche, von zehnjähriger Lebensdauer werden folgende Genüsse verschwinden: zerlassene Butter, frische Butter, Honig, Zuckersaft, Salz. Für diese Menschen von zehnjähriger Lebensdauer wird Wildkorn das feinste der Gerichte sein. Gleich wie gegenwärtig Feinreis mit Fleisch gekocht das feinste der Gerichte ist, so wird bei den Menschen von zehnjähriger Lebensdauer Wildkorn das feinste der Gerichte sein. Bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer werden die zehn Wege guten Wirkens ganz und gar verschwinden, die zehn Wege unguten Wirkens werden übermächtig zutage treten. Bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer wird es ein Gut‘ nicht geben, woher denn wohl einen Tuer des Guten? Bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer werden solche, die Mutter und Vater nicht ehren, die Büßer, Brahmanen und Familienhäupter nicht ehren, hochgeschätzt und gelobt werden. Gleich wie, ihr Mönche, heute solche, die Mutter und Vater ehren, die Büßer, Brahmanen und Familienhäupter ehren, hochgeschätzt und gelobt werden, ebenso, ihr Mönche, werden bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer diejenigen, die Mutter und Vater nicht ehren, die Büßer, Brahmanen und Familienhäupter nicht ehren, hochgeschätzt und gelobt werden. Bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer, ihr Mönche, wird es Rücksicht auf Mutter, Mutter-Schwester, Mutterbruders-Frau, Frau des Lehrers oder die Frauen sonstiger Leute, die man wertschätzen muß, nicht geben. Zur Vermischung wird die Menschheit schreiten wie Ziegen und Schafe, wie Hühner und Schweine, wie Hunde und Schakale. Bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer, ihr Mönche, wird die Wesen gegeneinander ein heftiger Haß beherrschen, heftige Feindschaft, heftige Bösartigkeit, heftige Mordlust, und zwar der Mutter gegen den Sohn, des Sohnes gegen die Mutter; des Vaters gegen den Sohn, des Sohnes gegen den Vater; des Bruders gegen den Bruder, des Bruders gegen die Schwester, der Schwester gegen den Bruder - sie alle wird heftiger Haß beherrschen, heftige Feindschaft, heftige Bösartigkeit, heftige Mordlust. Gleich wie, ihr Mönche, einen Jäger, wenn er ein Wild erblickt, heftiger Haß beherrscht, heftige Feindschaft, heftige Bösartigkeit, heftige Mordlust, ebenso, ihr Mönche, wird bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer die Wesen heftiger Haß beherrschen, heftige Feindschaft, heftige Bösartigkeit, heftige Mordlust, eines gegen den anderen, und zwar der Mutter gegen den Sohn, des Sohnes gegen die Mutter; des Vaters gegen den Sohn, des Sohnes gegen den Vater; des Bruders gegen den Bruder, des Bruders gegen die Schwester, der Schwester gegen den Bruder - sie alle wird heftiger Haß beherrschen, heftige Feindschaft, heftige Bösartigkeit, heftige Mordlust. Bei diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer wird sieben Tage lang ein Schwert-Interregnum herrschen. Sie werden gegeneinander Empfindungen gleich wilden Tieren hegen, scharfe Waffen werden in ihren Händen zu sehen sein, und mit scharfer Waffe, (schreiend): Da! ein Tier! Da! ein Tier!‘ werden sie einander des Lebens berauben. - Da nun wird einigen dieser Wesen der Gedanke kommen: Nicht wollen wir irgend jemandem, nicht soll uns irgend jemand (Leid antun). Sollten wir nicht in den Schutz der Steppen, in den Schutz der Wälder, in den Schutz von Baumhöhlen, in die Unzugänglichkeiten der Flüsse, in Bergesklüfte uns flüchten und unser Leben von den Wurzeln und Früchten des Waldes fristen?‘ Die werden dann in den Schutz der Steppen, in den Schutz der Wälder, in den Schutz von Baumhöhlen, in die Unzugänglichkeiten der Flüsse, in Bergesklüfte sich flüchten und sieben Tage lang das Leben von den Wurzeln und Früchten des Waldes fristen. Die werden dann nach Ablauf der sieben Tage den Schutz der Steppen, den Schutz der Wälder, den Schutz der Baumhöhlen, die Unzugänglichkeiten der Flüsse, die Bergesklüfte verlassen, einander in die Arme fallen, werden im Chor frohlocken, werden aufjauchzen: Wie gut, o Wesen! Du lebst ja! Wie gut, o Wesen! Du lebst ja!‘ Da nun, ihr Mönche, wird diesen Wesen der Gedanke kommen: Wir haben ja dadurch, daß wir uns unguten Dingen hingegeben haben, so lange Zeit den Verlust unserer Lieben erlitten. Sollten wir jetzt nicht Gutes wirken? Und was für Gutes sollen wir wirken? Sollten wir uns nicht des Tötens enthalten, dieses guten Dinges uns befleißigen?‘ Die werden sich dann des Tötens enthalten, werden dieses guten Dinges sich befleißigen. Die werden dann dadurch, daß sie sich guten Dingen hingeben, an Lebensdauer zunehmen, werden an Schönheit zunehmen. Und wenn sie so an Lebensdauer zunehmen, an Schönheit zunehmen, so werden diesen Menschen von zehnjähriger Lebensdauer zwanzgjährige Kinder geboren werden. Da nun, ihr Mönche, wird diesen Wesen der Gedanke kommen- Dadurch, daß wir guten Dingen uns hingeben, nehmen wir ja zu an Lebensdauer, nehmen wir zu an körperlicher Schönheit. Sollten wir nicht noch mehr Gutes wirken? Sollten wir uns nicht des Nehmens von nicht Gegebenem enthalten, der Unkeuschheit enthalten, des Lügens enthalten, des Angebens enthalten, der rauhen Rede enthalten, des müßigen Geschwätzes enthalten? Sollten wir nicht die Begehrlichkeit aufgeben, die Böswilligkeit aufgeben, die falsche Ansicht aufgeben, diese drei Dinge aufgeben: die Sucht nach Ungesetzlichem, die Gier nach Unrechtem, die falsche Lehre? Sollten wir nicht ehrerbietigen Benehmens gegen Mutter und Vater, gegen Büßer und Brahmanen und Familienoberhäupter uns befleißigen?‘ Die werden sich dann ehrerbietigen Benehmens gegen Vater und Mutter, gegen Büßer und Brahmanen befleißigen, und weil sie sich dieser guten Dinge befleißigen, werden sie an Lebensdauer zunehmen, werden sie an körperlicher Schönheit zunehmen. Und weil sie so an Lebensdauer zunehmen, an körperlicher Schönheit zunehmen, werden diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von zwanzig Jahren Kinder haben, die vierzig Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von vierzig Jahren werden Kinder haben, die achtzig Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzig Jahren werden Kinder haben, die hundertundsechzig Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von hundertundschzig Jahren werden Kinder haben, die dreihundertundzwanzig Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von dreihundertundzwanzig Jahren werden Kinder haben, die sechshundertundvierzig Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von sechshundertundvierzig Jahren werden Kinder haben, die zweitausend Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von zweitausend Jahren werden Kinder haben, die viertausend Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von viertausend Jahren werden Kinder haben, die achttausend Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von achttausend Jahren werden Kinder haben, die zwanzigtausend Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von zwanzigtausend Jahren werden Kinder haben, die vierzigtausend Jahre alt werden. Diese Menschen mit ihrer Lebensdauer von vierzigtausend Jahren werden Kinder haben, die achtzigtausend Jahre alt werden. Bei diesen Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren, ihr Mönche, werden die Mädchen mit fünfhundert Jahren mannbar werden. Bei diesen Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren wird es nur drei Krankheiten geben: Wünschen, Fasten und Altern. Bei diesen Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren wird dieses jambudipa mächtig und blühend sein, wimmelnd wie Hühnerschwärme die Dörfer, Flecken und Hauptstädte. Bei diesen Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren wird dieses jambudipa edrängt voll von Menschen sein wie die Avici-Hölle, gleich einem Schilfdickicht, gleich einem Rohrdickicht. Bei diesen Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren wird dieses Benares eine Residenz sein mit Namen Ketumati, mächtig, blühend, volkreich, reich an Menschen und an Nahrungsmitteln. Bei diesen Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren wird es in diesem jambudipa vierundachtzigtausend Städte geben mit der Residenz Ketlemati an der Spitze. Bei diesen Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren, ihr Mönche, wird in der Residenz Ketumati ein König namens Samkha erstehen, ein Weltherrscher, ein gerechter Rechtskönig, siegreich bis zu den Enden der Welt, Hort seiner Untertanen, mit den sieben Kostbarkeiten begabt. Der wird diese sieben Kostbarkeiten besitzen: nämlich ‚die Kostbarkeit des Rades, die Kostbarkeit des Elefanten, die Kostbarkeit des Rosses, die Kostbarkeit des Edelsteins, die Kostbarkeit des Weibes, die Kostbarkeit des Bürgers und die Kostbarkeit des Beraters siebentens. Über tausend Söhne wird er haben, heldenhaft, starkgliedrig, Zerschmetterer fremder Heere. Der wird diese Erde beherrschen bis zu den Grenzen des Meeres, ohne Stock, ohne Schwert, durch Gerechtigkeit. Bei diesen Menschen mit ihrer Lebensdauer von achtzigtausend Jahren, ihr Mönche, wird der Erhabene, Metteyya mit Namen, in der Welt erstehen, der Verehrungswürdige, der Voll-Erwachte, der in Wissen und Wandel Vollkommene, der Wegesmächtige, der Weltkenner, der unvergleichliche Lenker des Menschenvolkes, der Lehrer der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene, gleich wie gegenwärtig ich in der Welt erstanden bin als der Verehrungswürdige, der Voll-Erwachte, der in Wissen und Wandel Vollkommene, der Wegesmächtige, der Weltkenner, der unvergleichliche Lenker des Menschenvolkes, der Lehrer der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene. Der wird dann diese Welt künden, somit die Götterwelt, die Mara-Welt, die Brahma-Welt; er wird alles Geborene künden samt Büßern und Brahmanen, samt Göttern und Menschen, als einer, der es selber unmittelbar erkannt und verwirklicht hat, gleich wie gegenwärtig ich diese Welt künde, samt der Götterwelt, der Mara-Welt, der Brahma-Welt; gleich wie ich alles Geborene künde samt Büßern und Brahmanen, samt Göttern und Menschen, als einer, der es selber unmittelbar erkannt und verwirklicht hat. Er wird die Lehre zeigen, die im Anfang gute, die in der Mitte guter, die am Ende gute, nach ihrem eigenen Sinn, nach ihrer eigenen Fassung; das ganz vollkommene, geklärte Reinheitsleben wird er verkündigen; gleichwie gegenwärtig ich die Lehre zeige, die im Anfang gute, die in der Mitte gute, die am Ende gute, nach ihrem eigenen Sinn, nach ihrer eigenen Fassung, gleichwie ich das ganze vollkommene, geklärte Reinheitsleben verkündige. Der wird eine Mönchsgemeinde von vielen Tausenden leiten, gleichwie gegenwärtig ich eine Mönchsgemeinde von vielen Hunderten leite. Dann, ihr Mönche, wird der König namens Samkha den ihm vom König Maha-Panada vermachten Opferpfeiler aufrichten und wird, nachdem er dort weilend gegeben und gespendet hat, nachdem er Büßer und Brahmanen, Arme, Wanderer, Bettler und Bedürftige beschenkt hat, von Metteyya, dem Erhabenen, dem Verehrungswürdigen, dem Voll-Erwachten, sich Haar und Bart abnehmen lassen, wird die dunkelgelben Gewänder anlegen und aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausziehen. So hinausgezogen, wird der dann einsam weilen, zurückgezogen, ernsthaft, eifrig, zielbewußt, und gar bald wird er jenes unvergleichliche Ziel des Reinheitslebens, um dessen willen Edelgeborene gar willig aus dem Haus in die Hauslosigieit hinausziehen, schon in diesem Dasein aus sich selber erkennen, verwirklichen und sich zu eigen machen. Selber, ihr Mönche, seid euch Schutz, selber Zuflucht; nicht sei ein anderer eure Zuflucht. Die Lehre sei euch Schutz, die Lehre Zuflucht, nicht sei ein anderer eure Zuflucht. Und wie, ihr Mönche, ist ein Mönch sich selber Schutz, sieh selber Zuflucht, nicht ein anderer seine Zuflucht? Wie ist die Lehre ihm Schutz, die Lehre ihm Zuflucht, nicht ein anderer seine Zuflucht? Da weilt, ihr Mönche, ein Mönch beim Körper in genauer Betrachtung des Körpers, nachdem er das Elend weltlicher Gier überwunden hat; er weilt bei den Empfindungen in genauer Betrachtung der Empfindungen, nachdem er das Elend weltlicher Gier überwunden hat; er weilt bei den Gedanken in genauer Betrachtung der Gedanken, nachdem er das Elend weltlicher Gier überwunden hat; er weilt bei den Zuständen“‘ in genauer Betrachtung der Zustände, nachdem er das Elend weltlicher Gier überwunden hat. So, ihr Mönche, ist ein Mönch sich selber Schutz, sich selber Zuflucht, nicht sind andere seine Zuflucht; so ist die Lehre ihm Schutz, die Lehre ihm Zuflucht, nicht sind andere seine Zuflucht. Wandelt, ihr Mönche, auf eurem eigenen Weidegrund, im Gebiet eures väterlichen Erbteils. Auf eurem eigenen Weidegrund wandelnd, im Gebiet eures väterlichen Erbteils werdet ihr an Lebensdauer zunehmen, werdet ihr an Schönheit zunehmen, werdet ihr an Glück zunehmen, werdet ihr an Wohlstand zunehmen, werdet ihr an Kraft zunehmen. Und was, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Lebensdauer? Da- pflegt, ihr Mönche, ein Mönch jenen Pfad zu höheren Kräften, der mit der Anlage zum Streben nach Vertiefung aus dem Willen heraus begabt ist; er pflegt jenen Pfad zu höheren Kräften, der mit der Anlage zum Streben nach Vertiefung aus der Energie heraus begabt ist; er pflegt jenen Pfad zu höheren Kräften, der mit der Anlage zum Streben nach Vertiefung aus dem Denken heraus begabt ist; er pflegt jenen Pfad zu höheren Kräften, der mit der Anlage zum Streben nach Vertiefung aus der Überlegung heraus begabt ist. Der könnte dann durch Pflegen, durch Mehren dieser vier Pfade zu höheren Kräften, falls. er es wünscht, das Weltalter hindurch bestehen oder den Rest des Weltalters. Das, ihr Mönche, sage ich, gilt dem Mönch als Lebensdauer. Und was, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Schönheit? Da ist, ihr Mönche, ein Mönch zuchtbeflissen, wohl behütet im Schutz der Ordensregeln weilt er, eines guten Lebenswandels beflissen, voller Einsicht in die Gefahr auch kleiner Vergehungen; mit Hingabe übt er sieh in den Übungen. Das, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Schönheit. Und was, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Glück? Da weilt, ihr Mönche, ein Mönch, frei geworden von Lüsten, frei geworden von unguten Dingen, im Besitz der ersten Gedankenstufe, der mit Eindrücken und Erwägungen behafteten, der Einsamkeit-geborenen, der freudevoll-beglükkenden. Durch Zuruhekommen der Eindrücke und Erwägungen erlangt er die innere Beruhigung, die geistige Einheitlichung und weilt im Besitz der zweiten Gedankenstufe, der Eindrucks- und Erwägungs-freien, der Selbstvertiefung-geborenen, der freudevoll-beglückenden. Durch das Freiwerden von der Sucht nach Freude weilt ein Mönch gleichmütig, achtsam und besonnen und empfindet körperlich das Glück, welches die Edlen nennen: gleichmütig, einsichtig, glücklich weilend. So weilt er im Besitz der dritten Gedankenstufe. Durch das Fahrenlassen von Glück, durch das Fahrenlassen von Leid, durch das Hinschwinden der früheren Befriedigungen und Bekümmernisse weilt ein Mönch; im Besitz der vierten Gedankenstufe, der leidfreien, der glückfreien, der in Gleichmut und Verinnerlichung geklärten. Und das, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Glück. Und was, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Wohlstand? Da weilt, ihr Mönche, ein Mönch, liebevollen Gemüts eine Himmelsrichtung durchdringend, dann die zweite, dann die dritte, dann die vierte. So nach oben, nach unten, querüber, überall in Allverselbstung die ganze Welt mit liebevollem Gemüt, mit weitem, hohem, unbeschränktem, Haß- und Mißgunst-freiem durchdringend, weilt er. Er weilt, mit mitleidvollem, mit freudevollem, mit gleichmutvollem Gemüt eine Himmelsrichtung durchdringend, dann die zweite, dann die dritte, dann die vierte. So nach oben, nach unten, querüber, überall in Allverselbstung die ganze Welt mit mitleidvollem, mit freudevollem, mit gleichmutvollem Gemüt, mit weitem, hohem, unbeschränktem, Haß- und Mißgunst-freiem durchdringend, weilt er. Und das, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Wohlstand. Und was, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Kraft? Da hat, ihr Mönche, ein Mönch durch Schwinden der Triebe die triebfreie Gemütsbefreiung, Wissensbefreiung schon in diesem Dasein unmittelbar erkannt, verwirklicht und sich zu eigen gemacht. Das, ihr Mönche, gilt dem Mönch als Kraft. Nicht, ihr Mönche, kenne ich irgendeine Kraft, so schwer zu überwinden, wie die Kraft Maras, und dadurch, ihr Mönche, daß ihr euch des Guten befleißigt, wächst ja dieses euer Verdienst.« So sprach der Erhabene. Beglückt freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen. Digha-Nikaya

 

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