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Lehrreden des Buddha

MAHASACCAKA-SUTTA

DIE LEHRREDE AN SACCAKA

SO HABE ICH GEHÖRT- Einstmals weilte der Erhabene in Vesali, im Ma-ahavana, in der Türmchenhalle. Zu jener Zeit nun war der Erhabene schon frühzeitig fertig angekleidet und nahm Mantel und Almosenschale, mit der Absicht, auf den Bettelgang nach Vesali zu gehen. Da nun begab sich Saccaka Niganthaputta, zu Fuß hin und her lustwandelnd, zum Mahavana, zur Türmchenhalle. Und es sah der ehrwürdige Ananda den Saccaka Niganthaputta von weitem herankommen, und als er ihn gesehen hatte, sprach er zum Erhabenen so: »Herr, dieser Saccaka Niganthaputta kommt da heran, bewandert im Disputieren, ein geschickter Redner, hochgeehrt bei der großen Menge. Der, o Herr, spricht gern Schlechtes vom Buddha, spricht gern Schlechtes von der Lehre, spricht gern Schlechtes von der Mönchsgemeinde. Bitte, o Herr, möchte sich der Erhabene ein Weilchen niedersetzen, aus Mitleid.« Und es ließ sich der Erhabene auf dem bereiteten Sitz nieder. Da nun begab sich Saccaka Niganthaputta zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte er sich freundlich mit dem Erhabenen und ließ sich nach der üblichen freundlichen Begrüßung seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach Saccaka Niganthaputtk, zum Erhabenen so: »Es gibt, Herr Gotama, einige Büßer und Brahmanen, die üben aufs eifrigste die Ausbildung des Körpers, nicht die Ausbildung des Geistes. Die erleiden nun, Herr Gotama, eine körperlich schmerzliche Empfindung. Es kommt vor, Herr Gotama, daß einen solchen, der von einer körperlich schmerzlichen Empfindung betroffen wird, tatsächlich der Schlag rührt, daß ihm tatsächlich das Herz springt, daß ihm heißes Blut aus dem Munde kommt, oder daß er in Raserei und Wahnsinn verfällt. Bei einem solchen, Herr Gotama, ist also der Geist an den Körper gebunden, lebt in der Gewalt des Körpers. Und was ist der Grund hierfür? Mangelhafte Ausbildung des Geistes. Es gibt aber, Herr Gotama, auch einige Büßer und Brahmanen, die üben aufs eifrigste die Ausbildung des Geistes, nicht die Ausbildung des Körpers. Die erleiden nun, Herr Gotama, eine geistig schmerzliche Empfindung. Es kommt vor, Herr Gotama, daß einen solchen, der von einer geistig schmerzlichen Empfindung betroffen wird, tatsächlich der Schlag rührt, daß ihm tatsächlich das Herz springt, daß ihm heißes Blut aus dem Munde kommt, oder daß er in Raserei und Wahnsinn verfällt. Bei einem solchen, Herr Gotama, ist also der Körper an den Geist gebunden, lebt in der Gewalt des Geistes. Und was ist der Grund hierfür? Mangelhafte Ausbildung des Körpers. Mir kommt da, Herr Gotama, der Gedanke; Sicherlich üben die Schüler des Herrn Gotama aufs eifrigste die Ausbildung des Geistes, nicht aber die Ausbildung des Körpers.« »Was aber, Aggivessana, hast du denn gehört, daß Ausbildung des Körpers sei?« »Zum Beispiel Nanda Vascha, Kiesa Sankicca, akkhali Gosala, die sind, Herr Gotama, Nacktler, der Sitte Entbundene, Handablecker, nicht solche, die auf das Komm, Herr!‘ hören, nicht solche, die auf das Warte, Herr!‘ hören, gestatten sich nichts Gebrachtes, nichts eigens für sie Hergerichtetes, keine Einladung. Sie bedienen sich opfers, keiner Schüssel. Sie nehmen nichts an, beim Annehmen keines wenn die Schwelle dazwischen ist; nichts, wenn Stöcke und Kloben dazwischen sind; nichts von zu zweit Speisenden; nichts von einer Schwangeren; nichts von einer Stillenden; nichts von einer, die von einem Mann zum anderen geht; nichts bei öffentlichen Ausrufen; nichts, wo ein Hund dabeisteht; nichts, wo Fliegen umherschwärmen. Sie nehmen nicht Fisch, nicht Fleisch zu sich, nicht Wein, nicht Branntwein, nicht gegorenen Gerstenschleim. Die sind Besucher nur eines Hauses, nehmen nur einen Mundvoll Speise; oder Besucher zweier Häuser, nehmen zwei Mundvoll; oder Besucher von sieben Häusern, nehmen sieben Mundvoll. Sie leben von nur einer Gabe, sie leben von zwei Gaben, sie leben von sieben Gaben. Sie nehmen Nahrung nach je einem Tag, sie nehmen Nahrung nach je zwei Tagen, sie nehmen Nahrung nach je sieben Tagen; so üben sie eifrig in dieser Weise die Übung der halbmonatlichen Nahrungsaufnahme.« »Wie aber, Aggivessana? Bleiben sie nun bei diesem so großen Zwischenraum?« »0 nein, Herr Gotama! Sondern eines Tages nehmen sie allerhand vorzügliche feste Speisen zu sich, nehmen allerhand vorzügliche flüssige Speisen zu sich, kosten allerhand vorzügliche Leckereien, trinken allerhand vorzügliche Getränke. Dadurch bringen sie freilich wieder Kraft in den Körper, nehmen zu, werden fett.« »Was sie also, Aggivessana, zuerst abgestoßen hatten, das häufen sie nachher wieder an. So kommt das Schwinden und Schwellen dieses Körpers zustande. Was aber, Aggivessana, hast Und Saccaka Nidu denn gehört, daß Ausbildung des Geistes sei?« ganthaputta, vom Erhabenen über die Ausbildung des Geistes befragt, konnte nichts vorbringen. Da nun sprach der Erhabene zu Saccaka Niganthaputta so: »Was du da vorher, Aggivessana, Ausbildung des Körpers genannt hast, das ist in der Zucht des Edlen nicht die rechte Ausbildung des Körpers. Nicht einmal die Ausbildung des Körpers kennst du, Aggivessana; woher solltest du wohl die Ausbildung des Geistes kennen? Nun aber, Aggivessana, wie man unausgebildet ist sowohl in bezug auf den Körper wie unausgebildet in bezug auf den Geist; ausgebildet sowohl in bezug auf den Körper, wie ausgebildet in bezug auf den Geist, das höre. Gib wohl acht! Ich werde reden!« »ja, o Herr« antwortete da Saccaka Niganthaputta dem Erhabenen. Der Erhabene sprach so: »Und wie, Aggivessana, ist einer unausgebildet sowohl in bezug auf den Körper wie unausgebildet in bezug auf den Geist? Da entsteht, Aggivessana, einem unbelehrten Weltmenschen ein wohliges Gefühl. Der, von diesem wohligen Gefühl getroffen, wird wohllüstig und verfällt der Wohllust. Diesem schwindet das wohlige Gefühl und durch das Schwinden des wohligen Gefühls entsteht ein leidiges Gefühl. Der, von diesem leidigen Gefühl getroffen, jammert, stöhnt, klagt, weint und schlägt sich die Brust, verfällt dem Irrsinn. Diesem, Aggivessana, hält das wohlige Gefühl, das ihm da entstanden ist, den Geist gefangen infolge der mangelhaften Ausbildung des Körpers; und auch das leidige Gefühl, das ihm da entstanden ist, hält den Geist gefangen infolge der mangelhaften Ausbildung des Geistes. Wem auch immer, Aggivessana, so beiderseits das entstandene wohlige Gefühl den Geist gefangen hält infolge der mangelhaften Ausbildung des Körpers und das entstandene leidige Gefühl den Geist gefangen hält infolge der mangelhaften Ausbildung des Geistes, der ist somit, Aggivessana, unausgebildet sowohl in bezug auf den Körper wie unausgebildet in bezug auf den Geist. Hier geht es um die Gefühlswelt, die Empfindungen, die durch Sinneswahrnehmung (Unterschiedswahrnehmung) entsteht. Wenn nun ein gutes Gefühl da ist, entsteht der Wunsch, dieses Gefühl zu erhalten.Wenn dieses gute Gefühl aber schwindet, fühlt der Mensch sich elend. Er fühlt sich KÖRPERLICH elend, weil der Körper ein gutes Gefühl haben möchte. Somit ist der Körper nicht ausgebildet. Wenn nun ein ungutes Gefühl da ist, beläßt der Geist es nicht beim körperlichen, sondern identifiziert sich damit, und leidet. Somit ist der Geist nicht richtig ausgebildet. Und wie, Aggivessana, ist einer ausgebildet sowohl in bezug auf den Körper, wie ausgebildet in bezug auf den Geist? Da entsteht, Aggivessana, einem wohlbelehrten Hörer des Edlen ein wohliges Gefühl. Der, von diesem wohligen Gefühl getroffen, wird nicht wohllüstig, verfällt nicht der Wohllust. Dem schwindet nun dieses wohlige Gefühl; durch das Schwinden des wohligen Gefühls entsteht ein leidiges Gefühl‘ der, von dem leidigen Gefühl getroffen, jammert nicht, stöhnt nicht, klagt nicht, weint nicht und schlägt sich nicht die Brust, verfällt nicht dem Irrsinn. Diesem, Aggivessana, hält das wohlige Gefühl, das ihm da entstanden ist, den Geist nicht gefangen, eben infolge der Ausbildung des Körpers; das leidige Gefühl, das ihm da entstanden ist, hält den Geist nicht gefangen, eben infolge der Ausbildung des Geistes. Ein Mensch, der sowohl körperlich als auch geistig ausgebildet ist, läßt sich von seinen gefühlsmäßigen Empfindungen nicht beeinflussen. Er weis, daß gefühle nur durch Sinnesberührung entstehen, und durch Zu - oder Abneigung zu den Dingen. Somit braucht er nur seine Neigungen zu kontrollieren, um von den Gefühls - Empfindungen nicht mehr beeinflußt zu werden. (weder körperlich noch geistig). Wem auch immer, Aggivessana, so beiderseits das entstandene wohlige Gefühl den Geist nicht gefangen hält, infolge der Ausbildung des Körpers, und das entstandene leidige Gefühl den Geist nicht gefangen hält, infolge der Ausbildung des Geistes, der ist somit, Aggivessana, ausgebildet sowohl in bezug auf den Körper, wie ausgebildet in bezug auf den Geist« »So bin ich beim Herrn Gotama überzeugt: Der Herr Gotama ist sowohl ausgebildet in bezug auf den Körper wie ausgebildet in bezug auf den Geist.« »Sicherlich, Aggivessana, hast du dieses Wort gesprochen mit‘, der Absicht, mich bloßzustellen. Nichtsdestoweniger will ich dir antworten: Seit ich, Aggivessana, mir Haar und Bart habe scheren lassen, die dunkel-gelben Gewänder angelegt habe, aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausgezogen bin, daß da ein entstandenes wohliges Gefühl mir den Geist gefangenhalten könnte; daß da ein entstandenes leidiges Gefühl mir den Geist gefangenhalten könnte - eine derartige Möglichkeit gibt es nicht.« »Vielleicht entsteht dann dem Herrn Gotama überhaupt nicht ein derartiges wohliges Gefühl, das, wenn entstanden, den Geist gefangenhalten könnte. Vielleicht entsteht dann dem Herrn Gotama überhaupt nicht ein derartiges leidiges Gefühl, das, wenn entstanden, den Geist gefangenhalten könnte?« »Weshalb sollte das nicht der Fall sein? Da kam mir, Aggivessana, vor der vollen Erwachung, noch nicht völlig Erwachten, dem zur Erwachung Veranlagten: Gebunden ist das Hausleben, ein Weg der Unreinheit; treten ins Freie ist das Verlassen der Häuslichkeit. Nicht ist es leicht, beim Leben im Hause das einzig-vollendete, einzig-geklärte, muschelblanke Reinheitsleben zu fuhren. Sollte ich nicht lieber mir Haar und Bart scheren lassen, die dunkel-gelben Gewänder anlegen und aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausziehen?‘ Und, Aggivessana, nach gar nicht langer Zeit ging ich, der ich jung und kräftig war, schwarzhaarig, in jugendlicher Schönheit, im ersten Mannesalter, gegen den Wunsch der Eltern, der tränen-überströmten, weinenden, nachdem ich mir Haar und Bart hatte scheren lassen, nachdem ich die dunkel-gelben Mönchsgewänder angelegt hatte - ich ging aus dem Haus in die Hausosigkeit hinaus. Da nun, Aggivessana, kamen mir drei Gleichnisse in nicht-erstaunliche, nie zuvor gehörte: Gleich als wenn da, ein Stück Holz wäre, feucht, vollgesogen, ins Wasser käme nun ein Mann heran, mit einem Reibholz: Ich werde Feuer hervorrufen, ich werde eine Flamme erscheinen lassen.‘ Was meinst du wohl, Aggivessana, könnte dieser Mann, wenn er jenes Stück Holz, feucht, vollgesogen, ins Wasser geworfen, mit dem Reibholz bearbeitete, Feuer hervorrufen, eine Flamme erscheinen lassen?« »Das nicht, Herr Gotama. Und aus welchem Grunde? jenes Stück Holz ist ja feucht, vollgesogen, und es war ja ins Wasser geworfen. In Anbetracht dessen, würde dieser Mann nur die Ermüdung und Unannehmlichkeit davon haben.« »Ebenso auch, Aggivessana: Alle diejenigen Büßer und Brahmanen, die in bezug auf den Körper den Lüsten nicht entfremdet leben, und bei denen, was da an den Lüsten Lustgier, Lustsucht, Lustverblendung, Lustdurst, Lustfieber ist, innerlich nicht völlig aufgegeben, nicht beruhigt ist - wenn diese verehrten Büßer und Brahmanen sie überkommende schmerzliche, scharfe, bittere Gefühle fühlen, so sind sie unfähig zum Wissen, zur Einsicht, zur unvergleichlichen Erwachung; und auch, wenn jene verehrten Büßer und Brahmanen nicht solche sie überkommende schmerzliche, scharfe, bittere Gefühle fühlen, auch dann sind sie unfähig zum Wissen, zur Einsicht, zur unvergleichlichen Erwachung. Dieses erste Gleichnis, Aggivessana, das nicht-erstaunliche, nie zuvor gehörte, kam mir da in den Sinn. Hier wird gezeigt, daß die Gefühls - Empfindungen, von den Lüsten, den Begierden, dem Verlangen abhängen. So lange der Mensch also noch diesen Lüsten unterliegt, (in Bezug auf den Körper und den Geist), sich noch in diesen Lüsten tummelt, kann er kein höheres Wissen erreichen, ganz zu schweigen von dieser unvergleichlichen Erwachung. So, woie das Holz noch IM Wasser ist, und nicht entzündet werden kann. Weiter aber, Aggivessana, kam mir ein zweites Gleichnis in den Sinn, ein nicht-erstaunliches, nie zuvor gehörtes.- Gleich als wenn da, Aggivessana, ein Stück Holz wäre, feucht, vollgesogen, fern vom Wasser auf trockenen Grund geworfen. Da käme nun ein Mann heran mit einem Reibholz: Ich werde Feuer hervorrufen, ich werde eine Flamme erscheinen lassen.‘ Was meinst du wohl, Aggivessana, könnte dieser Mann, wenn er jenes Stück Holz, feucht, vollgesogen, fern vom Wasser auf trockenen Grund geworfen, mit dem Reibholz bearbeitete, Feuer hervorrufen, eine Flamme erscheinen lassen?« »Das nicht, Herr, Gotama. Und aus welchem Grunde? Jenes Stück Holz ist ja feucht, vollgesogen; was hat es da zu sagen, daß es fern vom Wasser auf trockenen Grund geworfen ist! In Anbetracht dessen würde dieser Mann nur die Ermüdung und Unannehmlichkeit davon haben!« »Ebenso auch, Aggivessana: Alle diejenigen Büßer und Brahmanen, die in bezug auf den Körper den Lüsten nicht entfremdet leben und bei denen, was da an den Lüsten Lustgier, Lustsucht, Lustverblendung, Lustdurst, Lustfieber ist, innerlich nicht völlig aufgegeben, nicht völlig beruhigt ist - wenn diese verehrten Büßer und Brahmanen sie überkommende schmerzliche, scharfe, bittere Gefühle fühlen, so sind sie unfähig zum Wissen, zur Einsicht, zur unvergleichlichen Erwachung; und auch wenn jene verehrten Büßer und Brahmanen nicht solche sie überkommende schmerzliche, scharfe, bittere Gefühle fühlen, auch dann sind sie unfähig zum Wissen, zur Einsicht, zur unvergleichlichen Erwachung. Selbst wenn man versucht, sich von den Objekten fern zu halten, (sich also künstlich zurückzieht) aber die Lust noch nicht überwunden ist, (im Geiste aber diese Lust noch vorhanden ist), ist der Mensch nicht fähig Weisheit zu erlangen. So wie es eben auch nichts nützt, wenn das Holz nicht mehr im Wasser liegt, aber doch noch vollgesogen von Wasser ist. Dieses zweite Gleichnis, Aggivessana, das nicht-erstaunliche, nie zuvor gehörte, kam mir da in den Sinn. weiter aber, Aggivessana, kam mir ein drittes Gleichnis in den Sinn, ein nicht-erstaunliches, nie zuvor gehörtes: Gleich als wenn da, Aggivessana, ein Stück Holz wäre, trocken, dürr, fern vom Wasser aufs Land geworfen. Da käme nun ein Mann heran mit einem Reibholz: Ich werde Feuer hervorrufen, ich werde eine Flamme erscheinen lassen.‘ Was meinst du wohl, Aggivessana, könnte dieser Mann, wenn er jenes Holz, trocken, dürr, fern vom Wasser aufs Land geworfen mit dem Reibholz bearbeitete, Feuer hervorrufen, eine Flamme erscheinen lassen?« »ja, Herr Gotama Und aus welchem Grunde? jenes Stück Holz ist ja trocken, dürr, fern vom Wasser aufs Land geworfen.« »Ebenso auch, Aggivessana: Alle diejenigen Büßer und Brahmanen, die in bezug auf den Körper den Lüsten entfremdet leben, und bei denen, was da an den Lüsten Lustgier, Lustsucht, Lustverblendung, Lustdurst, Lustfieber ist, innerlich völlig aufgegeben, völlig beruhigt ist - wenn diese verehrten Büßer und Brahmanen sie überkommende schmerzliche, scharfe, bittere Gefühle fühlen so sind sie fähig zum Wissen, zur Einsicht, zur unvergleichlichen Erwachung; und auch wenn jene verehrten Büßer und Brahmanen nicht solche sie überkommende Schmerzliche, scharfe, bittere Gefühle fühlen, auch dann sind sie fähig zum Wissen, zur Einsicht, zur unvergleichlichen Erwachung. Nur wer FREI von diesen Lüsten ist, frei von Begierde, wird auch von den Gefühle - Empfindungen nicht mehr beeinflußt. Ist nicht mehr GEBUNDEN, und hat daher auch kein Leid. Dieser ist dann sehr wohl fähig zu höherer Erkenntnis, zu Weisheit und zur unvergleichlichen Erwachung. Dieses dritte Gleichnis, Aggivessana, das nicht-erstaunliche, nie zuvor gehörte, kam mir da in den Sinn. Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: sollte ich nicht, die Zähne aufeinander pressend, die Zunge an den Gaumen legend, durch Denken den Geist herunterzwingen, herunterkämpfen herunterquälen?‘ Und ich, Aggivessana, die Zähne aufeinanderpressend die Zunge an den Gaumen legend, ich zwang durch Denken den herunter, ich kämpfte ihn herunter, ich quälte ihn herunter. Und wie ich, so die Zähne aufeinanderpressend, die Zunge an den Gaumen legend, durch Denken den Geist herunterzwang, herunterkämpfte, herunterquälte ergossen sich mir Ströme von Schweiß aus den Achselhöhlen. Gleich als wenn, Aggivessana, ein kräftiger Mann einen schwächeren Mann beim Kopfe ergriffe oder bei der Schulter ergriffe und ihn herunterzwänge, herunterkämpfte, herunterquälte, ebenso, Aggivessana, ergossen sich mir da Ströme von Schweiß aus den Achselhöhlen, als ich, die Zähne aufeinanderpressend, die Zunge an den Gaumen legend, durch Denken den Geist herunterzwang, herunterkämpfte, herunterquälte. Rege zwar, Aggivessana, war da meine Kraft, aufrecht; bereit die Aufmerksamkeit, unverwirrt; völlig rege aber auch mein Körper, nicht beruhigt, mir, der ich in dieser Leidensaskese Askese-gequält verweilte. Und auch das derart mir entstandene leidige Gefühl, Aggivessana, hielt den Geist nicht gefangen. Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke-. ,Sollte ich mich nicht in Selbstvertiefung mit aufgehobener Atmung vertiefen?‘ Und ich, Aggivessana, stellte nun vom Munde sowohl wie von der Nase her die Ein- und Ausatmungen ein. Und während ich so vom Munde und von der Nase her die Ein- und Ausatmungen einstellte, ging mir da von den Ohren ein gewaltiges Geräusch der einsetzenden Strömungen aus. Gleich als wenn, Aggivessana, von eines Schmiedes Blasebalg, der in vollem Blasen ist, ein gewaltiges Geräusch ausgeht, ebenso auch, Aggivessana, ging mir da, während ich so von Mund und Nase her die Ein- und Ausatmungen einstellte, von den Ohren ein gewaltiges Geräusch der einsetzenden Strömungen aus. Rege zwar, Aggivessana, war da meine Kraft, aufrecht; bereit die Aufmerksamkeit, unverwirrt: völlig rege aber auch mein Körper, nicht beruhigt, mir, der ich in dieser Leidensaskese Askese-gequält verweilte. Und auch das derart mir erstandene leidige Gefühl hielt den Geist nicht gefangen. Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: Sollte ich mich nicht nun weiter in Selbstvertiefung mit aufgehobener Atmung vertiefen?‘ Und ich, Aggivessana, stellte nun vom Munde sowohl wie von der Nase wie vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen ein. Und während ich so vom Munde, von der Nase und vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen einstellte, da schlugen gewaltige Strömungen nach oben gegen die Schädeldecke. Gleich als wenn, Aggivessana, ein kräftiger Mann mit scharfer Schwertspitze die Schädeldecke bearbeitete, ebenso, Aggivessana, schlugen mir da, während ich vom Munde, von der Nase und vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen einstellte, gewaltige Strömungen nach oben gegen die Schädeldecke. Rege zwar, Aggivessana, war da meine Kraft, aufrecht; bereit die Aufmerksamkeit, unverwirrt; völlig rege aber auch mein Körper, nicht beruhigt, mir, der ich in dieser Leidensaskese Askesegequält verweilte. Und auch das derart mir entstandene leidige Gefühl hielt den Geist nicht gefangen Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: Sollte ich mich nicht nun weiter in Selbstvertiefung mit aufgehobener Atmung vertiefen?‘ Und ich, Aggivessana, stellte nun vom Munde sowohl wie von der Nase wie vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen ein. Und während ich so vom Munde, von der Nase und vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen einstellte, da hatte ich im Kopfe gewaltige Kopf-Empfindungen. Gleich als wenn, Aggivessana, ein kräftiger Mann mit einem starken Riemenrücken um den Kopf einen Ring legte, ebenso, Aggivessana, hatte ich da, während ich so vom Munde, von der Nase und vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen einstellte, im Kopfe gewaltige Kopf-Empfindungen. Rege zwar, Aggivessana, war da meine Kraft, aufrecht bereit die Aufmerksamkeit unverwirrt; völlig rege aber auch mein Körper, nicht beruhigt, mir, der ich in dieser Leidensaskese Askese-gequält verweilte. Und auch das derart mir entstandene leidige Gefühl hielt den Geist nicht gefangen. Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: Sollte ich mich nicht nun weiter in Selbstvertiefung mit aufgehobener Atmung vertiefen?‘ Und ich, Aggivessana, stellte nun vom Munde sowohl wie von der Nase wie vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen ein. Und während ich so vom Munde, von der Nase und vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen einstellte, da durchschnitten mir gewaltige Strömungen den Bauch. Gleich als wenn, Aggivessana, ein geschickter Kuhschlächter oder Kuhschlächtergeselle mit einem scharfen Schlachtmesser den Bauch zerschnitten ebenso, Aggivessana, zerschnitten mir da, während ich so vom Munde, von der Nase und vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen einstellte, gewaltige Strömungen den Bauch. Rege zwar, Aggivessana, war da meine Kraft, aufrecht; bereit die Aufmerksamkeit, unverwirrt; völlig rege aber auch mein Körper, nicht beruhigt, mir, der ich in dieser Leidensaskese Askese-gequält verweilte. Und auch das derart mir entstandene leidige Gefühl hielt den Geist nicht gefangen. Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: Sollte ich mich nicht nun weiter in Selbstvertiefung mit aufgehobener Atmung vertiefen?‘ Und ich, Aggivessana, stellte nun vom Munde sowohl wie von der Nase wie vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen ein. Und während ich so vom Munde, von der Nase und vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen einstellte, da fühlte ich im Körper einen gewaltigen Brand. Gleich als wenn, Aggivessana, zwei kräftige Männer einen schwächeren Mann jeder an einem Arm ergriffen und in eine Grube mit glühenden Kohlen hineinzerrten, vollständig hineinzerrten, ebenso auch, Aggivessana, fühlte ich da, während ich so vom Munde, von der Nase und vom Ohre her die Ein- und Ausatmungen einstellte, im Körper einen gewaltigen Brand. Rege zwar, da meine Kraft, aufrecht; bereit die Aufmerksamkeit, geistig rege aber auch mein Körper, nicht beruhigt, mir Leidensaskese Askese-gequält verweilte. Und auch das andere leidige Gefühl hielt den Geist nicht gefangen. Aggivessana, sahen mich Gottheiten, die sagten so: Tot ist der Büßer Gotama.‘ Andere Gottheiten sagten so: Nicht tot ist der Büßer Gotama, aber er ist im Sterben.‘ Wieder andere Gottheiten sagten so: Nicht tot ist der Büßer Gotama, er liegt auch nicht im Sterben. Ein Heiliger ist der Büßer Gotama, und derartig ist eben der Zustand eines Heiligen.‘ Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: Sollte ich nicht lieber ganz und gar Nahrungsenthaltung üben?‘ Da nun nahten sich mir Gottheiten, Aggivessana, die sprachen: Nicht, du Verehrter, übe doch völlige Nahrungsenthaltung! Wenn du, Verehrter, völlige Nahrungsenthaltung übst, so werden wir dir himmlische Lebensessenz durch uns zu essen geben. Durch die wirst du weiterleben.‘ Und es Aggivessana, der Gedanke: Wenn ich nun auch völliges Fasten würde und diese Gottheiten mir himmlische Lebensessenz durch Ohren zu essen geben würden und ich durch die weiterleben würde das meinerseits eine Lüge seit>.‘ Ich wies also jene Gottheiten zurück und sagte: Genug!‘ Und es kam mir, Aggivessana, der m Gedanke, Sollte ich nicht lieber ein ganz klein wenig Nahrung aufnehmen, immer nur eine Hohlhand voll, mag es nun Bohnenbrühe sein, mag es Wickenbrühe sein, mag es Brühe von kleinen oder großen Erbsen sein?‘ Und ich, Aggivessana, nahm ein ganz klein wenig Nahrung zu mir nur eine Hohlhandvoll, mochte es nun Bohnenbrühe, Erbsenbrühe sein, mochte es Brühe von kleinen oder großen Und als ich, Aggivessana, nur so ein ganz klein wenig nahru ahm, immer nur eine Hohlhand voll, mochte es nun Boh mochte es Wickenbrühe sein, mochte es Brühe von kleinen Erbsen sein, da verfiel mir der Körper in eine übermäßige. Gleichwie die Knoten bei Gräsern und Kriechern, so wurden dieGelenke meiner Glieder, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Gleich wie die Huffläche eines Kamels, so wurde da mein Gesäß, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Gleichwie ein geknoteter Strick, so wurde da mein Rückgrat mit seinen Erhebungen und Senkungen eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Gleichwie bei einer verfallenen Halle die Dachsparren hierhin und dorthin herausstehen, so auch standen mir die Rippen hierhin und dorthin heraus, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Gleichwie bei einem tiefen Brunnen die sternartigen Wasserreflexe tiefliegend, (gleichsam) verschwindend erscheinen, ebenso auch erschienen da in den Augenhöhlen meine Augensterne tiefliegend, (gleichsam) verschwindend, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Gleichwie ein Bitterkürbis, roh angeschnitten, in Wind und Sonnenglut schrumpfig und welk wird, ebenso auch wurde mir da die Kopfhaut schrumpfig und welk, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Und, Aggivessana: die Bauchhaut wollte ich streichen und bis ans Riickgrat geriet ich; das Rückgrat wollte ich streichen und bis gegen die Bauchhaut geriet ich. Bis so weit, Aggivessana, waren Bauchhaut und Rückgrat einander nahe gekommen, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Und, Aggivessana- Stuhl und Urin wollte ich lassen, aber dabei fiel ich vornüber, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Und, Aggivessana: Um mich körperlich zu erfrischen, rieb ich mit der Hand die Glieder entlang. Und indem ich mit der Hand die Glieder entlang rieb, da fielen mir die an der Wurzel faulen Haare aus dem Körper, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Und damals sahen mich, Aggivessana, Menschen, die sagten so: Blauschwarz, ist der Büßer Gotama.‘ Einige andere sagten so: Nicht blauschwarz ist der Büßer Gotama, bräunlich ist der Büßer Gotama.‘ Einige andere sagten so: Nicht blauschwarz ist der Büßer Gotama, auch nicht bräunlich; blaßgrau ist der Büßer Gotama.‘ Bis soweit, Aggivessana, war mir die reine Hautfarbe, die, klare, verdorben worden, eben durch diese geringe Nahrungsaufnahme. Und es kam mir, Aggivessana der Gedanke: Welche Büßer und Brahmanen auch immer in vergangener Zeiten sie überkommende schmerzliche, scharfe, bittere Gefühle haben - dieses ist das höchste; mehr darüber hinaus gibt es nicht Büßer und Brahmanen auch immer in zukünftigen Zeiten sie ül mende Schmerzliche, scharfe, bittere Gefühle fühlen werden - d das höchste; mehr darüber hinaus gibt es nicht; welche Büßer u manen auch immer jetzt eben sie überkommende schmerzliche bittere Gefühle fühlen - dieses ist das höchste; mehr darüber hi es nicht.‘ Nicht aber erreichte ich durch diese bittere Mühsal Menschliches hinausgehende, die Art der Einsicht, die da genügt zum edlen Wissen. Hier schilderte Buddha seinen Weg, und seinen Kampf, das höchste Ziel desw Menschen zu erreichen. Er zeigt die selbstkasteiung des Körpers, und wie dadurch sein Geist nicht gefangen gehalten wurde. Sein Geist blieb eben FREI von diesen körperlichen Empfindungen - unbeeinflußt. Doch diese Selbstkasteiung, führt nicht anz Ziel. Das mußte auch ein Buddha einsehen, und darum sagt er später: Zwei Dinge meide o Wanderer: Die unnützen Wünsche, und die übermäßige kasteiung des Körpers. Unedle Menschen verzweifeln schon, wenn sie nur ein kleiner Schicksalsschlag trifft, und erholen sich davon nicht mehr. (Z.B. Verlust des Kindes, oder Verlust des Arbeitsplatzes, Geldverlust, schwere Krankheit, usw.) Der edle Mensch überwindet das alles, läßt sich durch solche Dinge in seinem Geist nicht festhalten, geht weiter. Sollte da nicht ein anderer Weg sein zur Erwachung? Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: Ich erinnere mich, bei den Feldarbeiten meines Vaters Sakka, im Schatten eines jambu-Baumes sitzend, freigeworden von Lüsten, freigeworden von unguten Dingen, im Besitz der mit Eindrücken und Erwägungen verbundenen, Einsamkeits-entstandenen, freudvoll-beglückenden ersten Gedankenstufe geweilt zu haben. Sollte das nicht der Weg zur Erwachung sein?« Jetzt zeigt der Buddha diese Gedankenstufen, die jeder Mensch erreicht, der FREI von Verlangen und Begehren geworden ist. In der Bibel ist das schon der Tod (im eigentlichen Sinne schon die Wandlung im Grabe). Wie diese Wandlung im Detail vor sich geht, das zeigt der Buddha sehr gut in der folgenden Erklärung. Und es kam mir, Aggiavessana, dieser Erinnerung folgend, das Bewußtsein: Dieses ist der Weg zur Erwachung!‘ Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: Was ich mich wohl vor diesem Glück fürchten, diesem Glück ohne diesem Glück ohne ungute Dinge.‘ Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke- Nicht doch fürchte ich mich vor diesem Glück, diesem ohne Lüste, ohne ungute Dinge?‘ Und es kam mir, Aggivessana, der Gedanke: Sicherlich ist dieses Glück nicht leicht zu erreichen mit einem Körper, der in eine so übergroße Entkräftung geraten ist. Sollte ich nicht lieber feste Nahrung zu mir nehmen? Gekochten Reis und Grütze?‘ Und ich, Aggivessana, nahm feste Nahrung zu mir, gekochten Reis und Grütze. Zu jener Zeit aber, Aggivessana, standen mir fünf Mönche zur Seite (in der Hoffnung): Die Wahrheit, die der Büßer Gotama erreichen wird, die wird er uns mitteilen.‘ Als ich nun aber, Aggivessana, feste Nahrung zu mir nahm, gekochten Reis und Griyze, da gingen diese fünf Mönche enttäuscht von mir weg: üppig geworden ist der Büßer Gotama, ungesammelten Strebens, der Üppigkeit zugewandt.‘ Und nachdem ich nun, Aggivessana, feste Nahrung zu mir genommen und Kraft gewonnen hatte, da verweilte - ich, freigeworden von Lüsten, freigeworden von unguten Dingen, im Besitz der ersten Gedankenstufe, der mit Eindrücken und Erwägungen verbundenen, der Einsamkeit-entstandenen, der freudvoll-beglückenden. Und das derart mir entstandene wohlige Gefühl, Aggivessana, hielt den Geist nicht gefangen. Durch Zuruhekommen der Eindrücke und Erwägungen erlangte ich die innere Beruhigung, die geistige Einheitlichung und weilte im Besitz der zweiten Gedankenstufe, der Eindruck- und Erwägung-freien, der Selbstvertiefung-entstandenen, der freudvoll-beglückenden. Und auch das derart mir entstandene wohlige Gefühl, Aggivessana, hielt den Geist nicht gefangen. Durch das Freiwerden von Sucht nach Freude weilte ich gleidlmütig, nachdenklich und besonnen; körperlich empfand ich das Glück, das die Edlen nennen: gleidlmütig, einsiditig, glücklich weilend‘. So weilte ich im Besitz der dritten Gedankenstufe. Und auch das derart mir entstandene wohlige Gefühl, Aggivessana, hielt den Geist nicht gefangen. Durch das Fahrenlassen von Glück, durch das Fahrenlassen von Leid, durch das Hinschwinden der früheren Befriedigungen und Bekümmernisse, weilte ich im Besitz der vierten Gedankenstufe, der leidfreien, der glückfreien, der in Gleichmut und Verinnerlichung geklärten. Und auch das derart mir entstandene wohlige Gefühl, Aggivessana, hielt den Geist nicht gefangen. Und mit gesammeltem Geiste, mit gereinigtem, geklärtem, fleckenlosem, Beschmutzungs-freiem, biegsam gewordenem, hämmerbarem, standhaftem, unerschütterlichem, richtete ich den Geist auf das Wissen von der Erinnerung an den früheren Aufenthalte. In mannigfacher Weise erinnerte ich mich an den früheren Aufenthalt- nämlich an eine Geburt, an zwei Geburten, an drei Geburten, an vier Geburten, an fünf Geburten, an zehn Geburten, an zwanzig Geburten, an dreißig Geburten, an vierzig Geburten, an fünfzig Geburten, an hundert Geburten, an tausend Geburten, an hunderttausend Geburten; an mehrere Perioden des Weltschrumpfens, an mehrere Perioden des Welterblühens, an mehrere Perioden des Weltschrumpfens und Welterblühens: Dort war ich. So war der Name, so das Geschlecht, so die Kaste, so der Lebensunterhalt; so erlebte ich Freudiges und Leidiges; so war das Lebensende. Von da entschwunden, tauchte ich dort auf. Da war ich nun. So war der Name, so das Geschlecht, so die Kaste,-so der Lebensunterhalt; so erlebte ich Freudiges und Leidiges; so war das Lebensende. entschwunden, bin ich hier aufgetaucht.‘ So erinnerte ich mich in mannigfacher Weise an den früheren Aufenthalt nach Inhalt und Örtlichkeit. Dieses, Aggivessana, hatte ich im ersten Teil der Nacht Diese drei Drittel der Nacht, sind zu vergleichen mit den drei Tagen, die Jesus im Grabe war. Wissen erreicht; vernichtet war Nichtwissen, aufgegangen Wissen! Vernichtet war Dunkelheit, aufgegangen Licht, wie ich da wachsam zielbewußt weilte. Und auch das derart mit entstandene wohlige GefühlAggivessana, hielt den Geist- nicht gefangen. Und mit gesammeltem Geiste, mit gereinigtem, geklärtem, fleckenlosem, Beschmutzungs biegsam gewordenem, hämmerbarem, standhaftem, unerschütterlichen richtete ich den Geist auf das Wissen vom Verschwinden und erscheinen der Wesen. Mit dem himmlischen Auge, dem reinen, liebe Fähigkeiten übersteigenden, sah ich die Wesen, wie sie verschwinden und wieder auftauchen; gemeine und edle, schöne und häßliche, glückliche und unglückliche; ich erkannte die Wesen, wie sie gemäß dem Wirken ins Leben treten: Wahrlich, diese verehrten Wesen sind in Taten mit schlechtem Wandel behaftet, sind in Worten mit schlechtem Wandel behaftet, und in Gedanken mit schlechtem Wandel behaftet, sind Schmäher der edlen, sind Anhänger falscher Ansicht und geraten in die Folgen solcher falschen Ansicht. Die tauchen dann beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode auf einem Abweg auf, auf übler Fährte, in gesunkenem Zustand, an einem Ort des Leidens. Dahingegen diese verehrten Wesen sind in Taten mit gutem Wandel behaftet, sind in Worten mit gutem Wandel behaftet, sind in Gedanken mit gutem Wandel behaftet, sind nicht Schmäher der Edlen, sind Anhänger rechter Ansicht und geraten in die Folgen solcher rechten Ansicht. Die tauchen beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode auf guter Fährte auf, in glücklicher Welt.‘ So sah ich mit dem himmlischen Auge, dem reinen, menschliche Fähigkeiten übersteigenden, die Wesen, wie sie verschwinden und wieder auftauchen, gemeine und edle, schöne und häßliche, glückliche und unglückliche; ich erkannte die Wesen, wie sie gemäß dem Wirken ins Dieses, Aggivessana, hatte ich im mittleren Teil der Nacht Wissen erreicht; vernichtet war Nichtwissen, aufgegangen vernichtet war Dunkelheit, aufgegangen Licht, wie ich da wachzielbewußt weilte. Und auch das derart mir entstandene Gefühl, Aggivessana, hielt den Geist nicht gefangen. Und mit gesammeltem Geiste, mit gereinigtem, geklärtem, fleckenlosem, Beschmutzungs-freiem, biegsam gewordenem, hämmerbarem, standhaftem, unerschütterlichem, richtete ich den Geist auf das Wissen vorn Schwinden der Triebe. Das ist das Leiden‘, diese unmittelbare Einsicht ging mir wirklichkeitsgemäß auf. Das ist die Leidensentstehung‘, diese unmittelbare Einsicht ging mir wirklichkeitsgemäß auf. Das ist die Leidensvernichtung‘, diese unmittelbare Einsicht ging mir wirklichkeitsgemäß auf. Das ist der zur Leidensvernichtung führende Weg‘, diese unmittelbare Einsicht ging mir wirklichkeitsgemäß auf. Das sind die unmittelbare Einsicht ging mir wirklichkeitsgemäß auf. Entstehung der Triebe‘, diese unmittelbare Einsicht ging mir wirklichkeitsgemäß auf. Das ist die Vernichtung der Triebe, diese Einsicht ging mir wirklichkeitsgemäß auf. Das ist der zur Vernichtung der Triebe führende Weg‘, diese unmittelbare Einsicht ging mir wirklichkeitsgemäß auf. Mir, der ich so erkannte, so durchschaute, löste sich der Geist vom Sinnlschkeitstrieb, löste sich der Geist vom Werdetrieb, löste sich, der Geist vom Nichtwissenstrieb. Im Befreiten war das Wissen vom Befreitsein. Vernichtet ist Geburt, ausgelebt ist das Reinheitsleb. Und, vollbracht die Aufgabe; nichts weiteres mehr nach diesem hier‘, erkannte ich unmittelbar. Dieses, Aggivessana, hatte ich im letzten Teil der Nacht Wissen erreicht; vernichtet war Nichtwissen, aufgegangen Wissen, vernichtet war Dunkelheit, aufgegangen Licht, wie ich da wachsam, bewußt weilte. Dieses vollkommene Wissen, ist die Auferstehung des neuen Menschen in der Bibel. Und auch das derart mir entstandene wohlige Gefühl Agivessana, hielt den Geist nicht gefangen ich weiß nun zwar, Aggivessana, wenn der Buddha der hundertköpfigen Versammlung die Lehre zeigt, dann denkt wohl jeder einzelne von Rücksicht auf mich zeigt der Büßer Gotama die Lehre.‘ Indessen, Aggivessana, darf das nicht so angesehen werden, in anbetracht dessen daß der Vollendete auch zur Belehrung anderer die Lehre zeigt. Und am Ende einer solchen Rede, Aggivessana, da festige ich eben bei einem solchen, wenn Anzeichen der Vertiefung da sind, persönlich eingehend den Geist, bringe ihn zur Ruhe“ mache ihn einheitlich, erbaue ihn - eine Gewohnheit, bei der ich immerdar, immerdar verblieben bin.« »Das Geziemende ist das für den Herrn Gotama, als dem Heiligen, Voll Erwachten. Gesteht aber der Herr Gotama zu, bei Tage zu schlafen?« »Ich gestehe zu, Aggivessana, daß ich im letzten Monat der heißen Jahreszeit, nach dem Mahle, vom Almosengang zurückgekehrt, nachdem ich das Obergewand vierfach zusammengelegt hergerichtet habe, auf der rechten Seite liegend, nachdenklich, besonnen mich dem Schlaf überlasse.« »Das nun, Herr Gotama, sprechen einige Büßer und Brahmanen als eine betörte Lebensweise an.« »Nicht insofern, Aggivessana, ist man betört oder nicht-betört. Indessen, Aggivessana, wie man betört, wie man nichtbetört ist, das höre! Gib wohl acht! Ich werde reden.« »ja, Herr!« antwortete da Saccaka Niganthaputta dem Erhabenen. Der Erhabene sprach so: »Bei wem auch immer, Aggivessana, die Triebe, die beschmutzenden, wiedergeburtigen, schmerzlichen, Leiden-reifenden fernerhin zu Geburt, Altern, Sterben fahrenden, nicht aufgegeben sind, den nenne ich betört; durch das Nicht-Aufgeben der Triebe ist man betört. Bei wem auch immer, Aggivessana, die Triebe, die beschmutzenden, wiedergeburtigen, schmerzlichen, Leiden-reifenden, fernerhin zu Geburt, Altern, Sterben fahrenden, aufgegeben sind, den nenne ich nicht-betört; durch das Aufgeben der Triebe, Aggivessana, ist man nicht-betört. Beim Vollendeten aber, Aggivessana, sind die Triebe, die beschmutzenden, wiedergeburtigen, schmerzlieben, Leiden-reifenden, fernerhin zu Geburt, Altern, Sterben fahrenden, aufgegeben, samt der Wurzel zerstört, einer aus dem Erdboden herausgerissenen Palmyra-Palme gleich gemacht, zum Nimmersein gebracht, fernerhin nicht mehr fähig aufzuspringen. Wie ein geköpfter Palmbaum unfähig ist zum Weiterwachsen, ebenso auch, Aggivessana, sind beim Vollendeten die Triebe, die beschmutzenden, wiedergeburtigen. schmerzlichen, leiden-reifenden, fernerhin zu Geburt, Altern, Sterben fahrenden, aufgegeben, samt der Wurzel zerstört, einer aus dem Erdboden herausgerissenen Palmyra-Palme gleich gemacht, zum Nimmersein gebracht fernerhin nicht mehr fähig aufzuspringen. Daraufhin sprach accaka Niganthaputta zum Erhabenen so: »Erstauntich, Herr Gotama! Wunderbar, Herr Gotama! Insofern als dem Herrn Gotama, während man so mit der Rede immer näher auf ihn eindringt und während er in seinen hinleitenden Redegängen darauf eingeht, die Hautfarbe rein bleibt, das Aussehen ruhig bleibt, wie das eben beim Heiligen, Voll-Erwachten ist. Ich erinnere mich, Herr Gotama, daß ich den Purana Kassapa in einem Gespräch angegangen bin. Der, wenn er so in einem Gespräch angegangen wurde, schweifte von einem auf das andere, wich aus auf außerhalb des Gegenstands Liegendes und ließ Zorn, Gehässigkeit und Mißvergnügen sehen. Dem Herrn Gotama aber, während man so mit der Rede immer näher auf ihn eindringt und während er in seinen hinleitenden Redegänge darauf eingeht, bleibt die Hautfarbe rein, das Aussehen ruhig, wie das eben beim Heiligen, Voll-Erwachten ist. Ich erinnere mich, Herr Gotama, daß ich den Makkhali Gosala, den Ajita Kesakanibali, den Pakudha Kaccayana, den Sanjaya Belatthaputta, den Nigantha Natha-putta in einem Gespräch angegangen bin. Die, wenn sie so in einem Gespräch angegangen wurden, schweiften von einem auf das andere, wichen aus auf außerhalb des Gegenstands Liegendes und ließen Zorn, Gehässigkeit und Mißvergnügen sehen. Dem Herrn Gotama aber, während man so mit der Rede immer näher auf ihn eindringt und während er in seinen hinleitenden Redegängen darauf eingeht, bleibt die Hautfarbe rein, das Aussehen ruhig, wie das eben beim Heiligen, Voll-Erwachten ist. Und nunmehr, Herr Gotama, müssen wir gehen; wir haben viel zu tun, viel zu besorgen.« »Wie du es nun, Aggivessana, für an der Zeit hältst.« Da nun erhob Saccaka Niganthaputta, durch die Rede des Erhabenen erfreut und befriedigt, sich von seinem Sitz und ging fort. Majihima-Nikaya

 

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