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Lehrreden des Buddha

ATTHIRAGA-SUTTA

DIE LEHRREDE - LUST IST DA

SO HABE ICH GEHÖRT: Einstmals weilte der Erhabene in Savatthi, in Anathapindikas Mönchsheim. Da nun redete der Erhabene die Mönche an: »Diese vier Arten Nahrung, ihr Mönche, gibt es, für die entstandenen Wesen zur Erhaltung, für die entstehenden Wesen zum Hochkommen. Welche vier? Stoffliche Nahrung, grob und fein; Berührung als zweites, geistiges Innewerden als drittes, Bewußtsein als viertes. Diese vier Arten Nahrung, ihr Mönche, gibt es für die entstandenen Wesen zur Erhaltung, für die entstehenden zum Hochkommen. Wenn, ihr Mönche, Lust da ist an stofflicher Nahrung, Sucht da ist, Durst da ist, so fußt dort Bewußtsein, das urwüchsige. Wo Bewußtsein, das urwüchsige, fußt, da leitet sich Geistkörperlichkeit ein. Wo Geistkörperlichkeit sich einleitet, da mehren sich die Bildkräfte. Wo die Bildkräfte sich mehren, da findet weiterhin Wiedergeburt neuen Daseins statt. Wenn, ihr Mönche, Lust da ist an Berührung als Nahrung, Sucht da ist, Durst da ist, so fußt dort Bewußtsein, das urwüchsige. Wo Bewußtsein, das urwüchsige, fußt, da leitet sich Geistkörperlichkeit ein. Wo Geistkörperlichkeit sich einleitet, da mehren sich die Bildkräfte. Wo die Bildkräfte sich mehren, da findet weiterhin Wiedergeburt neuen Daseins‘ statt. Wenn, ihr Mönche, Lust da ist an geistiges Innewerden als Nahrung, Sucht da ist, Durst da ist, so fußt dort Bewußtsein, das urwüchsige. Wo Bewußtsein, das urwüchsige, fußt, da leitet sich Geistkörperlichkeit ein. Wo Geistkörperlichkeit sich einleitet, da mehren sich die Bildkräfte. Wo die Bildkräfte sich mehren, da findet weiterhin Wiedergeburt neuen Daseins statt. Wenn, ihr Mönche, Lust da ist an Bewußtsein als Nahrung, Sucht da ist, Durst da ist, so fußt dort Bewußtsein, das urwüchsige. Wo Bewußtsein, das urwüchsige, fußt, da leitet sich Geistkörperlichkeit ein. Wo Geistkörperlichkeit sich einleitet, da mehren sieh die Bildkräfte. Wo die Bildkräfte sich mehren, da findet weiterhin Wiedergeburt neuen Daseins statt. Wo weiterhin Wiedergeburt neuen Daseins stattfindet, da findet weiterhin Geburt, Altern und Sterben statt. Wo weiterhin Geburt, Altern und Sterben stattfindet, das nenne ich, ihr Mönche, kummervoll, leidensvoll, verzweiflungsvoll. Gleich als wenn, ihr Mönche, ein kundiger Färber oder Maler mit schwarzer Lackfarbe oder mit gelber oder blauer oder rötlicher Farbe auf einer wohlgeglätteten Steinfläche oder auf einem Wall oder auf einem gewebten Stoff Formen eines Mannes oder einer Frau entstehen ließe, mit allen Gliedern ausgestattet, ebenso, ihr Mönche. Wenn Lust da ist an stofflicher Nahrung; wenn Lust da ist an Berührung als Nahrung; wenn Lust da ist an geistigem Innewerden als Nahrung; wenn Lust da ist an Bewußtsein als Nahrung, wenn Sucht da ist, wenn Durst da ist, so fußt dort Bewußtsein, das urwüchsige. Wo Bewußtsein, das urwüchsige, fußt, da leitet sich Geistkörperlichkeit ein. Wo Geistkörperlichkeit sich einleitet, da mehren sich die Bildkräfte. Wo die Bildkräfte sich mehren, da findet weiterhin Wiedergeburt neuen Daseins statt. Wo weiterhin Wiedergeburt neuen Daseins stattfindet, da findet weiterhin Geburt, Altern und Sterben statt. Wo weiterhin Geburt, Altern und Sterben stattfindet, das nenne ich, ihr Mönche, kummervoll, leidensvoll, verzweiflungsvoll. Wenn, ihr Mönche, keine Lust da ist an stofflicher Nahrung; keine Lust da ist an Berührung als Nahrung; keine Lust da ist an geistigem Innewerden als Nahrung; keine Lust da ist an Bewußtsein als Nahrung, wenn keine Sucht da ist, kein Durst da ist, so fußt dort nicht Bewußtsein, das urwüchsige. Wo Bewußtsein, das urwüchsige, nicht fußt, da leitet sich Geistkörperlichkeit nicht ein. Wo Geistkörperlichkeit sich nicht einleitet, da mehren sich nicht die Bildkräfte. Wo die Bildkräfte sich nicht mehren, da findet weiterhin keine Wiedergeburt neuen Daseins statt. Wo keine Wiedergeburt neuen Daseins stattfindet, da findet weiterhin nicht Geburt, Altern, Sterben statt. Wo weiterhin nicht Geburt, Altern, Sterben stattfindet, das, ihr Mönche, nenne ich kummerfrei, leidfrei, verzweiflungsfrei. Gleich als wenn, ihr Mönche, da ein Gartenhaus wäre oder eine Gartenhalle; die hätte Fenster an der nördlichen oder südlichen oder östlichen Seite. Der bei aufgehender Sonne durch das Fenster eindringende Lichtstrahl wo würde der fußen?« »Auf der westlichen Mauer, o Herr.« »Und wenn, ihr Mönche, eine westliche Mauer nicht da wäre, wo würde er fußen?« »Auf der Erde, o Herr.« »Und wenn, ihr Mönche, Erdboden nicht da wäre, wo würde er fußen?« »Auf dem Wasser, o Herr.« »Und wenn, ihr Mönche, Wasser nicht da wäre, wo würde er fußen?« »Er würde überhaupt nicht fußen, o Herr.« »Ebenso“ ihr Mönche, wenn keine Lust da ist an stofflicher Nahrung; keine Lust da ist an Berührung als Nahrung; keine Lust da ist an geistigem Innewerden als Nahrung, keine Lust da ist an Bewußtsein als Nahrung; wenn keine Sucht da ist, kein Durst da ist, so fußt dort nicht Bewußtsein, das urwüchsige. Wo Bewußtsein, das urwüchsige, nicht fußt, da leitet sich Geistkörperlichkeit nicht ein. Wo Geistkörperlichkeit sich nicht einleitet, da mehren sich nicht die Bildkräfte. Wo die Bildkräfte sich nicht mehren, da findet weiterhin keine Wiedergeburt neuen Daseins statt. Wo weiterhin keine Wiedergeburt neuen Daseins stattfindet, da findet weiterhin nicht Geburt, Altern und Sterben statt. Wo weiterhin nicht Geburt, Altern und Sterben stattfindet, das, ihr Mönche, nenne ich kummerfrei, leidfrei, verzweiflungsfrei.« Samyutta-Nikaya

 

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