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Lehrreden des Buddha

KEVADDHA-SUTTA

DIE LEHRREDE AN KEVADDHA

SO HABE ICH GEHÖRT: Einstmals weilte der Erhabene in Nalanda, im Pavarika-Mangohain. Da nun begab sich Kevaddha, der Sohn eines Haushabers, zurn Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen ehrfurchtsvoll und ließ sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend, sprach Kevaddha, der Haushabersohn, zum Erhabenen so: »Dieses Nalanda, o Herr, das mächtige, blühende, volkreiche, Menschen-wimmelnde, ist dem Erhabenen gar sehr zugetan. Dankenswert, o Herr, wäre es, wenn der Erhabene einem Mönch befehlen wollte, daß er ein übermenschliches Wunderzeichen verrichten solle. Sicherlich wird dann dieses Nalanda dem Erhabenen noch viel mehr zugetan sein.« Auf diese Worte sprach der Erhabene zu Kevaddha, dem Haushabersohn, so: »Nicht doch, Kevaddha, zeige ich den Mönchen so die Lehre-. Geht, ihr Mönche, und verrichtet vor weißgekleideten Hausleuten übermenschliche Wunderzeichen! Und zum zweitenmal sprach Kevaddha, der Haushabersohn, zum Erhabenen so: »Nicht will ich den Erhabenen verletzen. Ich sage nur so viel: Dieses Nalanda, o Herr, das mächtige, blühende, volkreiche, Menschenwimmelnde, ist dem Erhabenen sehr zugetan. Dankenswert, o Herr, wäre es, wenn der Erhabene einem Mönch befehlen wollte, daß er ein übermenschliches Wunderzeichen verrichten solle. Sicherlich wird dann dieses Nalanda dem Erhabenen noch viel mehr zugetan sein.« Und zum zweitenmal sprach der Erhabene zu Kevaddha, dem Haushabersohn, so: »Nicht doch, Kevaddha, zeige ich den Mönchen so die Lehre: Geht, ihr Mönche, und verrichtet vor weißgekleideten Hausleuten übermenschliche Wunderzeichen!« Und zum drittenmal sprach Kevaddha, der Haushabersohn, zum Erhabenen so: -Nicht will ich den Erhabenen verletzen. Ich sage nur soviel: Dieses Nalanda, o Herr, das mächtige, blühende, volkreiche Menschen-wimmelnde, ist dem Erhabenen sehr zugetan. Dankenswert, o Herr, wäre es, wenn der Erhabene einem Mönch befehlen wollte, daß er ein übermenschliches Wunderzeichen verrichten solle. Sicherlich wird dann dieses Nalanda dem Erhabenen noch viel mehr zugetan sein.« »Diese drei Wunder, Kevaddha, sind von mir unmittelbar erkannt, verwirklicht und verkündet worden. Welche drei? Das Wunder äußerlicher Zeichen, das Wunder innerer Schauung, das Wunder der Belehrung. Und was, Kevaddha, ist das Wunder äußerlicher Zeichen? Da beherrscht, Kevaddha, ein Mönch in mannigfacher Weise die höheren Kräfte eine um die andere - aus einem Einfachen wird er vielfach, und aus einem Vielfachen wird er einfach; erscheinend und verschwindend geht er durch Mauer, Wall und Felsgestein unbehindert hindurch gleichwie in der freien Luft; in der Erde taucht er auf und unter wie im Wasser; auf dem Wasser geht er ohne einzubringen wie auf der Erde, und in der Luft fliegt er kreuzbeinig dahin wie der beschwingte Vogel, und diese Sonne und Mond, die so gewaltigen, so mächtigen, die berührt er, befaßt er mit der Hand; ja, bis zur Brahma-Welt reicht körperlich seine Gewalt. Und irgendein Gläubig-Ergebener sieht das nun, wie dieser Mönch auf mannigfache Weise die höheren Kräfte beherrscht, eine um die andere. Und dieser Gläubig-Ergebene berichtet das nun einem nicht Gläubig-Ergebenen. Daraufhin könnte dann der nicht Gläubig-Ergebene zu dem Gläubig-Ergebenen so sprechen: Es gibt ja, Verehrter, eine sogenannte Gandhara-Kunst. Durch die beherrscht jener Mensch die höheren Kräfte.‘ Was meinst du wohl, Kevaddha? Könnte wohl ein nicht Gleubig-Ergebener zu diesem Gliubig-Ergebenen so sprechen?« »Er könnte wohl so sprechen, o Herr.« »Da ich eben, Kevaddha, beim Wunder äußerer Zeichen diesen Nachteil erblicken so ist es mir lästig, abstoßend, widerwärtig. Und was, Kevaddha, ist das Wunder innerer Schauung? Da schaut, Kevaddha, ein Mönch anderer Wesen, anderer Personen Geist, er schaut ihr Denken, er schaut ihre Eindrücke, er schaut ihre Überlegungen: So ist dein Denken, derart ist dein Denken, so beschaffen ist dein Geist.‘ Und irgendein Gläubig-Ergebener sieht das nun, wie dieser Mönch anderer Wesen, anderer Personen Geist schaut, ihr Denken schaut, ihre Eindrücke schaut, ihre Überlegungen schaut. Und dieser Gläubig-Ergebene berichtet das nun einem nicht Gläubig-Ergebenen. Daraufhin könnte dann der nicht Gläubig-Ergebene zu dem Gläubig-Ergebenen so sprechen: Es gibt ja, Verehrter, eine sogenannte Wasserkrug-Kunst. Durch die schaut jener Mönch anderer Wesen, anderer Personen Geist, schaut ihr Denken, schaut ihre Eindrücke, schaut ihre Überlegungen.‘ Was meinst du wohl, Kevaddha? Könnte wohl ein nicht Gläubig-Ergebener zu diesem Gläubig-Ergebenen so sprechen?« »Er könnte wohl so sprechen, o Herr.« »Da ich eben, Kevaddha, beim Wunder innerer Schauung diesen Nachteil erblicken so ist es mir lästig, abstoßend, widerwärtig. Und welches, Kevaddha, ist das Wunder der Belehrung? Da belehrt, Kevaddha, ein Mönch so: So sollt ihr euch beeindrucken lassen, nicht so sollt ihr euch beeindrucken lassen; so sollt ihr geistig verarbeiten, nicht so sollt ihr geistig verarbeiten; das sollt ihr aufgeben, das sollt ihr euch zu eigen machen!‘ Das, Kevaddha, nennt man das Wunder der Belehrung. Und weiter noch, Kevaddha: Da erscheint der Vollendete in der Welt, der Verehrungswürdige, der Voll-Erwachte. Der zeigt die Lehre, die im Anfang gute, die in der Mitte gute, die am Ende gute, nach ihrem eigenen Sinn, nach ihrer eigenen Fassung; das ganz vollkommene, geklärte Reinheitsleben verkündet er. Diese Lehre hört ein Haushaber oder der Sohn eines Haushabers oder einer, der in anderem guten Stand wiedergeboren ist. Nachdem der diese Lehre gehört hat, faßt er Vertrauen zum Vollendeten. Erfüllt von diesem Vertrauen, überlegt er so: Ein Gedränge ist das Hausleben, eine Schmutzgasse; der freie Weltenraum ist die Pilgerschaft. Nicht wohl ist es angängig, beim Leben im Hause das ganz vollendete, ganz geklärte, muschelblanke Reinheitsleben zu führen. Soll ich nicht mir Haar und Bart scheren. lassen, die dunkelgelben Gewänder anlegen und aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausziehen?‘ Der laßt sich dann nach einiger Zeit, nachdem er ein kleines Besitztum aufgegeben hat oder ein großes Besitztum aufgegeben hat, nachdem er einen kleinen Verwandtenkreis aufgegeben hat oder einen großen Verwandtenkreis aufgegeben hat, Haar und Bart scheren, legt die dunkelgelben Gewänder an und zieht aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinaus. So hinausgezogen, lebt er dann in edler Zucht, in edler Vertiefung, in edler Weisheit, und er erkennt: Vernichtet ist Geburt, ausgelebt das Reinheitsleben, vollbracht die Aufgabe, nichts weiter mehr nach diesem hier. Und das, Kevaddha, nennt man das Wunder der Belehrung. Diese drei Wunder, Kevaddha, sind von mir unmittelbar erkannt, verwirklicht und verkündet worden.« »Vor Zeiten einmal, Kevaddha, in eben dieser Mönchsgemeinde stieg einem Mönch im Geist folgende Überlegung auf: Wo nun wohl kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Da nun, Kevaddha, gewann jener Mönch eine derartige geistige Sammlung, daß in gesameltem Geist der götterfährtige Weg sich auftat. Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu den den vier großen Königen hörigen Göttern. Dort angelangt, sprach er zu denen so: Wo nun wohl, Freunde, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprachen die den vier großen Königen hörigen Götter zu jenem Mönch so: Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich: Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun sind, Mönch, die vier großen Könige da, erhaltener und höher als wir. Die durften es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu den vier großen Königen. Dort angelangt, sprach er zu denen so: Wo nun wohl, Freunde, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprachen die vier großen Könige zu jenem Mönch so: Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun sind, Mönch, die sogenannten Dreiundreißig-Götter da, erhabener und höher als wir. Die dürften es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu den Dreiunddreißig-Göttern. Dort angelangt, sprach er zu denen so: wo nun wohl, Freunde, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprachen die Dreiunddreißig-Götter zu jenem Mönch so: Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun ist, Mönch, der Götter König mit Namen Sakka da, erhabener und höher als wir. Der dürfte es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu Sakka, der Götter König. Dort angelangt, sprach er zu dem so: Wo nun wohl, Freund, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprach Sakka, der Götter König, zu jenem Mönch so: Auch ich freilich, Mönch, weiß nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun sind, Mönch, die sogenannten Yama-Götter da, erhabener und höher als wir. Die dürften es wohl wissen wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu den Yama-Göttern. Dort angelangt, sprach er zu denen so: Wo nun wohl, Freunde, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprachen die Yäma-Götter zu jenem Mönch so: Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun ist, Mönch, die Gottheit mit Namen Suyama da, erhabener und höher als wir. Die dürfte es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zur Gottheit Suyama. Dort angelangt, sprach er zu der so: Wo nun wohl, Freund, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, -Kevaddha, sprach die Gottheit Suyama zu jenem Mönch so: ,Auch ich freilich, Mönch, weiß nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun sind, Mönch, die sogenannten Tusita-Götter da, erhabener und höher als wir. Die dürften es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu den Tusita-Göttern. Dort angelangt, sprach er zu denen. so: Wo nun wohl, Freunde, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprachen die Tusita-Götter zu jenem Mönch so: Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun ist Mönch die Gottheit mit Namen Santusita da, erhabener und höher als wir. Die dürfte es wohl-wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zur Gottheit Santusita. Dort angelangt, sprach er zu der so: Wo nun wohl, Freund, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprach die Gottheit Santusita zu jenem Mönch so: Auch ich freilich, Mönch, weiß nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun sind, Mönch, die sogenannten Nimmanarati-Götter da, erhabener und höher als wir. Die dürften es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevactdha, begab dieser Mönch sich zu den Nimmaliarati-Göttern. Dort angelangt, sprach er so: Wo nun Freunde, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprachen die Nimmanarati-Götter zu jenem Mönch so: Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun ist, Mönch, die Gottheit mit Namen Sunimmita da, erhabener und höher als wir. Die dürfte es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zur Gottheit Sunimmita. Dort angelangt, sprach er zu dem so: Wo nun wohl, Freund, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprach die Gottheit Sunimmita zu jenem Mönch so: Auch ich freilich, Mönch, weiß nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun sind, Mönch, die sogenannten Paranimmita-Vasavatti-Götter da, erhabener und höher als wir. Die dürften es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu den Paranimmitt-Vasavatti-Göttern. Dort angelangt, sprach er zu denen so.- Wo nun wohl, Freunde, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprachen die Paranimmita-Vasavatti-Götter zu jenem Mönch so: Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun ist, Mönch, die Gottheit Vasavatti da, erhabener und höher als wir. Die dürfte es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zur Gottheit Vasavatti. Dort angelangt, sprach er zur Gottheit Vasavatti so: Wo nun wohl, Freund, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprach die Gottheit Vasavatti zu jenem Mönch so: Auch ich freilich, Mönch, weiß nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun sind, Mönch, die sogenannten Götter der Brahma-Körperschaft da, erhabener und höher als wir. Die dürften es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Da nun, Kevaddha, gewann jener Mönch eine derartige geistige Sammlung, daß im gesammelten Geist der Brahma-fährtige Weg sich auftat. Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu den Göttern der Brahma-Körperschaft. Dort angelangt, sprach er zu denen so: Wo nun wohl, Freunde, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprachen die Götter der Brahma-Körperschaft zu jenem Mönch so: Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft. Nun ist, Mönch, Brahma da, der große Brahma, der Allüberwinder, der Unüberwundene, der Alles-Schauer, der Bändiger, der Herr, der Wirker, der Schaffer, der Höchste, der Regierer, der Selbstmächtige, der Vater des Gewordenen und Werdenden, erhabener und höher als wir. Der dürfte es wohl wissen, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen.‘ Wo aber, Freunde, ist jetzt jener große Brahma?‘ Auch wir freilich, Mönch, wissen nicht, wo Brahma ist, wo Brahma weilt, wo Brahma lebt. Aber, Mönch, wann Zeichen sich zeigen, Licht erscheint, Glanz sichtbar wird, dann wird Brahma sichtbar werden. Das ist das Vor-Anzeichen für Brahmas Sichtbarwerdung, daß nämlich Licht erscheint, Glanz sichtbar wird.‘ Da nun, Kevaddha, nach gar nicht langer Zeit wurde der große Brahma sichtbar. Da nun, Kevaddha, begab jener Mönch sich zu jenem großen Brahma. Dort angelangt, sprach er zu dem so: Wo nun wohl, Freund, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprach dieser große Brahma zu jenem Mönch so: Ich bin, Mönch, Brahma, der große Brahma, der Allüberwinder-, der Unüberwundene, der Alles-Schauer, der Bändiger, der Herr, der Wirker, der Schaffer, der Höchste, der Regierer, der Selbstmächtige, der Vater des Gewordenen und Werdenden.‘ Und zum zweiten Mal sprach jener Mönch zu diesem Brahma so: Nicht ja, Freund, frage ich dich danach: Bist du Brahma, der große Brahma, der Allüberwinder, der Unüberwundene, der Alles-Schauer, der Bändiger, der Herr, der Wirker, der Schaffer, der Höchste, der Regierer“ der Selbstmächtige, der Vater des Gewordenen und Werdenden? Danach ja, Freund, frage ich dich: Wo nun wohl, Freund, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Und zum zweiten mal, Kevaddha, sprach dieser große Brahma zu jenem Mönch so: Ich bin, Mönch, Brahma, der große Brahma, der Allüberwinder, der Unüberwundene, der Alles-Schauer, der Bändiger, der Herr, der Wirker, der Schaffer, der Höchste, der Regierer, der Selbstmächtige, der Vater des Gewordenen und Werdenden.‘ Und zum drittenmal, Kevaddha, sprach jener Mönch zu diesem großen Brahma so: Nicht ja, Freund, frage ich dich danach: Bist du Brahma, der große Brahma, der Allüberwinder, der Unüberwundene, der Alles-Schauer, der Bändiger, der Herr, der Wirker, der Schaffer, der Höchste, der Regierer, der Selbstmächtige, der Vater des Gewordenen und Werdenden? Danach ja, Freund, frage ich dich: Wo nun wohl, Freund, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Da nun, Kevaddha, nahm dieser große Brahma jenen Mönch beim Arm, führte ihn abseits und sprach zu jenem Mönch so: Da glauben, Mönch, die Götter der Brahma-Körperschaft so- >Es gibt nichts für Brahma Ungeschenes; es gibt nichts für Brahma Unerkanntes; es gibt nichts für Brahma Unverwirklichtes.< Daher habe ich nicht in deren Gegenwart geantwortet. Auch ich, Mönch, weiß nicht, wo diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung kommen, nämlich Erde, Wasser Feuer, Luft. Daher, Mönch, war das‘ ja deinerseits ein Unrecht, war das ja deinerseits eine Verfehlung, daß du ihn, den Erhabenen, übergangen hast und draußen auf die Suche nach der Beantwortung jener Frage gegangen bist. Gehe du, Mönch, eben zu ihm, dem Erhabenen. Dort angelangt, stelle ihm diese Frage, und wie der Erhabene sie dir beantwortet, so magst du sie behalten.‘ Da nun, Kevaddha, wie wohl ein kräftiger Mann den gebeugten Arm strecken könnte oder den gestreckten Arm beugen könnte, ebenso verschwand da jener Mönch aus der Brahma-Welt und erschien vor mir. Da nun, Kevaddha, begrüßte jener Mönch mich ehrfurchtsvoll und ließ sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend, Kevaddha, sprach nun jener Mönch zu mir so: Wo nun wohl, o Herr, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ Auf diese Worte, Kevaddha, sprach ich zu jenem Mönch so: Vor Zeiten einmal, Mönch, begaben seefahrende Kaufleute zu Schiff sich aufs Meer hinaus, indem sie einen küstenspähenden Vogel mit sich nahmen. Die haben dann, wenn keine Küsten mehr zu sehen waren, vom Schiff aus den küstenspähenden Vogel losgelassen. Der ist dann nach der östlichen Himmelsrichtung hin gegangen, nach der südlichen Himmelsrichtung hin gegangen, nach der westlichen Himmelsrichtung hin gegangen, nach der nördlichen Himmelsrichtung hin gegangen, ist nach obenhin gegangen, ist ringsherum gegangen. Wenn der dann in der Nähe eine Küste gesehen hat, so ist er immer dahin gegangen. Wenn der aber in der Nähe eine Küste nicht gesehen hat, so ist er zu eben jenem Schiff zurückgegangen. Ebenso nun auch, Mönch, bist du, nachdem du bis zur Brahma-Welt hin die Beantwortung dieser Frage gesucht und nicht gefunden hast, eben zu mir zurückgekehrt. Nicht aber, Mönch, ist diese Frage so zu stellen: Wo nun wohl, o Herr, kommen diese vier Grundstoffe restlos zur Vernichtung, nämlich Erde, Wasser, Feuer, Luft?‘ sondern so, Mönch, ist diese Frage zu stellen: Wo ist‘s, daß Wasser, Erde, Luft und Feuer nicht mehr fußen kann? Wo nicht mehr lang, kurz, grob und fein, was häßlich ist und das, was schön? Das Geistige, der Körper auch, wo werden restlos die zunichte? Da ergibt sich dann die Antwort: Bewußtsein, das unsehbare, das Grenzen-freie, allseits licht - Da ist‘s, daß Wasser, Erde, Luft und Feuer nicht mehr fußen kann; Ja nicht mehr lang, kurz, grob und fein, was häßlich ist und das, was schön; Das Geistige, der Körper auch, die werden restlos da zunichte. Durch des Bewußtseins Aufhören wird dieses alles da zunichte.» So sprach der Erhabene. Beglückt freute sich Kevaddha, der Haushabersohn, über das Wort des Erhabenen. Digha-Nikaya

 

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