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Lehrreden des Buddha

SERI-SUTTA

DIE LEHRREDE AN SERI

SO HABE ICH GFHÖRT: Einstmals weilte der Erhabene in Savatthi, im jetavana, in Anathapindikas Mönchsheim. Da nun, zu vorgerückter Nachtzeit, begab sich eine Gottheit von schöner Gestalt, das ganze jetavana erhellend, zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte sie den Erhabenen ehrfurchtsvoll und stellte sich seitwärts. Seitwärts stehend, sprach jene Gottheit zum Erhabenen folgende Verse: *** »An Nahrung ja erfreuen sich Sie beide, wie der Gott SO Mensch; Wer aber mag das Wesen sein, An dem die Nahrung sich erfreut?« Der Erhabene: »Der, dem man voll ergeben gibt, Friedvoll beruhigten Gemüts, Der ist es, den die Nahrung ehrt In dieser Welt wie jener auch. So tue man denn ab den Geiz, Man gebe, meisternd schmutzigen Sinn; Denn gute Werke sind ein Schutz Dem Menschen in der andern Welt.« »Erstaunlich, o Herr, wunderbar ist es, wie wohlgesagt, o Herr, das vom Erhabenen ist: Der, dem man voll-ergeben gibt, Friedvoll-beruhigten Gemüts, Der ist es, den die Nahrung ehrt In dieser Welt wie jener auch. So tue man denn ab den Geiz, Man gebe, meisternd schmutzigen Sinn; Denn gute Werke sind ein Schutz Dem Menschen in der andern Welt. *** Vor Zeiten einmal, o Herr, war ich ein König namens Seri, ein Geber, ein Gaben-Herr, ein Lobpreiser der Gabe. Von mir, o Herr, wurde an den vier Toren Gabe verteilt an Büßer und Brahmanen, an Arme, an Wanderer und Bettler aller Art. Da nun, o Herr, kam mein Harem zu mir und sprach so: Vom König wird Gabe gegeben; von uns wird keine Gabe gegeben. Heilvoll wäre es, wenn wir mit Hilfe des Königs Gabe geben, Verdienste erwerben würden.‘ Da kam mir, o Herr, der Gedanke: Ich bin freilich ein Geber, ein Gaben-Herr, ein Lobpreiser der Gabe; was sollte ich wohl denen gegenüber sagen, die da sprechen: Wir wollen Gabe geben!‘ Und ich, o Herr, gab das erste Tor für den Harem; dort werde die Gabe des Harems gegeben, und meine eigene Gabe ging zurück- Da nun, o Herr, kamen die Adligen meiner Gefolgschaft zu mir und sprachen so: Vom König wird Gabe gegeben; vom Harem wird Gabe gegeben; von uns wird keine Gabe gegeben. Heilvoll wäre es, wenn wir mit Hilfe des Königs Gabe geben, Verdienste erwerben könnten.‘ Da kam mir, o Herr, der Gedanke: Ich bin freilich ein Geber, ein Gaben-Herr, ein Lobpreiser der Gabe; was soll ich wohl denen gegenüber sagen, die da sprechen: Wir wollen Gabe geben!‘ Und ich, o Herr, gab das zweite Tor für die Adligen meiner Gefolgschaft; dort wurde die Gabe der Adligen meiner Gefolgschaft gegeben, und meine eigne Gabe ging zurück. Da nun, o Herr, kam der Heereskörper zu mir und sprach so:. Vom König, o Herr, wird Gabe gegeben; vom Harem wird Gabe gegeben; von der Gefolgschaft der Adligen wird Gabe gegeben; von uns wird keine Gabe gegeben. Heilvoll wäre es, wenn wir mit Hilfe des Königs Gabe geben, Verdienste erwerben wurden.‘ Da kam mir, o Herr, der Gedanke: Ich bin freilich ein Geber, ein Gaben-Herr, ein Lobpreiser der Gabe; was sollte ich wohl denen gegenüber sagen, die da sprechen: Wir wollen Gabe geben!‘ Und ich, o Herr, gab das dritte Tor für den Heereskörper; dort wurde die Gabe des Heereskörpers gegeben, und meine eigne Gabe ging zurück. Da nun, o Herr, kamen die Brahmanen und Haushaber zu mir und sprachen so: Vom König wird Gabe gegeben; vom Harem wird Gabe gegeben; vom Heereskörper wird Gabe gegeben; von uns wird keine Gabe gegeben. Heilvoll wäre es, wenn wir mit Hilfe des Königs Gabe geben, Verdienste erwerben würden.‘ Da kam mir, o Herr, der Gedanke: Ich bin freilich ein Geber, ein Gaben-Herr, ein Lobpreiser der Gabe; was sollte ich wohl denen gegenüber sagen, die da sprechen: Wir wollen Gabe geben!‘ Und ich, o Herr, gab das vierte Tor für die Brahmanen und Haushaber; dort wurde die Gabe der Brahmanen und Haushaber gegeben, und meine eigne Gabe ging zurück. Da nun, o Herr, kamen die Leute zu mir und sprachen -,Nicht wird ja jetzt vom König irgendeine Gabe gegeben!‘ Auf diese Worte, o Herr, sprach ich zu diesen Leuten so: So laßt denn von dem, was in den Außenprovinzen an Abgaben eingeht, die Hälfte dem Palast zugehen, und die Hälfte gebt an Ort und Stelle als Gabe an Büßer und Brahmanen, an Arme, an Wanderer und Bettler aller Art.‘ Und ich, o Herr, kann der also lange Zeit geübten Verdienste, der also lange Zeit geübten guten Taten kein Ende finden; mit all ihrem Verdienst, mit all ihrer Frucht des Verdienstes, mit all ihrem Himmels-Bestand. Erstaunlich, o Herr, wunderbar ist, wie wohlgesagt das vorn Erhabenen ist: *** Der, dem man voll-ergeben gibt, Friedvoll-beruhigten Gemüts, Der ist es, den die Nahrung ehrt In dieser Welt wie jener auch. So tue man denn ab den Geiz, Man gebe, meisternd schmutzigen Sinn; Denn gute Werke sind ein Schutz Dem Menschen in der andere Welt.« *** Samyutta-Nikaya

 

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