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Lehrreden des Buddha

KASSAPA-SIHANADA-SUTTA

DIE LEHRREDE - KASSAPA-LOEWENRUF

SO HABE ICH GEHÖRT: Einstmals weinte der Erhabene in Ujunnya, im Kannakatthala-Wildpark. Da nun begab sich der Nacktler Kassal zum Erhabenen, begrüßte sich freundlich mit dem Erhabenen und stellte sich nach den üblichen Begrüßungsworten seitwärts. Seitwärts stehend, sprach dann der Nacktler Kassapa zum Erhabenen so: »Gehört habe ich es, Herr Gotama: Der Büßer Gotama mißbilligt alle Buße. jeden das rauhe Büßerleben Führenden verwirft er, tadelt er bedingungslos.‘ Die da, verehrter Gotama, so sprechen, reden die mit den Worten des verehrten Gotama und führen Gotama, den Erhabenen, nicht fälschlich an, und geben die den Sinn der Lehre richtig wieder, und nimmt nicht etwa ein Vertreter der gleichen Lehre, wenn er demgemäß redet, einen tadelnswerten Standpunkt ein? Wir sind durchaus nicht willens, den Herrn Gotama fälschlich zu beschuldigen.« »Die da, Kassapa, so sprechen: Der Büßer Gotama mißbilligt alle Buße. Jeden das rauhe Büßerleben Führenden verwirft er, tadelt er bedingungslos‘, die reden nicht mit meinen Worten, sondern führen mich an, ohne daß es so ist, ohne daß es der wirklichkeit entspricht. Da schaue ich, Kassapa, mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, menschliche Fähigkeiten übersteigenden, manchen, der das rauhe Büßerleben führt, beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode im Elend, im Unglück, in gesunkenem, höllischem Zustand wieder auftauchen. Da schaue ich aber auch, Kassapa, mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, menschliche Fähigkeiten übersteigenden, manchen, der das rauhe Büßerleben führt, beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode in segensreicher, himmlischer Welt wieder auftauchen. Da schaue ich, Kassapa, mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, menschliche Fähigkeiten übersteigenden, manchen wenig qualvoll lebenden Büßer beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode im Elend, im Unglück, in gesunkenem, höllischem Zustand wieder auftauchen. Da schaue ich aber auch, Kassapa, mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, menschliche Fähigkeiten übersteigenden, manchen wenig qualvoll lebenden Büßer beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode in segensreicher, himmlischer Welt wieder auftauchen. Ich nun, Kasapa, der ich so bei diesen Büßern das Kommen und Gehen, das Verschwinden und Wiederauftauchen sehe - wie werde ich da wohl jede Buße mißbilligen, jeden, der das rauhe Büßerleben führt, bedingungslos verwerfen und tadeln? Es gibt, Kassapa, manche Büßer und Brahmanen, kluge, Scharfsinnige Leute, als Disputierer wie geschaffen, förmliche Haarspalter, Leute, die durch ihren Weisheitsgehalt im Dahinschreiten falsche Theorien sozusagen zerknicken. Mit denen stimme ich in einigen Punkten überein, in einigen Punkten stimme ich nicht überein. Einiges, von dem sie sagen gut‘, von dem sagen auch wir gut‘. Einiges, von dem sie sagen nicht gut‘, von dem sagen auch wir nicht gut‘. Einiges, von dem sie sagen gut‘, von dem sagen wir nicht gut‘. Einiges, von dem sie sagen nicht gut‘, von dem sagen wir gut‘. Und umgekehrt: Einiges, von dem wir sagen gut‘, von „jenem sagen auch die anderen gut‘. Einiges, von dem wir sagen nicht gut‘, von dem sagen auch -die anderen nicht gut‘. Einiges, von dem wir sagen gut, von dem sagen die anderen nicht gut‘, und einiges, von dem wir sagen nicht gut‘, von dem sagen die anderen gut‘. Zu denen habe ich mich begeben und so gesprochen: Die Punkte, Freunde, in denen wir nicht Übereinstimmen, die mögen dahingestellt bleiben. Was aber die Punkte betrifft, in denen wir Übereinstimmen, da mögen Verständige Verhör anstellen, ausforschen, untersuchen, entweder, von Lehrer zu Lehrer oder von Gemeinde zu Gemeinde: Die Dinge, die bei diesen Verehrten ungut sind und als ungut gelten, die fehlerhaft sind und als fehlerhaft gelten, die undienlich sind und als undienlich gelten, die dem Edlen ungenügsam sind und als dem Edlen ungenügsam gelten, die unrein sind und als unrein gelten - wer lebt restlos frei von diesen Dingen? Der Büßer Gotama oder die andern verehrten Schulenhäupter?‘ Das aber ist ja möglich, Kassapa, daß Verständige, wenn sie Verhör anstellen, ausforschen, untersuchen, so sprechen mögen: Die Dinge, die bei diesen Verehrten ungut sind und als ungut gelten, die fehlerhaft sind und als fehlerhaft gelten, die undienlich sind und als undienlich gelten, die dem Edlen ungenügsam sind und als solche gelten, die unrein sind und als unrein gelten - der Büßer Gotama lebt restlos frei geworden von diesen Dingen im Vergleich mit den andern verehrten Schulenhäuptern.‘ So mögen wohl, Kassapa, Verständige, wenn sie das Verhör anstellen, ausforschen, untersuchen, mich da gebührenderweise loben. Und weiter noch, Kassapa, mögen Verständige mit uns Verhör anstellen, ausforschen, untersuchen, entweder von Lehrer zu Lehrer oder von Gemeinde zu Gemeinde: Die Dinge, die bei diesen Verehrten gut sind und als gut gelten, die ohne Fehl sind und als ohne Fehl gelten, die dienlich sind und als dienlich gelten, die dem Edlen genügsam sind und als dem Edlen genügsam gelten, die licht sind und als licht gelten wer lebt im rastlosen Besitz dieser Dinge? Der Büßer Gotama oder die andern verehrten Schulenhäupter?‘ Das aber ist ja möglich, Kassapa, daß Verständige, wenn sie Verhör anstellen, ausforschen, untersuchen, so sprechen mögen: Die Dinge, die bei diesen Verehrten gut sind und als gut gelten, die ohne Fehl sind und als ohne Fehl gelten, die dienlich sind und aIs dienlich gelten, die dem Edlen genügsam sind und als dem Edlen genügsam gelten, die licht sind und als licht gelten - der Büßer Gotama lebt im restlosen Besitz dieser Dinge im Vergleich mit den andern verehrten Schulenhäuptern.‘ So mögen wohl, Kassapa, Verständige, wenn sie Verhör anstellen, ausforschen, untersuchen, mich da gebührenderweise loben. Es gibt, Kassapa, einen Pfad, es gibt einen Weg, derart, daß wer ihn wandelt, eben selber erkennen, selber sehen wird: Verkünder des Schicklichen ist der Büßer Gotama, Verkünder des Wirklichen, Verkünder des Sinnes, Verkünder der Lehre, Verkünder der Ordnung.‘ Und welches, Kassapa, ist der Pfad, welches ist der Weg, derart, daß, wer ihn wandelt, eben selber erkennen, selber sehen wird: Verkünder des Schicklichen ist ja der Büßer Gotama, Verkünder des Wirklichen, Verkünder des Sinnes, Verkünder der Lehre, Verkünder der Ordnung?‘ Eben dieser edle achtgliedrige Pfad, nämlich: rechte Anschauung, rechter Entschluss, rechte rede, rechtes Tun, rechter Lebensunterhalt, rechtes Streben, rechte Verinnerung, rechte Vertiefung. Und das, Kassapa, ist der Pfad, das der Weg, derart, daß, wer ihn wandelt, eben selber erkennen, selber sehen wird: Verkünder des Schicklichen ist ja der Büßer Gotama, Verkünder des Wirklichen, Verkünder des Sinnes, Verkünder der Lehre, Verkünder der Ordnung.« Auf diese Worte hin sprach der Nacktler Kassapa zum Erhabenen so: »Auch gewisse Bußübungen, Freund Gotama, gelten bei manchen Büßern und Brahmanen als echtes Büßertum, als echtes Brahmanentum. Da ist einer ein Nacktler, der Sitte entbunden, ein Handablecker, nicht auf das Komm, Herr‘ hörend, nicht auf das Warte, Herr‘ hörend. Er gestattet sich nichts Gebrachtes, nichts eigens für ihn Hergerichtetes, keine Einladung. Der nimmt nicht im Topf an, nimmt nicht in der Schüssel an, nimmt nicht innerhalb der Schwelle an, nicht innerhalb der Gitterstäbe, nicht innerhalb der Pfosten, nicht von zu zweit Speisenden, nicht von einer Schwangeren, nicht von einer Säugenden, nicht von einer, die von Mann zu Mann geht, nicht bei öffentlichen Aufrufen, nicht wo ein Hund danebensteht, nicht wo Fliegen hin und her schwärmen; er nimmt nicht Fisch, er nimmt nicht Fleisch; er trinkt nicht Wein, nicht Branntwein, nicht geronnenen Schleim. Er ist Besucher eines Hauses, lebt von einem Mundvoll; er ist Besucher zweier Häuser, lebt von zwei Mundvoll; er ist Besucher von sieben Häusern, lebt von sieben Mundvoll. Er unterhält sich von einer Spende, er unterhält sich von zwei Spenden, er unterhält sich von sieben Spenden. Er nimmt jeden ersten Tag Nahrung zu sich, nimmt jeden zweiten Tag Nahrung zu sich, nimmt jeden siebenten Tag Nahrung zu sich, so daß er diese Übung in der Speisenaufnahme immer bis zu einem halben Monat treibt. Auch gewisse andere Bußübungen, Freund Gotama, gelten bei manchen Büßern und Brahmanen als echtes Büßertum, als echtes Brahmanentum. Da ist einer nur Grünzeug-Esser oder nur Hirse-Esser oder nur Wildreis-Esser oder Esser der Stiele von Wasserpflanzen oder nur Reisstaub-Esser oder nur Reisschaum-Esser oder nur Gras-Esser oder nur Kuhmist-Esser, oder er fristet sich nur von Früchten und Wurzeln des Waldes, von abgefallenen Früchten lebend. Auch gewisse andere Bußübungen, Freund Gotama, gelten für manche Büßer und Brahmanen als echtes Büßertum, als echtes Brahmanentum. Er trägt nur hänfene Kleider, trägt nur hanfdurchwebte Kleider, trägt nur Kleider vom Leichenfeld, trägt nur Fetzen vom Kehrichthaufen, trägt nur Kleider aus Baumrinde, trägt nur Tierfelle, trägt nur Fellnetze, trägt nur den Strick von Kusa-Gras, trägt nur den Baststrick, trägt nur den Strick von Holzpflöcken, trägt nur die Decke aus Menschenhaar, trägt nur die Decke aus Tierhaar, trägt nur den Eulenflügel. Er ist ein Haar- und Bartausrupfer, das Haar- und Bartausrupfen übt er gewohnheitsmäßig. Er ist ein Aufrechtsteher, einer, der jeden Sitz verwirft. Er ist ein Hackensitzer, der Übung des Hackensitzens ergeben. Er ist ein Dornbettlieger, auf einem Dornbett nimmt er sein Lager; auf einem Holzstück nimmt er sein Lager; auf der bloßen Erde nimmt er sein Lager, ein Staub- und Schmutzträger. Nur unter freiem Himmel lebt er, sich lagernd, wie es gerade kommt. Ein Unrat-Esser ist er, das Essen unreiner Speise übt er gewohnheitsmäßig. Er ist ein Wassertrinker, übt die Gewohnheit des Wassertrinkens. Bis zum Abend dreimal ins Wasser zu steigen, übt er gewohnheitsmäßig.« »Mag einer, Kassapa, auch ein Nacktler sein - mag einer, Kassapa, auch ein Kohlesser sein - mag einer, Kassapa, auch hänfene Kleidung tragen, und er hat die Übung in der Zucht, die Übung im Denken, die Übung im Wissen nicht gepflegt, so ist er weitab vom echten Büßertum, weitab vom echten Brahmanentum. Wenn da, Kassapa, ein Mönch, frei von Haß, frei von Böswilligkeit, den Geist der Liebe pflegt und im Schwinden der Triebe die triebfreie Gemütserlösung, Wissenserlösung noch in diesem Leben unmittelbar erkennt, verwirklicht und in ihrem Besitz verweilt, dann, Kassapa, wird ein solcher Mönch eben Büßer genannt, wird eben Brahmane genannt.« Auf diese Worte hin sprach der Nacktler Kassapa zum Erhabenen so: »Schwer führbar, verehrter Gotama, ist Büßertum; schwer führbar ist Brahmanentum.« »Es ist ja freilich, Kassapa, für den Menschen so das natürliche: Schwer führbar ist Büßertum, schwer führbar ist Brahmanentum.‘ Mag einer, Kassapa, auch ein Nacktler sein; mag er auch ein Kohlesser sein; mag er auch hänfene Kleidung tragen - wenn, Kassapa, nach solcher Weise, nach solcher Bußübung Büßertum, Brahmanentum das schwer führbare, sehr schwer führbare Ding wäre, dann läge allerdings kein Grund vor für solche Redeweise: Schwer führbar ist Büßertum, schwer führbar ist Brahmanentum.‘ Ein Haushaber oder der Sohn eines Haushabers, ja sogar eine Küchensklavin könnten es ja wohl ausfahren, dieses: Nacktler will ich sein! Kohlesser will ich sein! Hänfenes Kleid will ich tragen!‘ Weil aber, Kassapg, anders als auf diese Weise, anders als nach dieser Bußübung Büßertum, Brahmanentum das schwer führbare, sehr schwer führbare Ding ist, deshalb liegt allerdings ein Grund vor für solche Redeweise: ,Schwer führbar ist Büßertum, schwer führbar ist Brahmanentum.‘ Wenn da, Kassapa, ein Mönch, frei von Haß, frei von Böswilligkeit, den Geist der Liebe pflegt und im Schwinden der Triebe die triebfreie Gemütserlösung, Wissenserlösung noch in diesem Leben unmittelbar erkennt, verwirklicht und in ihrem Besitz verweilt, darin, Kassapa, wird ein solcher Mönch eben Büßer genannt, wird eben Brahmane genannt.« Auf diese Worte hin sprach der Nacktler Kassapa zum Erhabenen so: »Schwer erkennbar, verehrter Gotama, ist der echte Büßer; schwer erkennbar der echte Brahmane.« »Es ist ja freilich, Kassapa, für den Menschen so das natürliche: Schwer erkennbar ist der echte Büßer, schwer erkennbar der echte Brahmane.‘ Mag einer, Kassapa, auch ein Nacktler sein, mag er auch ein Kohlesser sein; mag er auch hänfene Kleidung tragen - wenn, Kassapa, nach solcher Weise, nach solcher Bußübung der Büßer, der Brahmane das schwer erkennbare, das sehr schwer erkennbare Ding wäre, dann läge allerdings kein Grund vor für solche Redeweise: Schwer erkennbar ist der echte Büßer; schwer erkennbar der echte Brahmane.‘ Ein Haushaber oder der Sohn eines Haushabers, ja sogar eine Küchensklavin könnten es ja wohl erkennen, dieses Der da ist ein Nacktler, ist ein Kohlesser, trägt ein hänfenes Kleid.‘ Weil aber, Kassapa, anders ‚als nach dieser Weise, anders als nach dieser Bußübung der echte Büßer, der echte Brahmane das schwer erkennbare, das sehr schwer erkennbare Ding ist, deshalb liegt allerdings ein Grund vor für solche Redeweise: Schwer erkennbar ist der echte Büßer, schwer erkennbar der echte Brahmane.‘ Wann da, Kassapa, ein Mönch, frei von Haß, frei von Böswilligkeit, den Geist der Liebe pflegt und im Schwinden der Triebe die triebfreie Gemütserlösung, Willenserlösung noch in diesem Leben unmittelbar erkennt, verwirklicht und in ihrem Besitz verweilt, dann, Kassapa, wird ein solcher Mönch eben Büßer genannt, wird eben Brahmane genannt. Es sind, Kassapa, einige Büßer und Brahmanen Zucht-Verkünder. Die sprechen auf mannigfache Weise der Zucht das Lob. Soweit es, Kassapa, die edle, allerhöchste Zucht betrifft, so sehe ich da keinen, der mir selber ganz gleich wäre, geschweige denn mehr. Soweit es hohe Zucht angeht, bin ich da eben mehr. Es sind, Kassapa, einige Büßer und Brahmanen, Künder von Buße und Abkehr. Die sprechen auf mannigfache Weise der Buße und Abkehr das Lob. Soweit es, Kassapa, die edle, allerhöchste Buße und Abkehr betrifft, so sehe ich da keinen, der mir selber ganz gleich wäre, geschweige denn mehr. Soweit es hohe Abkehr angeht, bin ich da eben mehr. Es sind, Kassapa, einige Büßer und Brahmanen Wissensverkünder. Die sprechen auf mannigfache Weise dem Wissen das Lob. Soweit es, Kassapa, das edle, allerhöchste Wissen betrifft, so sehe ich da keinen, der mir selber ganz gleich wäre, geschweige denn mehr. Soweit es hohes Wissen angeht, bin ich da eben mehr. Es sind, Kassapa, einige Büßer und Brahmanen Befreiungs-verkünder. Die sprechen auf mannigfache Weise der Befreiung das Lob. Soweit es, Kassapa, die edle, allerhöchste Befreiung betrifft, so sehe ich da keinen, der mir selber ganz gleich wäre, geschweige denn mehr. Soweit es hohe Befreiung angeht, bin ich da eben mehr. Das aber, Kassapa, ist ja möglich, daß die Pilger anderer Orden so sprechen mögen: Den Löwenruf erhebt wohl der Büßer Gotama, aber er erhebt ihn in der Einsamkeit, nicht vor den Menschen.‘ Denen wäre dann zu antworten: Mitnichten! Den Löwenruf erhebt der Büßer Gotama, und er erhebt ihn auch vor den Menschen.‘ So, Kassapa, wäre da zu antworten. Das aber, Kassapa, ist ja möglich, daß die Pilger anderer Orden so sprechen mögen: Den Löwenruf erhebt wohl der Büßer Gotama, er erhebt ihn auch vor den Menschen, aber er erhebt ihn nicht mit Selbstvertrauen oder: man stellt ihm keine Frage darüber oder.- er ‚ beantwortet die gestellte Frage nicht oder: er befriedigt nicht durch seine Antwort oder: man hält es nicht der Mühe wert, ihn zu hören oder: die ihn hören, werden innerlich nicht heiter oder: wenn auch innerlich heiter, so zeigen sie doch nicht die Art innerlich Heiterer oder: sie folgen nicht dem allem oder: wenn sie auch folgen, so kommen sie doch nicht zum Ziel.‘ Auf alles dieses wäre zu antworten. Mitnichten! Den Löwenruf erhebt der Büßer Gotama, er erhebt ihn auch vor den Menschen, er erhebt ihn auch mit Selbstvertrauen, man stellt ihm auch Fragen darüber, er beantwortet auch die gestellten Fragen, er befriedigt auch durch die Antwort, man hält es auch für der Mühe wert, ihm zuzuhören, die Hörer werden auch innerlich heiter, innerlich heiter, zeigen sie auch die Art innerlich Heiterer, sie folgen auch dem allem, und folgsam kommen sie auch zum Ziel.‘ So, Kassapa, wäre da zu antworten. Einstmals, Kassapa, weilte ich da in Rajagaha, am Geiersgipfel, im Gebirge. Da stellte mir ein in Reinheit wandelnder Büßer, Nigrodha mit Namen, eine Frage über hohe Abkehr. Dem beantwortete ich die gestellte Frage über hohe Abkehr. Und durch meine Antwort wurde der ja beglückt, fast über das Maß hinaus.« »Wer, o Herr, sollte denn auch, wenn er die Lehre des Erhabenen gehört hat, nicht beglückt sein, fast über das Maß hinaus. Auch ich, o Herr, bin, nachdem ich die Lehre des Erhabenen gehört habe, beglückt, fast über das Maß hinaus. Vortrefflich, o Herr, vortrefflich, o Herr! Wie wenn einer, o Herr, Umgestürztes wieder aufrichtete oder Zugedecktes öffnete oder einem Verirrten den Weg zeigte oder eine Lampe in der Dunkelheit hielte: die da Augen haben, werden die Dinge sehen - ebenso ist vom Erhabenen auf mannigfache Weise die Lehre gezeigt worden. So nehme ich, o Herr, beim Erhabenen die Zuflucht, bei der Lehre und bei der Mönchsgemeinde. Möge ich, o Herr, beim Erhabenen die Weihe des Austritts aus der Welt, möge ich die Weihe des Eintritts in den Orden empfangen.« »Wer da, Kassapa, als früherer Anhänger anderer- Orden in dieser Lehrordnung die Weihe des Austritts aus der Welt wünscht“ die Weihe des Eintritts in den Orden wünscht, der hat vier Monate Probezeit. Nach Ablauf von vier Monaten mögen ernsthaft strebende Mönche ihm die vollen Weihen erteilen für den Mönchsstand. Indessen erkenne ich da Unterschiede in den Personen an.« »Wenn, o Herr, frühere Anhänger anderer Orden, die in dieser Lehrordnung die Weihe des Austritts aus der Welt wünschen, die Weihe des Eintritts in den Orden wünschen, eine Probezeit von vier Monaten haben, wenn nach Ablauf von vier Monaten ernsthaft strebende Mönche ihnen die vollen Weihen für den Mönchsstand erteilen, so will ich eine Probezeit von vier Jahren haben; nach Ablauf von vier Jahren mögen ernsthaft strebende Mönche mir die vollen Weihen für den Mönchsstand erteilen.« Und es empfing der -Nacktler Kassapa beim Erhabenen die Weihe des Austritts aus der Welt, er empfing die Weihe des Eintritts in den Orden. Und alsbald, nachdem er eingetreten war, lebte der ehrwürdige Kassapa einsam, zurückgezogen, ernsthaft, eifrig, zielbewußt, und gar bald hatte er jenes unvergleichliche Ziel des Reinheitslebens, um dessen willen Edelgeborene gar willig aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausziehen, schon in diesem Dasein aus sich selber erkannt, verwirklicht und sich zu eigen gemacht: Vernichtet ist Geburt, ausgelebt das Reinheitsleben, vollbracht die Aufgabe, nichts weiter mehr nach diesem hier‘, die unmittelbare Einsicht ging ihm auf. Und so war nun der ehrwürdige Kassapa einer der Verehrungswürdigen geworden. Digha-Nikaya

 

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