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Lehrreden des Buddha

JIVAKA-SUTTA

DIE LEHRREDE AN JIVAKA

SO HABE ICH GEHÖRT: Einstmals weilte der Erhabene in Rajagaha, im Mango-Hain des Jivaka Komarabhacca. Da nun begab sich jivaka Komarabhacca zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen ehrfurchtsvoll und ließ sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend, sprach nun Jivaka Komarabhacca zum Erhabenen dieses: *So habe ich gehört, o Herr: Um des Büßers Gotama willen nehmen sie Leben. Dieses zu solchem Zweck zubereitete Fleisch genießt der Büßer Gotama wissentlich, mit den sich daraus ergebenden Folgen. Die da, o Herr, so sprechen-. Um des Büßers Gotama willen nehmen sie Leben. Dieses zu solchem Zweck zubereitete Fleisch genießt der Büßer Gotama wissentlich mit den sich daraus ergebenden Folgen‘ - sind die wohl, o Herr, Zeugnisableger für den Erhabenen und berufen sich nicht fälschlich auf den Erhabenen; und entsprechen die dem Sinn der Lehre; und kommt ein Anhänger der gleichen Lehre, der dieser Rede gemäß redet, nicht in eine tadelnswerte Stellung?« -Die da, jivaka, so sprechen: Um des Büßers Gotama willen nehmen sie Leben. Dieses zu solchem Zweck zubereitete Fleisch genießt der Büßer Gotama wissentlich, mit den sich daraus ergebenden Folgen - die sind nicht Zeugnisableger für mich und berufen sich fälschlich auf mich, ohne daß ein Grund dazu vorliegt. In drei Fällen, jivaka, sage ich, ist Fleisch nicht zu genießen: wenn man es sieht, wenn man es hört, wenn man es argwöhnt. In diesen drei Fällen, jivaka, ist Fleisch nicht zu genießen. In diesen drei Fällen, jivaka, Ist Fleisch zu genießen: wenn man es nicht sieht, nicht hört, nicht argwöhnt. In diesen drei Fällen, jivaka, sage ich, ist Fleisch zu genießen. Da weilt, Jivaka, ein Mönch in der Nähe irgendeines Dorfes oder einer Stadt. Der weilt, mit liebevollem Geiste eine Himmelsrichtung durchdringend, dann auch die zweite, dann auch die dritte, dann auch die vierte, ebenso nach oben, nach unten, in die Quere, überallhin. überall Bewußtwerden erkennend, die ganze Welt mit liebevollem Geiste, mit weitem, hohem, unbeschränktem, Haß- und Mißgunst-freiem, durchdringend, weilt er. Zu dem begibt sich ein Haushaber oder der Sohn eines Haushabers und bittet ihn für den nächsten Tag zum Mahl. Zusagendenfalls, jivaka, gibt der Mönch seine Zustimmung. Der, nach Ablauf der Nacht kleidet sich frühzeitig an, nimmt Schale und Gewand und begibt sich zur Wohnung dieses Haushabers oder Haushabersohnes. Dort angelangt, läßt er sich auf dem zubereiteten Sitz nieder. Den nun bewirtet jener Haushaber oder Haushabersohn mit erlesener Almosenspeise. Der denkt dann nicht-. In dankenswerter Weise bewirtet dieser Haushaber oder Haushabersohn mich mit erlesener Almosenspeise. Ach, möchte doch auch fernerhin dieser Haushaber oder Haushabersohn mich mit erlesener Speise bewirten‘, auch das denkt er nicht. Der genießt diese Almosenspeise unverführt, unverblendet, nicht hingerissen, das Elend erkennend, erfahren im Entrinnen. Was meinst du nun, jivaka, sinnt dieser Mönch zu der Zeit auf eigene Schädigung, oder sinnt er auf anderer Schädigung, oder sinnt er auf beider Schädigung?« »Nein, o Herr!« »Nimmt nun wohl, Jivaka, dieser Mönch zu der Zeit untadelige Nahrung zu sich?« »ja, o Herr! - Gehört, o Herr, habe ich so: In Liebe weilend ist der Reine.‘ Dafür sehe ich, o Herr, den Erhabenen als Augenzeugen; der Erhabene, o Herr, ist in Liebe weilend.« »Diejenige Lust, jivaka, derjenige Haß, derjenige Wahn, durch die man auf Schädigung sinnen könnte - die Lust, der Haß, der Wahn sind dem Vollendeten geschwunden, an der Wurzel zerstört, einer aus dem Erdboden herausgerissenen Palmaya-Palme gleichgemacht, zum Nicht-Dasein gebracht, nicht mehr fähig, aufzuspringen. Wenn du, Jivaka, dieses in Bezug hierauf gesagt hast, so gebe ich dir das zu.- »Allerdings, o Herr, in Bezug hierauf habe ich das gesagt.« »Da weilt, jivaka, ein Mönch in der Nähe irgendeines Dorfes oder einer Stadt. Der weilt, mit mitleidigem -, mit freudigem, Gleichmut-vollem Geiste eine Himmelsrichtung durchdringend, dann die zweite, dann die dritte, dann die vierte, ebenso nach oben, nach unten, in die Quere, überallhin. Im Gedanken überall ist ein Selbst‘ die ganze Welt mit Gleichmut-vollem Geiste, mit weitem, hohem, unbeschränktem, Haß- und Mißgunst-freiem, durchdringend, weilt er. Zu dem begibt sich ein Haushaber oder der Sohn eines Haushabers und bittet ihn für den nächsten Tag zum Mahl. Zusagendenfalls, Jivaka, gibt der Mönch seine Zustimmung. Der, nach Ablauf der Nacht kleidet sich frühzeitig an, nimmt Schale und Gewand und begibt sich zur Wohnung dieses Haushabers oder Haushabersohnes. Dort angelangt, läßt er sich auf dem zubereiteten Sitz nieder. Den nun bewirtet jener Haushaber oder Haushabersohn mit erlesener Almosenspeise. Der denkt dann nicht: In dankenswerter Weise bewirtet dieser Haushaber oder Haushabersohn mich mit erlesener Almosenspeise. Ach, möchte doch auch fernerhin dieser Haushaber oder Haushabersohn mich mit erlesener Speise bewirten‘, auch das denkt er nicht. Der genießt diese Almosenspeise unverführt, unverblendet, nicht hingerissen, das Elend erkennend, erfahren im Entrinnen. Was meinst du nun, Jivaka, sinnt dieser Mönch zu der Zeit auf eigene Schädigung, oder sinnt er auf anderer Schädigung, oder sinnt er auf beider Schädigung?« »Nein, o Herr!« »Nimmt nun wohl, jivaka, dieser Mönch zu der Zeit untadelige Nahrung zu sich?« »ja, o Herr! - Gehört, o Herr, habe ich so: In Gleichmut weilend ist der Reine.‘ Dafür sehe ich, o Herr, den Erhabenen als Augenzeugen; der Erhabene, o Herr, ist in Gleichmut weilend.« »Diejenige Lust, jivaka, derjenige Haß, derjenige Wahn, durch die man auf Schädigung sinnen könnte - die Lust, der Haß, der Wahn sind dem Vollendeten geschwunden, an der Wurzel zerstört, einer aus dem Erdboden herausgerissenen Palmyra-Palme gleichgemacht, zum Nicht-Dasein gebracht, nicht mehr fähig, aufzuspringen. Wenn du, jivaka, dieses in Bezug hierauf gesagt hast, so gebe ich dir das zu.« »Allerdings, o Herr, in Bezug hierauf habe ich das gesagt!« »Wer da, jivaka, um des Vollendeten willen oder um eines Hörers des Vollendeten willen Leben nimmt, der schafft in fünf Punkten schwere Schuld: daß er so spricht: Geht und führt jenes Lebewesen her‘ - in diesem ersten Punkte schafft er schwere Schuld. Daß dann dieses Tier, unter Zittern herbeigeführt, Leid und Weh empfindet - in diesem zweiten Punkte schafft er schwere Schuld. Daß er dann so spricht. Geht und tötet dieses Lebewesen‘ - in diesem dritten Punkte schafft er schwere Schuld. Daß dann dieses Lebewesen, wenn es getötet wird, Leid und Weh empfindet - in diesem vierten Punkte schafft er schwere Schuld. Weil er dann den Vollendeten oder des Vollendeten Hörer in unziemlicher Weise sich sättigen läßt - in diesem fünften Punkte schafft er schwere Schuld.« Hieraufhin sprach jivaka Komarabhacca so zum Erhabenen: -Erstaunlich, o Herr, wunderbar, o Herr! In ziemlicher Weise, wahrlich, o Herr, nehmen die Mönche Nahrung zu sich. Untadelige Nahrung, wahrlich, o Herr, nehmen die Mönche zu sich. Vortrefflich, o Herr, vortrefflich, o Herr! Wie wenn einer, o Herr, Umgestürztes wieder aufrichtete oder Zugedecktes öffnete oder einem Verirrten den Weg zeigte oder eine Lampe in der Dunkelheit hielte: die da Augen haben, werden die Dinge sehen - ebenso ist da vom Erhabenen auf mannigfache Weise die Lehre gezeigt worden. Als Anhänger möge der Erhabene mich halten, als einen, der von heute ab für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.« Majihima-Nikaya

 

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