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Lehrreden des Buddha

KAKACUPAMA-SUTTA

DIE LEHRREDE - VOM VERGLEICH MIT DER SAEGE

SO HABE ICH GEHÖRT: Einstmals weilte der Erhabene in Savatthi, im jetavana, in Anathapinchkas Mönchsheim. Zu jener Zeit aber stand der ehrwürchge Molyaphagguna in ungebührlicher Weise in Verbindung mit den Nonnen. Derart stand der ehrwürchge Moliyaphagguna in Verbindung mit den Nonnen: wenn irgendein Mönch gegenüber dem ehrwürchgen Moliyaphagguna Tadelndes über diese Nonnen sagte, so wurde der ehrwürchge Moliyaphagguna ärgerlich, unzufrieden und machte gar Schwierigkeiten; wenn aber irgendein Mönch gegenüber diesen Nonnen Tadelndes über den ehrwürchgen Moliyaphagguna sagte, so wurden diese Nonnen ärgerlich, unzufrieden und machten gar Schwierigkeiten. Derart stand der ehrwürdige Moliyaphagguna in Verbindung mit den Nonnen. Da nun begab sich einer der Mönche zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen ehrfurchtsvoll und ließ sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach jener Mönch zum Erhabenen so: »Der ehrwürdige Moliyaphagguna steht in ungebührlicher Weise in Verbindung mit den Nonnen. Derart, o Herr, steht der ehrwürdige Moliyaphagpna in Verbindung mit den Nonnen: wenn irgendein Mönch gegenüber dem ehrwürchgen Moliyaphagguna Tadelndes über diese Nonnen sagt, so wird der ehrwürchge Moliyaphagguna ärgerlich, unzufrieden und macht gar Schwierigkeiten; wenn aber irgendein Mönch gegenüber diesen Nonnen Tadelndes aber den ehrwürdigen Moliyaphagguna sagt, so werden diese Nonnen ärgerlich, unzufrieden und machen gar Schwierigkeiten. So, o Herr, steht der ehrwürdige Moliyaphagguna in Verbindung mit den Nonnen.« Da nun redete der Erhabene einen der Mönche an: »Geh du, Mönch, und sprich in meinem Namen zum Mönch Moliyaphagguna: Der Lehrer ruft euch, Bruder Phagguna.« »ja, o Herr«, erwiderte da jener Mönch dem Erhabenen, begab sich zum ehrwürdigen Moliyaphagguna und sprach, dort angelangt, zum ehrwürdigen Moliyaphagguna so: »Der Lehrer ruft euch, Bruder Phagguna.« »ja, Bruder«, antwortete da der ehrwürdige Moliyaphagguna jenem Mönche und begab sich zum Erhabenen. Dort angelangt, begrüßte er den Erhabenen ehrfurchtsvoll und ließ sich seitwärts nieder. Zu dem seitwärts sitzenden ehrwürdigen Moliyaphagguna sprach der Erhabene so: »Ist es wahr, was man erzählt, daß du, Phagguna, in ungebührlicher Weise in Verbindung mit den Nonnen stehst? Derart, erzählt man, stehst du, Phagguna, in Verbindung mit den Nonnen: wenn irgendein Mönch gegenüber dir Tadelndes über diese Nonnen sagst, so wirst du ärgerlich, unzufrieden und machst gar Schwierigkeiten; wenn aber irgendein Mönch gegenüber diesen Nonnen Tadelndes über dich sagt, so werden diese Nonnen ärgerlich, unzufrieden und machen gar Schwierigkeiten. Derart, erzählt man, stehst du, Phagguna, in Verbindung mit den Nonnen.« »ja, o Herr!« »Bist du denn nicht, Phaggüna, als Edelgeborener in Vertrauen aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausgezogen?« »ja, o Herr!« »Nicht ziemt sich das, Phagguha, für dich, der du als Edelgeborener in Vertrauen aus dem Haus in die Hauslosigkeit hinausgezogen bist, daß du in ungebührlicher Weise in Verbindung mit den Nonnen stehst. Daher Phagguna, wie auch irgend jemand gegenüber dir Tadelndes über jene Nonnen sagen würde, so müßtest du selbst da, Phagguna, alle weltlichen Willensregungen, alle weltlichen Eindrücke abtun. Selbst da, Phagguna, hast du dich so zu üben: Mein Denken wird eben nicht einen- Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort mir entfahren; mitleidsvoll werde ich bleiben, liebevollen Gemüts, nicht gehässigen Herzens‘ - so, Phagguna, hast du dich zu üben. Daher, Phagguna, wenn auch irgend jemand in deiner Gegenwart jenen Nonnen mit der Hand einen Schlag versetzte, mit Erdklumpen einen Schlag versetzte, mit dem Stock einen Schlag versetzte, mit dem Schwert einen Schlag versetzte, so müßtest du selbst da, Phagguna, alle weltlichen Willensregungen, alle weltlichen Eindrückt abtun. Selbst da, Phagguna, hast du dich so zu üben- Mein Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden und nicht wird ein böses „Wort mir entfahren mitleidsvoll werde ich bleiben, liebevollen Gemüts, nicht gehässigen Herzens‘ - so, Phagguna, hast du dich zu üben. Daher, Phagguna, wenn auch irgend jemand dir gegenüber Tadelndes sagen würde, so müßtest du selbst da, Phagguna, alle weltlichen Willensregungen, alle weltlichen Eindrücke abtun. Selbst da, Phagguna, hast du dich so zu üben: Mein Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort mir entfahren; mitleidsvoll werde ich bleiben, liebevollen Gemüts, nicht gehässigen Herzens‘ - so, Phagguna, hast du dich zu üben. Daher, Phagguna, wenn auch irgend jemand dir mit der Hand einen Schlag versetzte, mit Erdklumpen einen Schlag versetzte, mit dem Stock einen Schlag versetzte, mit dem Schwert einen Schlag versetzte, so müßtest du selbst da, Phagguna, alle weltlichen Willensregungen alle weltlichen Eindrücke abtun. Selbst da, Phagguna, hast du dich so zu üben: Mein Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort mir entfahren; mitleidsvoll werde ich bleiben, liebevollen Gemüts, nicht gehässigen Herzens‘ - so, Phagguna, hast du dich zu üben.« Da nun redete der Erhabene die Mönche an- »Befriedigt, wahrlich, hatten mich, ihr Mönche, einstmals die Mönche. Da redete ich, ihr Mönche, die Mönche an: Ich, ihr Mönche, genieße einsames Mahl; indem ich, ihr Mönche, einsames Mahl genieße, fühle ich mich frei von Krankheit, frei von Unbehagen, fühle Gesundheit, Kraft und Wohlergehen. So sollt auch ihr, ihr Mönche, einsames Mahl genießen; indem ihr, ihr Mönche, einsames Mahl genießt, werdet ihr euch frei von Krankheit, frei von Unbehagen fühlen, werdet Gesundheit, Kraft und Wohlergehen fühlen.‘ Nicht, ihr Mönche, brauchte ich jenen Mönchen eine Mahnung zu erteilen; nur auf das Wachwerden der Achtsamkeit, ihr Mönche, hatte ich bei jenen Mönchen hinzuwirken. Gleich als wenn, ihr Mönche, auf ebenem Boden am Kreuzpunkt der vier Straßen ein edles Gespann angeschirrt stände, mit bereitliegendem Treibstock; das bestiege dann ein Meister im Wagenlenken, ein erfahrener Rossebändiger, ergriffe mit der linken Hand die Zügel, mit der rechten Hand den Treibstock und lenkte das Gespann hin und her, wo er es wünschte, wie er es wünschte - ebenso auch, ihr Mönche, brauchte ich jenen Mönche keine Mahnung zu erteilen; nur auf das Wachwerden der Achtsamkeit, ihr Mönche, hatte ich bei jenen Mönche hinzuwirken. Daher, ihr Mönche, laßt das Schlechte, müht euch um das Gute, so werdet auch ihr in dieser Lehrordnung zum Wachsen, Gedeihen, Reifen kommen. Gleich als wenn, ihr Mönche, in der Nähe eines Dorfes oder einer Stadt ein großes Gehölz von Salabäurnen sich befände, das wäre von Unkraut überwuchert, und es fände sich für dieses irgendein Mensch willig zu helfen, willig zu nutzen, willig zu sichern; der würde dann alle krummen Baumschößlinge, fähig, die Lebenssäfte zu schädigen, abhauen, sie herausschaffen und das Innere des Waldes, wohlgesäubert halten, alle die geraden, wohlgewachsenen Baumschößlinge aber, die würde er sorgsam pflegen; so würde dann, ihr Mönche, dieses Gehölz von Salabäumen nach einiger Zeit zum Wachsen, Gedeihen, Reifen kommen. Ebenso auch, ihr Mönche. laßt das Schlechte, müht euch um das Gute, so werdet auch ihr in dieser Lehrordnung zum Wachsen, Gedeihen, Reifen kommen. Vor Zeiten einmal, ihr Mönche, lebte hier in diesem Savatthi eine Haushaberin namens Vedehika. Die Haushaberin Vedehika, ihr Mönche, stand in gutem Ruf: Sanftmütig ist die Haushabein Vedehika, demütig ist die Haushaberin Vedehika, friedfertig ist die Haushaberin Vedehika.‘ Die Haushaberin Vedehika aber, ihr Mönche, hatte eine Dienerin namens Kali, geschickt, fleißig, alle ihre Obliegenheiten gut erledigend. Da nun, ihr Mönche, kam der Dienerin Kali folgender Gedanke: Meine Herrin steht in gutem Ruf: Sanftmütig ist die Haushaberin Vedehika, demütig ist die Haushaberin Vedehika, friedfertig ist die Haushaberin Vedehika. Ist es nun wohl so, daß meine Herrin innere Zornmütigkeit nicht sehen läßt, obgleich sie da ist, oder weil sie überhaupt nicht vorhanden ist? Oder habe ich eben jene Obliegenheiten so gut erledigt, daß meine Herrin innere Zornmütigkeit nicht sehen läßt, obgleich sie da ist, nicht weil sie überhaupt nicht vorhanden wäre? Wie wäre es, wenn ich die Herrin auf die Probe stellen würde?‘ Da nun, ihr Mönche, stand die Dienerin Kali erst bei Tage auf. Da nun, ihr Mönche, sprach die Haushaberin Vedehika zur Dienerin Kali so: Hör mal, Kali!‘ - Was, Herrin?‘ - Sag, warum stehst du erst bei Tage auf?‘ - Das macht ja nichts, Herrin.‘ -,Für uns aber, wahrlich, macht es etwas, du schlechte Magd, daß du erst bei Tage aufstehst‘, und ärgerlich und unzufrieden zog sie die Augenbrauen in die Höhe. Da nun, ihr Mönche, kam der Dienerin Kali folgender Gedanke: Meine Herrin läßt innere Zornmütigkeit nicht sehen, obwohl sie da ist, nicht weil sie überhaupt nicht vorhanden wäre. Ich habe eben jene Obliegenheiten so gut erledigt, daß meine Herrin innere Zornmütigkeit nicht sehen läßt, obwohl sie da ist, nicht weil sie überhaupt nicht vorhanden wäre. Wie wär‘ es, wenn ich die Herrin noch weiter auf die Probe stellen würde?‘ Da nun, ihr Mönche, stand die Dienerin Kali noch später bei Tage auf. Da nun, ihr Mönche, sprach die Haushaberin Vedehika zur Dienerin Kali so: Hör mal, Kali!‘ - Was, Herrin?‘ - Sag, warum stehst du erst bei Tage auf?‘ - Das macht ja nichts, Herrin.‘ - Für uns aber, wahrlich, macht es etwas, du schlechte Magd, daß du erst bei Tage aufstehst‘, und ärgerlich und unzufrieden entfuhren ihr unzufriedene Worte. Da nun, ihr Mönche, kam der Dienerin Kali folgender Gedanke: Meine Herrin läßt innere Zornmütigkeit nicht sehen, obwohl sie da ist, nicht weil sie überhaupt nicht vorhanden wäre. Ich habe eben jene Obliegenheiten so gut erledigt, daß meine Herrin innere Zornmütigkeit nicht sehen läßt, obwohl sie da ist, nicht weil sie überhaupt nicht vorhanden wäre. Wie wär‘ es, wenn ich die Herrin noch weiter auf die Probe stellen würde?‘ Da nun, ihr Mönche, stand die Dienerin Kali noch später bei Tage auf. Da nun sprach die Haushaberin Vedehika zur Dienerin Kali so: Hör mal, Kali!‘ - Was, Herrin?‘ - Sag, warum stehst du erst bei Tage auf?‘ - Das macht ja nichts, Herrin.‘ - Für uns aber, wahrlich, macht es etwas, du schlechte Magd, daß du erst bei Tage aufstehst‘, und ärgerlich und unzufrieden faßte sie den Nagel vom Türriegel und gab ihr damit einen Schlag gegen den Kopf, zerschlug ihr den Kopf. Da nun, ihr Mönche, lief die Dienerin Kali mit zerschlagenem Kopf, strömenden Blutes, klagend zu den Nachbarn: Seht, Herrschaften, das Werk der Sanftmütigen! Seht, Herrschaften, das Werk der Demütigen! Seht, Herrschaften, das Werk der Friedfertigen! Wie paßt das für eine, die nur eine Dienerin hat: Erst bei Tage stehst du auf! sagt sie ärgerlich und unzufrieden, wird den Nagel des Türriegels fassen und einen Schlag auf den Kopf geben, wird den Kopf zerschlagen. Da nun, ihr Mönche, nach einiger Zeit kam die Haushaberin Vedehika in den üblen Ruf: Heftig ist die Haushaberin Vedehika, hochmütig ist die Haushaberin Vedehika, unfriedlich ist die Haushaberin Vedehika.‘ Ebenso nun auch, ihr Mönche, ist da irgendein Mönch so lange immer sanftmütig, immer demütig, immer friedfertig, wie unliebsame Redeweisen ihn nicht treffen. Wenn, ihr Mönche, einen Mönch unliebsam Redeweisen treffen, dann erst hat sich ein Mönch als sanftmütig zu erweisen, hat sich als demütig zu erweisen, hat sich als friedfertig zu erweisen. Nicht den Mönch, ihr Mönche, nenn‘ ich mild, der durch Gewand, Almosenspeise und Lagerstatt, durch Arznei im Krankheitsfall und den sonstigen Bedarf mild wird und Mildheit annimmt. Und warum das? Wenn, ihr Mönche, dieser Mönch Gewand, Almosenspeise und Lagerstatt, Arznei im Krankheitsfall und den sonstigen Bedarf nicht erhält, so ist er nicht mild, nimmt Mildheit nicht an. Der Mönch, ihr Mönche, der, die Lehre eben achtend, die Lehre wertschätzend, die Lehre verehrend, mild ist, Mildheit annimmt, den nenn‘ ich mild. Daher, ihr Mönche: Die Lehre eben achtend, die Lehre wertschätzend, die Lehre verehrend, werden wir mild sein, Mildheit annehmen, so habt ihr euch, ihr Mönche zu üben. Diese fünf Redeweisen, ihr Mönche, gibt es, mit denen andere euch angehen könnten.- mit zeitgemäßer und unzeitiger, mit wirklicher und nichtwirklicher, mit sanfter und grober, mit sinnvoller und widersinniger, mit liebevoller und gehässiger. Mögen nun, ihr Mönche, die andern in zeitgemäßer Weise reden oder in unzeitiger; mögen sie, ihr Mönche, in wirklicher Weise reden oder in nichtwirklierer; mögen sie, ihr Mönche, in sanfter Weise reden oder in grober; mögen sie, ihr Mönche, in sinnvoller Weise reden oder in widersinniger; mögen sie, ihr Mönche, in liebevoller Weise reden oder in gehässiger - selbst da, ihr Mönche, habt ihr euch so zu üben: Unser Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort uns entfahren; mitleidsvoll werden wir bleiben, liebevollen Gemüts, nicht gehässigen Herzens, und diesen Menschen werden wir mit in Liebe gerüstetem Sinn durchdringen, und hier fußend werden wir die ganze Welt mit in Liebe gerüstetem Sinn durchdringen, mit weitem, hohem, unbeschränktem, frei von Haß, frei von übelwollen.‘ So, ihr Mönche, habt ihr euch zu üben. Gleich als wenn, ihr Mönche, ein Mann herankäme, mit Spaten und Korb versehen, und so spräche: Diese große Erde werde ich erdlos machen‘ und würde hier und da -raben hier und da Erde umherwerfen, hier und da Erde umdrehen, hier und da Erde lockern: Erdlos wirst du! Erdlos wirst du!‘ Was meint ihr wohl, ihr Mönche? Könnte wohl dieser Mann die große Erde erdlos machen?« »Das nicht, o Herr. Und aus welchem Grunde? Diese große Erde, o Herr, ist ja tief, unermeßbar; nicht leicht ist es, sie erdlos zu machen, wie sehr auch immer jener Mensch sich abmühte und abplagte.« »Ebenso auch, ihr Mönche, gibt es diese fünf Redeweisen, mit denen andere euch angehen könnten: mit zeitgemäßer und unzeitiger, mit wirklicher und unwirklicher, mit sanfter und grober, mit sinnvoller und widersinniger, mit liebevoller und gehässiger. Mögen nun, ihr Mönche, die andern in zeitgemäßer Weise reden oder in unzeitiger; mögen sie, ihr Mönche, in wirklicher Weise reden oder in nichtwirklicher; mögen sie, ihr Mönche, in sanfter Weise reden oder in grober; mögen sie, ihr Mönche, in sinnvoller Weise reden oder in widersinniger; mögen sie, ihr Mönche, in liebevoller Weise reden oder in gehässiger - selbst da, ihr Mönche, habt ihr euch so zu üben: Unser Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort uns entfahren; mitleidsvoll werden wir bleiben, liebevollen Gemüts, nicht gehässigen Herzens, und diesen Menschen werden wir mit in Liebe gerüstetem Sinn durchdringen, und hier fußend werden wir die ganze Welt mit Erde-gleichem Sinn durchdringen, mit weitem, hohem, unbeschränktem, frei von Haß, frei von übelwollen.‘ So, ihr Mönche, habt ihr euch zu üben. Gleich als wenn, ihr Mönche, ein Mann herankäme, mit schwarzer Farbe oder gelber oder dunkelblauer oder roter versehen, und so spräche: An diesem Himmelsraum werde ich Gestalten einzeichnen, Gestalten zutage treten lassen.‘ Was meint ihr wohl, ihr Mönche? Könnte wohl dieser Mann an diesem Himmelsraum Gestalten einzeichnen, Gestalten zutage treten lassen?« »Das nicht, o Herr. Und aus welchem Grunde? Dieser Himmelsraum, o Herr, ist ja gestaltlos, unsehbar; nicht leicht ist es da, eine Gestalt einzuzeichnen, eine Gestalt zutage treten zu lassen, wie sehr auch immer jener Mensch sich abmühte und abplagte.« »Eben auch, ihr Mönche, gibt es diese fünf Redeweisen, mit denen andere euch angehen könnten: mit zeitgemäßer und unzeitiger, mit wirklicher und nichtwirklicher, mit sanfter und grober, mit sinnvoller und widersinniger, mit liebevoller und gehässiger. Mögen nun, ihr Mönche, die anderen in zeitgemäßer Weise reden oder in unzeitiger; mögen sie, ihr Mönche, in wirklicher Weise reden oder in nichtwirklicher; mögen sie, ihr Mönche, in sanfter Weise reden oder in grober: mögen sie, ihr Mönche, in sinnvoller Weise reden oder in widersinniger; mögen sie, ihr Mönche, in liebevoller Weise reden oder in gehässiger - selbst da, ihr Mönche, habt ihr euch so zu üben- Unser Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort uns entfahren; mitleidsvoll werden wir bleiben, liebevollen Gemütes, nicht gehässigen Herzens, und diesen Menschen werden wir mit in Liebe gerüstetem Sinn durchdringen, und hier fußend werden wir die ganze Welt mit Himmelsraum-gleichem Sinn durchdringen, mit weitem, hohem, unbeschränktem, frei von Haß, frei von übelwollen.‘ So, ihr Mönche, habt ihr euch zu üben. Gleich als wenn, ihr Mönche, ein Mann herankäme, mit einer brennenden Strohfackel versehen, und so spräche: Den Ganges-Fluß werde ich mit dieser brennenden Strohfackel in Flammen setzen, lichterloh in Flammen setzen. Was meint ihr wohl, ihr Mönche? Könnte wohl dieser Mann mit der brennenden Strohfackel den Ganges-Fluß in Flammen setzen, lichterloh in Flammen setzen?« »Das nicht, o Herr. Und aus welchem Grunde? Der Ganges-Fluß, o Herr, ist ja tief, unermeßbar; nicht leicht ist es, ihn mit einer brennenden Strohfackel in Flammen zu setzen, lichterloh in Flammen zu setzen, wie sehr auch immer jener Mensch sich abmühte und abplagte.« ;Ebenso auch, ihr Mönche, gibt es diese fünf Redeweisen, mit denen andre euch angehen könnten: mit zeitgemäßer und unzeitiger, mit wirklicher und unwirklicher, mit sanfter und grober, mit sinnvoller und widersinniger, mit liebevoller und gehässiger. Mögen nun, ihr Mönche, die andern in zeitgemäßer Weise reden oder in unzeitiger; mögen sie, ihr Mönche, in wirklicher Weise reden oder in nichtwirklicher; mögen sie, ihr Mönche, in sanfter Weise reden oder in grober; mögen sie, ihr Mönche, in sinnvoller Weise reden oder in widersinniger; mögen sie, ihr Mönche, in liebevoller Weise reden oder in gehässiger - selbst da, ihr Mönche, habt ihr euch so zu üben: Unser Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort uns entfahren; mitleidsvoll werden wir bleiben, liebevollen Gemütes, nicht gehässigen Herzens, und diesen Menschen werden wir mit in Liebe gerüstetem Sinn durchdringen, und hier fußend werden wir die ganze Welt mit Ganges-gleichem Sinn durchdringen, mit weitem, hohem, unbeschränktem, frei von Haß, frei von übelwollen.‘ So, ihr Mönche, habt ihr euch zu üben. Gleich als wenn, ihr Mönche, da ein Katzenbalg wäre, bearbeitet, gut bearbeitet, durch und durch bearbeitet, geschmeidig, weich, glatt, welk; da würde ein Mann herankommen, mit einem Stück Holz oder Scherben versehen, und so sprechen: ,Diesen Katzenbalg, den bearbeiteten, gut bearbeiteten, durch und durch bearbeiteten, geschmeidigen, weichen, glatten, welken, werde ich mit dem Holz oder Scherben wieder saftig, wieder kräftig machen.‘ Was meint ihr wohl, ihr Mönche? Könnte wohl dieser Mann jenen Katzenbalg, den bearbeiteten, gut bearbeiteten, durch und durch bearbeiteten, geschmeidigen, weichen, glatten, welken, mit dem Holz oder Scherben wieder saftig, wieder kräftig machen?« »Das nicht, o Herr. Und aus welchem Grunde? jener Katzenbalg, o Herr, ist ja bearbeitet, gut „bearbeitet, durch und durch bearbeitet, geschmeidig, weich, glatt, nicht leicht ist es, ihn mit dem Holz oder Scherben wieder saftig, werden, kräftig zu machen, wie sehr auch immer jener Mensch sich abmühte und abplagte.« »Ebenso auch, ihr Mönche, gibt es diese fünf Redeweisen, mit denen andere euch angehen könnten: mit zeitgemäßer und unzeitiger, mit wirklicher und nichtwirklicher, mit sanfter und grober, mit sinnvoller und widersinniger, mit liebevoller und gehässiger. Mögen nun, ihr Mönche, die andern in zeitgemäßer Weise reden oder in unzeitiger; mögen sie. ihr Mönche, in wirklicher Weise reden oder in nichtwirklicher; mögen, sie, ihr Mönche, in sanfter Weise reden oder in grober; mögen sie, ihr Mönche, in sinnvoller Weise reden oder in widersinniger; mögen sie, ihr Mönche, in liebevoller Weise reden oder in gehässiger - selbst da, ihr Mönche, habt ihr euch so zu üben: Unser Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort uns entfahren; mitleidsvoll werden wir bleiben, liebevollen Gemüts, nicht gehässigen Herzens, und diesen Menschen werden wir mit in Liebe gerüstetem Sinn durchdringen, und hier fußend werden wir die ganze Welt mit Katzenbalg-gleichem Sinn durchdringen, mit weitem, hohem, unbeschränktem, frei von Haß, frei von übelwollen.‘ So, ihr Mönche, habt ihr euch zu üben. Wenn selbst, ihr Mönche, Räubergesindel mit doppelhändiger Säge Glied um Glied abschneiden würde, so würde eben der, der sich in seinen Gedanken verschlechtern ließe, insofern nicht meiner Lehre folgen. Selbst da, ihr Mönche, habt ihr euch so zu üben: ,Unser Denken wird eben nicht einen Wechsel erleiden, und nicht wird ein böses Wort uns entfahren; mitleidsvoll werden wir bleiben, liebevollen Gemüts, nicht gehässigen Herzens, und diesen Menschen werden wir mit in Liebe gerüstetem Sinn durchdringen, und hier fußend werden wir die ganze Welt mit in Liebe gerüstetem Sinn durchdringen, mit weitem, hohem, unbeschränktem, frei von Haß, frei von übelwollen.‘ So, ihr Mönche, habt ihr euch zu üben. Wenn, ihr Mönche, ihr diese Belehrung des Vergleiches mit der Säge euch immer wieder zu Herzen nehmt, seht ihr dann, ihr Mönche, eine Redeweise, sei sie fein, sei sie grob, die ihr nicht ertragen würdet?« »Nein, o Herr.« »Daher, ihr Mönche, sollt ihr diese Belehrung des Vergleiches mit der Säge euch immer wieder zu Herzen nehmen; das wird euch für lange Zeit zum Heile, zum Segen gereichen.« So sprach der Erhabene. Beglückt freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen. Majibima-Nikaya

 

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